Was macht gute Unterhaltungsliteratur aus? Neben den Aspekten Sprache, Stil, Ästhetik sowie der Kraft, Bilder im Kopf des Lesers zu erzeugen, ihn zu fesseln und zu binden, spielt der Aspekt des Lernens und der Öffnung des eigenen Denkhorizonts ein wichtige Rolle. Gerade in dieser Hinsicht bietet der völlig zu Recht mit dem Kindle Storyteller Award ausgezeichnete Roman „Paradox“ ein Beispiel. Weiterlesen
Paradox. Am Abgrund der Ewigkeit
Also nachm Regenbogen um sechs Uhr abends
Victoria Suffrage legt mit „also nachm Regenbogen um sechs Uhr abends“ eine ungewöhnlich eindringliche und einfühlsame Erzählung über Abschiednehmen, Altwerden, Vergehen und Vergessen vor, die als Kammerspiel beginnt und als Roadmovie endet.
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Benzin
Axel Hollmann liefert mit „Benzin“ einen spannenden Krimi, der im zweiten Drittel voll durchstartet und bis zum Höhepunkt rasant durchhält. Seine Geschichte spielt im Milieu der neuen Berliner Mitte und erzählt vom Aufbegehren der „Ureinwohner“ gegen das Profitstreben unersättlicher Baulöwen und ihrer Helfershelfer. Weiterlesen
Von der Kirche missbraucht
Unlängst besuchte ich Regensburg, die Stadt der missbrauchten Regensburger Domspatzen. Deren Schicksal interessiert mich, es waren nachweislich 547 Kinder, die den frommen Brüdern zum Opfer fielen und sich nun endlich öffnen. Mein erster Weg führte mich deshalb in die Dom-Buchhandlung. Denn inzwischen gibt es Augenzeugenberichte der Betroffenen in Buchform, und die wollte ich mir gern ansehen. Weiterlesen
Die elf Gehirne der Seidenspinnerraupe

Uwe Kopf verstarb kurz vor Erscheinen seines Debuts
Es scheint aktuell in Mode, ein Werk mit dem Schlusspunkt zu beginnen, um es dann in Rückblenden zu erzählen. Auch Uwe Kopf bedient sich dieser Technik in seinem biographischen Roman »Die elf Gehirne der Seidenspinnerraupe«. Weiterlesen
Herbst in der Hose

Ralf König: Herbst in der Hose
Ralf König ist einer der profiliertesten deutschen Comic-Storyteller. Der aus Westfalen stammende 56-jährige Autor widmet sich in seinem jüngsten Buch dem Thema »Herbst in der Hose«. Weiterlesen
Der Mordfall Franziska Spiegel
In seinem Tatsachenroman schildert Norbert Sahrhage einen Mord aus dem Jahre 1948. Kann ein Kriminalfall auch nach rund 70 Jahren den Leser bewegen? Die Lektüre beweist: Er kann. Weiterlesen
Wein und Haschisch

Wein und Haschisch von Charles Baudelaire
Charles Baudelaire war Zeit seines Lebens Dandy und Genießer. Sechs geistreiche Essays, die anläßlich seines 150. Todestag am 31. August 2017 unter dem Titel »Wein und Haschisch« veröffentlicht werden, belegen dies anschaulich. Weiterlesen
Schwarze Herde

