Peter Lindbergh: Dior. Haute Couture am Times Square. Für Peter Lindbergh’s außergewöhnliches Konzept ließ Dior eine beispiellose Anzahl seiner berühmtesten Kleidungsstücke über den Atlantik reisen. So entstand das letzte Buch des 2019 verstorbenen Fotografen, das bis heute als Originaldokument einer außergewöhnlichen Ko-Kreation gilt. Des Künstlers letzte Herzensangelegenheit, das Haute Couture und Fotografie elektrisierend verbindet, erscheint bereits in der unglaublichen 40th Ed.
Dior: Haute Couture am Times Square
Marion Cotillard oder Charlize Theron, Kampagnen für die Parfums Lady Dior und J’Adore und andere Highlights des Modehauses Dior, das schon sein 70-jähriges Bestehen feiert, begleitete der Fotograf Peter Lindbergh. Die Kultkleider von Dior wurden von ihm zum 70. Geburtstag des Modehauses am brodelnden Times Square in New York fotografiert. Das war das Konzept hinter Lindberghs in Umfang und Dimension außergewöhnlichem Projekt, für das Dior in einer ebenso ungewöhnlichen Aktion eine beispiellose Anzahl von kostbaren Couture-Kreationen aus den Tresoren in Paris über den Atlantik schickte. Neben Alek Wek im makellosen Bar-Kostüm von 1947, jenem berühmten Ensemble, das den frühen Stil des Hauses definierte, sind auch viele andere Models in Haute Couture am Times Square zu sehen. Klassische „Lindbergh-Schönheiten“ wie Saskia de Brauw, Karen Elson und Amber Valletta bewegen sich auf dem Broadway wie in der freien Wildbahn, spiegeln sich in Gebäudefassaden oder lächeln abwesend in die Regenwolken.
Times Square als Laufsteg by Dior
Stets gekleidet in Haute Couture, die Christian Dior noch von Hand fertigte, bis hin zu neueren Entwürfen von Maria Grazia Chiuri. Neben seinen klassischen Model wie Sara Grace Wallerstedt, Selena Forrest, Felice Noordhoff, Lily Nova, Amber Valletta, Larissa Saldanha, Victoria Massey, Melissa Samide, Sasha Pivovarova, Fei Fei Sun, Saskia de Brauw, Carolyn Murphy, Alek Wek, Lineisy Montero und Kiki Willems ist auch Robert Pattinson in vorliegendem Fotoband vertreten. Allerdings im “Archives” genannten Anhang und nicht am Times Square. Dort finden sich auch Fotos von anderen Models, die ebenfalls nichts mit dem Times Square Shooting zu tun hatten. Darunter Fotos mit Linda Evangelista, Kim Williams, Helena Christensen, Mariacarla Boscono u.a.
Mode und Stadt: ein fotografisches Essay
165 bislang unveröffentlichte Bilder von Peter Lindbergh und eine Einführung von Martin Harrison, einem Weggefährten. Am Tag als Martin Harrison und Peter Lindbergh über das Projekt des vorliegenden Buches sprachen brannte Notre Dame in Paris, was Harrison zu der Bemerkung veranlasst, auch Lindberghs Fotografie als ebenso /gothic/ wie die Pariser Kathedrale zu bezeichnen. Der deutsche Expressionismus an den die Fotografien ansonsten angelehnt sind, so Harrison, zeigen dass auch der deutsche Film der 1920er eine Rolle in Lindberghs Fotografie spielte. Vor allem aber wollte er die Frauen, die er ablichtete, natürlich erschienen lassen, meint Harrison in seinem Vorwort. Wie der Philosoph Walter Benjamin habe auch der Fotograf Lindbergh die Ästhetik politisiert und den “Temper of the Modern Spirit” vermessen, ganz so wie es die Natur der Mode ist. “While haute couture is closely linked with an idea of perfection and the mastery of every last detail, I wanted to transport 70 years of Dior creations to an unexpected place. The streets of New York embody the most contrasting background to reveal unforeseen emotions.”, so Peter Lindbergh in einem Statement.
