Elvis Presley’s Tochter und Enkelin

Pookie, ich weiß nicht mehr wie ich mein Buch schreiben soll. Kannst du es mir nicht schreiben?” Lisa Marie Presley, die einzige Tochter von Elvis Presley, verstarb 2023 im Alter von nur 54 Jahren. Ihre Tochter Riley “Pookie” Keough stellte anhand von Tonbandaufnahmen ihrer Mutter die vorliegende Autobiographie zusammen, die auch für andere Trauerende eine Botschaft enthält.

Wie die Mutter so die Tochter

Nur einen Monat nach der – fast – Fertigstellung ihrer Memoiren verstarb Lisa Marie überraschend. Danny Keough, der Vater von Riley, blieb bis zum letzten Augenblick ein treuer Freund, auch während ihrer Ehe mit Michael Jackson. So kann man das Buch auch als eine Dankesrede an Danny verstehen, der auch dann nicht von ihrer Seite wich, als sie mit einem anderen Michael weitere zwei Kinder bekam. Lisa Marie und Danny hatten auch noch einen Sohn, Ben, der Bruder von Riley, der mit nur 28 ebenfalls viel zu früh verstarb: er hatte sich eine Kugel in den Kopf geschossen. Der Verlust ihres Sohnes und gesundheitliche Probleme führte auch zum Tod von Lisa Marie, die in vorliegender Doppel-Biographie in eigenen Worten von ihrer schwierigen Kindheit erzählt. Riley gibt dies ungeschminkt weiter und so entsteht das Bild von einer aufmüpfigen Teenagerin, die sich stets gegen die Auflagen ihrer strengen Mutter, Priscilla, und die der Gesellschaft wehrte. Schon als Teenager nahm sie allerhand Drogen und rebellierte gegen ihre Mutter, die wiederum selbst von ihrer Mutter mit Elvis bekannt gemacht wurde. Priscilla war damals gerade einmal 14, “ihre Eltern erlaubten das“, schreibt Lisa Marie. Elvis, ihr Vater, hatte manchmal Wutausbrüche, erzählt sie, aber es war eine “witzige Wut” und sie konnte viel mit ihm lachen. Auch nach der Scheidung von Priscilla soll er nie schlecht über sie geredet haben. Wahrscheinlich kamen seine Anfälle ohnehin von den “Medikamenten“, die seine Ärzte ihm verschrieben hatten.

Heavy Metal im Happy Valley

Es war ein Doppelschlag: Er ist tot, und jetzt bleibt mir nur sie.“, schreibt Lisa Marie. Sie musste Graceland zwar verlassen, aber manchmal konnte sie auch mit ihren Kinder, Ben und Riley, noch in das Schlafzimmer des King zurückkehren. Die Privaträume im oberen Stock wurden nie Teil der öffentlichen Ausstellung des Hauses. Lisa Marie war nur neun Jahre alt, als ihr Vater starb und als ihr Stiefvater Edwards sie unsittlich zu berühren begann und ihre Mutter ihr nicht glaubte, begannen ihre rebellischen Jahre. Priscilla versuchte sogar sie bei Scientology abzuladen, aber erst durch Danny bekam sie so etwas wie ein echtes Zuhause, auch wenn sie sich später wieder von ihm trennte. “Mit zwanzig war ich verheiratet, mit einundzwanzig Mutter, fast so wie meine eigene Mutter“, schreibt Lisa Marie. Auch über Billy Idol, Gottfried Helnwein und Nicolas Cage erzählt sie Unerwartetes, bis die Sucht wieder eskaliere. 80 Tabletten pro Tag (!) habe sie nach eigenen Aussagen zu sich genommen, bis ihr Sohn sich das Leben nahm. Spätestens jetzt schaffte sie den Entzug und Riley war richtig stolz auf sie, dass sie bis zu ihrem Tod durchhielt. Sie blieb “ihm zu Ehren komplett clean“. Allerdings bewahrte sie seinen Leichnam auf Eis gekühlt fast zwei Monate im Keller ihres Hauses auf und bestattete ihn erst dann. Riley spürte, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis ihre Mutter daran zerbrechen würde. Dennoch wollte sie anderen Menschen noch helfen, das wäre auch der Sinn einer Autobiographie, schreibt Lisa Marie und ihre Tochter Riley machte genau das möglich, in dem sie das vorliegende Buch herausgab, das auch vielen anderen Trauernden helfen kann zu überleben: “Anderen zu helfen, das wäre erfüllend“.

Lisa Marie Presley/Riley Keough
From Here to the Great Unknown – Von hier ins Ungewisse
2026, Hardcover, 240 Seiten
ISBN: 978-3-328-60378-8
Pinguin Verlag
€ 28,00


Genre: Autobiographie, Biographie
Illustrated by Penguin

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