Schwarze Herde
Bob Blanchard ist aus seinem bisherigen Leben ausgestiegen. Zermürbt von sinnleerer Schreibtischarbeit und endlosen Meetings, in denen nur Bullshit verzapft wird, sehnt sich der erfolgreiche Werbefachmann nach Stille und Substanz, die er im bäuerlichen Leben zu finden glaubt. Er möchte wieder das Gefühl empfinden, einer ehrlichen Arbeit nachzugehen. Bob gibt den Komfort von Job und Stadt auf und zieht mit Frau, Kind und seinem behinderten Bruder von St. Louis in die Ozarks, eine Region im südlichen Missouri. Dort will er sich als Rinderzüchter versuchen und investiert sein Vermögen in eine schwarze Herde mit Angus-Rindern. Weiterlesen
Der Todesprophet
Der Berliner Boulevard-Journalist Ben Weidner arbeitet an einer Serie über Hellseher und Wahrsager. Dabei trifft er auf einen unheimlich wirkenden Vertreter dieses Fachs. Ein Mann mit schlohweißem Haar und langem Bart weisssagt ihm, zu einer bestimmten Nachtstunde geschehe Schreckliches. Und der Todesprophet behält Recht, denn tatsächlich ereignet sich zur genannten Zeit ein grauenvoller Mord: Eine Mutter wird vor den Augen ihrer Tochter in der Badewanne ertränkt.
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Alles, was ich nicht erinnere
Samuel crasht mit dem Auto seiner Großmutter gegen einen Baum und stirbt. Ein ihm bekannter Journalist recherchiert die Geschichte des jungen Mannes und versucht herauszufinden, warum er den Freitod wählte. So weit, so kurz die Rahmenhandlung des Romans »Alles, was ich nicht erinnere«. Weiterlesen
Die siebte Sprachfunktion
Laurent Binet gelingt mit diesem abgedrehten Wissenschaftskrimi über die siebte Sprachfunktion etwas Einzigartiges: Er führt seinen Leser mit vergnüglicher Leichtigkeit durch die hoch intellektualisierte Welt philosophischer und semantischer Theorien und entfaltet gleichzeitig einen faszinierenden Kriminalroman, in dem er raffiniert Fiktion, berühmte Zeitgenossen, Wissenschaftstheorie und Wirklichkeit vermengt. Wer glaubt, aus diesen Komponenten ließe sich kein schmackhaftes Gericht komponieren, darf sich bei der Lektüre eines Besseren belehren lassen: Der Autor beschert mit seinem witzig-satirischen Krimi ein farbenfrohes Lesevergnügen. Weiterlesen
Warum die Sache schiefgeht
In ihrem Buch »Warum die Sache schief geht« schildert Karen Duve, wie Egoisten, Hohlköpfe und Psychopathen uns um unsere Zukunft bringen. Die Autorin geht dabei davon aus, dass die Menschheit in eine unkontrollierbare Katastrophe rast und sich letztlich selbst ausrottet. Vor allem Bankenwesen, Pharmakonzerne, Großindustrie und die ihre Interessen vertretenden Regierungen seien an dem unvermeidlichen globalen Kollaps schuld. Erforderlich sei eine sofortige radikale Änderung unseres Lebensstils und vor allem die Abschaffung des gedankenlosen Konsums, um anständig überleben zu können. Weiterlesen
1933 war ein schlimmes Jahr
Der deutschstämmige US–Kultautor Charles Bukowski war einer seiner größten Fans. In höchsten Tönen lobte der »Mann mit der Ledertasche« seinen Schriftstellerkollegen John Fante und schrieb ihm sogar ein Vorwort für eines seiner Bücher. Grund für so viel Begeisterung: Beide Autoren schöpften ihre Geschichten direkt aus dem eigenen Erleben, sie schrieben klar und wahr, blieben stets authentisch und waren genauestens vertraut mit ihren meist gebrochenen Charakteren. Weiterlesen
Leaving Berlin

Leaving Berlin von Joseph Kanon
Januar 1949. Berlin liegt immer noch weitgehend unter Kriegsschutt und Trümmern begraben. Das Alltagsleben in den vier von den Besatzungsmächten errichteten Sektoren erholt sich mühsam. Ohne Schwarzhandel oder Beziehungen zu den Siegern lässt sich kaum ein halbwegs erträgliches Leben führen. Die Rote Armee hat einen eisernen Ring um die Stadt gelegt, im Minutentakt versorgen die Alliierten über eine Luftbrücke den Westen der einst so stolzen Reichshauptstadt. Stromausfälle gehören zum Alltag. Jeder bespitzelt jeden oder zieht Gewinn aus seinem Wissen über die Vergangenheit. Weiterlesen