Die beiden Akteure im Auftrag von Dior
Der Fotograf
Peter Lindbergh (1944-2019) war ein Meister seines Fachs, dessen Name sich für immer in die Fotografie-Geschichte eingeschrieben hat: durch sein Shooting fürs erste amerikanische Vogue-Cover unter Leitung von Chefredakteurin Anna Wintour – das Foto einer Gruppe junger Frauen, die kurz darauf zu den Supermodels der 90er-Jahre werden sollten. Sein Werk wurde in Einzelausstellungen im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Berlin, im Bunkamura-Museum in Tokio, im Puschkin-Museum für Bildende Künste, Moskau, und im Kunstpalast, Düsseldorf, gezeigt.
Der Koautor
Martin Harrison ist Kunst- und Fotografie-Historiker sowie Ausstellungskurator. Er arbeitete mit Künstlern wie Linda McCartney und Peter Lindbergh an zahlreichen Projekten und Ausstellungen zusammen. Seit zwanzig Jahren forscht er über Francis Bacon und gab 2016 den Catalogue raisonné des Künstlers heraus.
Peter Lindbergh
Dior. 40th Ed.
Ausgabe: Mehrsprachig (Deutsch, Englisch, Französisch)
2024, Hardcover, 15.6 x 21.7 cm, 1.28 kg, 504 Seiten
ISBN 978-3-8365-9876-7
TASCHEN Verlag
€ 25


The Fire Next Time. Zunächst erschien dieses Buch als Collector’s Edition im Großformat – jetzt, zum 100. Geburtstag Baldwins – in dieser handlichen Jubiläums-ausgabe. Einerseits zu Ehren Baldwins, andererseits auch zu Ehren des Fotografen Steve Schapiro, der leider 2022 verstarb. Ein Klassiker neu aufgelegt, denn der Text James Baldwins (1924–1987) veränderte damals bei Erscheinen (1963) tatsächlich die Welt.
Die andern sind das weite Meer. “The crack is were the light comes in.” Dieselbe Geschichte aus vier Perspektiven. Eine multiperspektivische Erzählinstanz, die aus verschiedenen Richtungen zeigt, wie es sich anfühlt, die Eltern zu verlieren: die Mutter an den Tod, den Vater an die Demenz. Die Familiengeschichte der Cramers ist so alltäglich wie normal, gleichzeitig aufrührerisch und emotional. Denn sie steht symptomatisch für viele andere.
Umlaufbahnen. Orbital. Ausgezeichnet mit dem Booker Prize 2024 und Hawthornden Prize for Literature 2024, nominiert für den Orwell Prize for Political Fiction 2024 sowie den Ursula K. Le Guin Prize 2024: Orbital von Samantha Harvey, ihr fünftes Werk.
The Book. Das richtige Buch zum richtigen Zeitpunkt: sollte unsere Zivilisation demnächst untergehen, sind in “The Book” alle lebens-notwendigen Informationen enthalten, derer es zum Überleben nach einem etwaigen Atomschlag bedarf. “The Book” ist mit seinem Weltuntergangsszenario vielleicht ein Kind der Achtziger (Kalter Krieg, zwei unversöhnliche Blöcke), aber dennoch so aktuell wie kein anderes Buch. Vor allem aber ein großes Lese- und Schnuppervergnügen für Jung und Alt.


Juli, August, September. “Der Russe ist einer, der Birken liebt” war ihr Debüt, 2012, seither sind auch andere Bücher von dieser Autorin erschienen, die derzeit als Professorin an der Universität für angewandte Kunst in Wien unterrichtet. Die in Baku, Aserbaidschan Geborene lebt abwechselnd auch in Polen, Russland, der Türkei, den USA und Israel. Ihre Werke, ein Essay und vier Romane, wurden in 15 Sprachen übersetzt, fürs Radio und die Bühne adaptiert und verfilmt. In ihrem neuen Werk geht es um die liebe Familie und die Protagonistin Lou macht sich auf die Suche nach deren Geheimnissen. Zwischen Berlin, Gran Canaria und Israel.
