„In allem was die Malerei anbelangt aber ist er wunderlich, kapriziös, schnell und kühn und der furchterregndste Intellekt, den die Malerei je besessen“, schrieb der Maler Bildhauer und Architekt und Zeigenosse Giorgio Vasari über den Maler aus Venedig. 2018 wird sein 500. Geburtstag gefeiert und aus diesem Grund wurde auch eine große Ausstellung organisiert, die im nächsten Jahr u.a. im Musée du Luxembourg (6. März bis 1. Juli 2018) gezeigt wird.
Das Färberlein aus Venedig
Tintoretto – eigentlich Jacopo Robusti – wurde als Sohn eines Färbers in einem Venedig geboren, das in neuer kultureller und wirtschaftlicher Blüte erstrahlte, obwohl es einerseits von den Türken, andererseits von den Habsburgern bedroht wurde. Tintoretto (dt.: Färberlein) produzierte vorerst Graffiti bis er sich ab 1538 als „Meister“ etablierte. Er gehörte der Klasse der popolani an, die rund 80 Prozent der venezianischen Bevölkerung stellten und in deren Händen Fischerei, Dienstleistungsgewerbe sowie Handwerke aller Art lagen, wie die Herausgeber zum vorliegenden Ausstellungskatalog betonen. Durch seine Malerei konnte Tintoretto die engen Klassengrenzen durchbrechen und auch im öffentlichen Raum, den Adelshäusern und im Dogenpalast aufzutreten. Seine Phantasie und Schöpfungskraft fand in allen Schichten der Gesellschaft Anerkennung.
Tintoretto und die venezianische Malerwerkstatt
Neben einem ausführlichen Katalog mit Reproduktionen der Gemälde des Meisters beinhalter der vorliegende Bildband in hochwertiger Ausfertigung auch einige hochkarätige Essays namhafter Wissenschaftler. So widmet sich der Beitrag von Stefania Mason der wissenschaftlichen Pionierleistung von Rodolfo Pallucchini, Roland Krischel, Erasmus Weddigen und Guillaume Cassegrain erörtern das „self-fashioning“ des jungen Tintoretto und Giuseppe Gullino beschreibt Venedig im Zeitalter Tintorettos zwischen 1523 und 1533 als „Renaissance und Erneuerung“. In „Tintoretto und die venezianische Malerwerkstatt um 1530-1540“ zeigt Michel Hochmann, wie das künstlerische Schaffen zu Beginn des 16. Jahrhunderts organisiert wurde. Auch Frauen spielten natürlich eine wichtige Rolle im Leben und in der Malerei von Tintoretto. Ein Kapitel ist deswegen auch seinen „Femmes fatales“ gewidmet. Er male „Verführerinnen und Opfer sexualisierter Gewalt, zeigt Mägde und Musen, Prinzessinnen und Prostituierte“, aber auch ledige Mütter und Ammen. „Eva“, „Susanna“ und „Potiphars Weib“ erfahren bei Tintoretto ihre Würdigungen. Im „Jüngsten Gericht“ (Kirche Madonnal dell’Orto) habe diese Phase seines Schaffens ihr Ende und Gegengewicht gefunden, schreibt der Herausgeber.
Die Ausstellung wird zuerst in Köln im Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud vom 06.10.2017 – 28.01.2018 gezeigt. Vom 6. März bis 1. Juli 2018 in Paris im Musée du Luxembourg. Leihgaben stammen u. a. aus dem Museo del Prado, dem Louver, dem KHM in Wien, sowie weitern Museen in Belgien, Italien, Deutschland und den USA u.v.a.m.
Roland Krischel (Hg.)
Tintoretto. A Star was born.
Mit Beiträgen von L. Borean, G. Cassegrain, G. Gullino, M. Hochmann, R. Krischel, S. Mason, E. Weddigen
In Kooperation mit der Réunion des musées nationaux – Grand Palais,
Text: Deutsch, 224 Seiten, 228 Abbildungen in Farbe, 23 x 30 cm, gebunden
ISBN: 978-3-7774-2942-7
Hirmer Verlag

Felber enttarnt die Mathematisierung der Wirtschaft seit David Ricardo und die Berufung der WTO und der EU auf dessen Lehre als Effizienzfalle, die Konzernen fette Gewinne bringt, aber Menschen- Arbeits- Sozialrechte und die Rechte der Natur missachtet. Es ginge gemäß Aristoteles um keine chrematistische – also rein geld- und profitorientierte – Wirtschaft, sondern um „oikonomia“ die dem „guten Leben“ aller Haushaltmitglieder dient. Speziell die Welthandelsorganisation aber handle nach Richtlinien und Gesetzen, die den „Frei-Handel“ als wichtiger als gar die Menschenrechte ansehen. Felber spricht sich überhaupt nicht gegen Welthandel aus, er zeigt allerdings im Buch, wie ein gerechterer Handel aussehen könnte – nämlich einer, der Zölle einhebt auf Waren, die aus menschenunwürdiger Produktion stammen (von denen es mehr als zu viele gibt), während entsprechend einer Gemeinwohl-Ökonomie hergestellte Produkte frei gehandelt werden sollten. Kein TTIP oder CETA sollten uns knebeln, sondern eine Eintrittskarte in eine „Ethische Handelszone“ erworben werden. Die „Lizenz zum Plündern“ jedoch verurteilt. Ein hohes Maß aktueller Machtlosigkeit der Bürger verortet Felber in der Übergabe der Souveränitätsrechte an die Regierungen, statt an den Souverän: das Volk, wie es ja eigentlich in den meisten europäischen Verfassungen hieße. Kommt es zum Volksentscheid gegen die Durchsetzung von Konzernwillen in einem der EU-Staaten machen alle andern so lange Druck, bzw. wird solange erneut abgestimmt, bis die Reichen recht erhalten.
»Wir hatten in der Vergangenheit mehrfach Gelegenheit, in der Öffentlichkeit über den einen oder anderen Aspekt zum Thema Islam kontrovers zu diskutieren. Vielen Zuhörern oder Zusehern dürfte dabei aufgefallen sein, dass wir – obwohl wir oft unterschiedliche Positionen vertraten – in der Lage waren, sachlich zu streiten, ohne uns persönlich anzugreifen oder gegenseitig zu diffamieren. Dies ist heutzutage längst keine Selbstverständlichkeit mehr, schon gar nicht im innerislamischen Diskurs. Im Gegenteil ist es häufig so, dass sich derjenige, der eine andere Position als der Mainstream vertritt, mit dem Vorwurf der Häresie konfrontiert sieht.«
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Sie lässt sich in Österreichs Bergen schockfrosten beim Hirsch-Watching, reist alternden Ameisenbären durch halb Europa hinterher und domestiziert eine Kakerlaken-Gang samt des berüchtigten Anführers Schabi Alonso: Anja Rützel ist die geborene Tierflüsterin (auch wenn man sich bisweilen nur schwer des Eindrucks erwehren kann, dass einige ihrer Patienten kurzerhand den Spieß umdrehen um ihrerseits als Rützel-Flüsterer zu reüssieren).
Ein Buch für Querdenker
Wer sucht, der findet