Super einsam. “SO36”, die ehemalige Berliner Postleitzahl für einen ganz bestimmten Teil Kreuzbergs, wird in den Achtzigern zu einem Chiffre für politischen Widerstand und linksradikale Aktivitäten. “Mariannenplatz rot verschrien“, sangen damals Ideal. Für Vito, den Protagonisten von Anton Weils Roman, ist es vor allem seine Heimat. Denn in SO36 befindet sich die Wohnung seines Vaters, die er von ihm übernommen hat. Aber eigentlich will er nur raus hier, raus nach Südfrankreich. Oder wohin auch immer.
Wien. Architektur und Kunst. Wien wird regelmäßig zur lebenswertesten Stadt wiedergewählt. Gerade im Herbst lohnt sich ein Besuch der Mitteleuropametropole, da ein Festival das andere abwechselt, sei es Musik, Kunst oder Mode. Der vorliegende Reclam Städteführer für Kunst- und Architekturliebhaber wirft sein Augenmerk aber auf die wichtigsten Profan- und Sakralbauten und den bedeutendsten Museen, also dem “Vienna Gloriosa”. Ein Stadtporträt, das die Stadtgeschichte in Daten und Besichtigungsvorschlägen für ein- und mehrtägige Aufenthalte in sich versammelt.


Die Erstgeborenen. Wer (ältere) Geschwister hat, wird das weitverbreitete Klischee kennen, dass diese es schwerer gehabt hätten. Wegen der Zeit, der Gesellschaft, der Eltern. Sie hätten vorgekämpft, wovon die jüngeren nun profitieren würden. Aber oft ist genau das Gegenteil der Fall: die Jüngeren müssen das Kreuz der Älteren tragen.
Junge aus West-Berlin. Der Mauerfall ist auch schon wieder 35 Jahre her. Die Politik feierte sich selbst, aber wie war das damals eigentlich für die Menschen? Maxim Leo hat eine Liebesgeschichte geschrieben, die vor dem Systemwechsel beginnt und mit demselben endet. Marc und Nele erzählen abwechselnd
Die herzzerreißende Liebes-geschichte zwischen Marc aus Westberlin und Nele aus Ostberlin wird voller Liebe und Hingabe erzählt und zeigt, dass es oft nicht die Worte sind, die einen verbinden, sondern das, was man spürt. “Möglicherweise hätten wir dieses tiefe Verständnis, das wir füreinander hatten, sogar aufs Spiel gesetzt, wenn wir versucht hätten, es mit Worten zu ergründen.” Der Sommer 1989 war auch der Sommer der Liebe zwischen Marc und Nele. Rebellion und Aufbruch überall, fröhlich-bunte Anarchie im grauen Schattenland diesseits der Mauer. Autor Maxim Leo und Kat Menschik verarbeiten in ihrem gemeinsamen Buch auch ähnliche Erfahrugen, die sie damals gemacht hatten. Maxim Leo ist 1970 in Ostberlin geboren und dort aufgewachsen. Er ist Journalist und Autor. Er hat zahlreiche Bestseller geschrieben, darunter seine autobiografischen Romane. Kat Menschik hat ihre Jugend wie Maxim Leo in Ostberlin verbracht und den Sommer 1989 in der Ostberliner Künstler- und Punkszene miterlebt. Heute ist sie namhafte Illustratorin. Verblüffend, dass sich die beiden damals gar nicht kennengelernt haben, meint Menschik, denn sie verkehrten in denselben Freundeskreisen und hatten ähnliche Interessen. PS: Das Mauergrau ist Absicht!
Die Glückseligen. In insgesamt vier in ungleiche Längen unterteilte Kapitel erzählt Gustav Ernst die Geschichte von Ulrich und Rosanna, wobei letztere vielleicht gar nicht so heißt. Eine Satire voll bittersüßer Ironie, die die menschlichen Abgründe wie in Platons Höhlengleichnis hell ausleuchtet.
A Vicious Circle: Die neue Serie von Lee Bermejo (Batman Damned) im Album-Format und Autor Mattson Tomlin (“The Batman”) spielt in der Kreidezeit, im Tokio des 22. Jahrhunderts und dem New Orleans der 1950er, also auf verschiedenen Zeitebenen. Denn jedesmal wenn Shawn Thacker, eine Attentäter aus der Zukunft, jemanden tötet verschlägt es ihn in ein anderes Jahrhundert.