Fotograf und Yale-Absolvent Peter Beard (1938–2020) gilt als Afrika-Fan der ersten Stunde. Schon in den 1960er- und 1970er-Jahren arbeitete Beard im Tsavo-Nationalpark, im Aberdare-Gebirge und am Rudolfsee in Kenia. Einige der dabei entstandenen Collagen seiner Fotografien zeigt der neu erschienene Fotoband “The End of the Game” im Sonderformat.
Fotografien, Collagen, Dokumentationen…
“The End of the Game” kann zweierlei bedeuten: endlich aufhören zu spielen oder zu begreifen, dass es kein Spiel mehr ist, nie eines war. Denn die bedrohte Tierwelt Afrikas steht am Scheideweg. Der Kontinent, der durch die menschliche Idee von „Fortschritt“ so ausgebeutet wurde wie kein anderer, glänzte einst durch seine Vielfalt in Fauna und Flora. Elefanten, Nashörner und Flusspferde, aber auch Löwe, Leopard, die „Big Five“ also, bevölkern den inzwischen 1,5 Milliarden zählenden Kontinent von Gibraltar bis Kap der Guten Hoffnung. Die Fotografien von Peter Beard, die über Jahrzehnte hinweg entstanden, zeigen nicht nur, was wir verloren haben, sondern auch, wie gefährdet sowohl Fauna, Flora als auch Mensch heute sind. „Je tiefer der weiße Mann nach Afrika vordrang, desto schneller entwich das Leben aus den Steppen und dem Buschland… es verschwand in der unüberschaubaren Masse an Jagdtrophäen, Fellen und Kadavern.“, gibt Peter Beard über den unstillbaren Eroberungshunger des Europäers in Afrika zu Protokoll. Die verheerende Wirkung der westlichen Zivilisation auf Afrika stellt Peter Beard in einer eindringlichen und berührenden Bild- und Textcollage in vorliegender TASCHEN-Publikation zusammen. Peter Beard dokumentiert zugleich das obszöne Massentöten zehntausender von Elefanten, Nashörnern und Nilpferden in den Tiefebenen von Tsavo, Kenia, und später den Reservaten in Uganda in den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts.
Not “The End of the Game”

Copyright Peter Beard TASCHEN Verlag
Peter Beards Klassiker über die Tierwelt Afrikas erscheint hier in einer Neuausgabe. Über zwei Jahrzehnte arbeitete Peter Beard an diesem Werk, das hier mit neuem Material aktualisiert wird. Seine Fotos und Schriften werden durch historische Aufnahmen und Zitate ergänzt. Er stellt sich dem Kanon der Erzählung von selbsternannten Entdeckern, Forschern, Missionaren und Großwildjägern wie u.a. Theodore Roosevelt, Frederick Courteney Selous, Karen Blixen (Isak Dinesen), Philip Percival, J. A. Hunter, Ernest Hemingway und J. H. Patterson entgegen und erzählt die wahre Geschichte eines Kontinents, der sich heute mehr denn je zur Wehr setzt. Die vorliegende Neuausgabe enthält zudem ein Interview mit dem Naturschützer Dr. Esmond Bradley Martin sowie Essays aus früheren Ausgaben, etwa von Schriftsteller Paul Theroux oder des Ökologen Dr. Richard M. Laws. Das Nachwort verfasste der Agrarwissenschaftler Dr. Norman Borlaug, der auch auf die Entfremdung von der Natur, die Überbevölkerung, den Überlebensdruck sowie den Verlust des gesunden Menschenverstands angesichts der drohenden Klimakatastrophe hinweist. Das Spiel ist also noch lange nicht aus, sondern hat erst begonnen. Aber vielmehr als ein Spiel, ist es längst bitterer Ernst geworden. Nur (noch) nicht für die Profiteure Situation.
Peter Beard. The End of the Game
2026, Hardcover im Schuber, 24.5 x 27.2 cm, 1.90 kg, 304 Seiten
Ausgabe: Englisch
ISBN 978-3-7544-0271-9
TASCHEN Verlag
€ 80


Diese erweiterte Ausgabe mit über 370 Bildern – von Yosemite zur japanischen Küste, von Patagonien nach Bermuda, von den Alpen in die englische Heide – zeigt in einer nächtlichen Reise rund um den Globus den Vollmond in seiner ganzen Pracht.

2019 gewann der scheue, österreichische Dichter und Schriftsteller de Literaturnobelpreis. Einige Berichte zeigten den sprachlosen verstörten Dichter in seinem neuen Heim in Chaville bei Paris, wo er mehr oder weniger seit den 1990er Jahren lebt.
Italienische Paläste. Der 1953 in Florenz geborene Fotograf Massimo Listri weiß, was Schönheit heißt. Er hat bereits über (!) 70 Fotobände veröffentlicht und stellt seine Werke weltweit aus. In “Palazzi italiani”, das in einer mehrsprachigen Ausgabe bei TASCHEN erschienen ist entführt er die Kulturbegeisterten in die schönsten Bibliotheken der Welt. Und das in XXL.
Der Geschäftsmann Cosimo de Medici (1389-1446), dessen Familie die Geschicke Florenzs für 300 Jahre lenkte, versammelte eine Künstlergruppe, die die Idee der “Rinascità”, der Wiedergeburt der Antike, propagierte. Als Humanist wollte Cosimo die Kunst in all ihren Erscheinungsformen – auch Architektur – fördern. Neben Venedig war auch Genua eine der vier mächtigsten Seerepubliken, die vor allem durch die 1407 gegründete Banca di San Giorgio den anderen drei den Rang ablief. Wie Niccolò Macchiavelli (1469-1527) es ausdrückte sah er in der Bank die dominierende politische Institution Genuas, mit der die Stadt “sogar Venedig überlegen sei”, so Roberto Stalla in seiner Einführung.
Eigene Exkurse zu einzelnen Palazzi in Venedig oder Mantova et al ergänzen die Ausführungen Stallas im Vorwort und gehen auf weitere Details des jeweiligen Bauwerks ein. So erfahren wir etwa über den Palazzo Ducale, den Dogenpalast, dass er auf einer Grundfläche von 75×100 Metern steht und an San Marco angrenzt und somit das politische und das religiöse Zentrum der Stadt eine Einheit bildeten. Beim Brand 1577 gingen sämtliche Gemälde von Giovanni Bellini, Vittore Carpaccio und Tizian verloren und Tintoretto und Veronese ersetzten die vorangegangenen Meisterwerke. Massimo Listri hat bei TASCHEN auch “The World’s Most Beautiful Libraries” publiziert. Listris Fotografien in “Palazzi” zeigen die schönsten architektonischen Details und vermitteln die einzigartige Atmosphäre der italienischen Paläste.






Ralph Gibson. Eine Werkschau über sechs Jahrzehnte des in L.A. aufgewachsenen “Marines”-Fotografen Ralph Gibson bietet der vorliegende Fotoband des TASCHEN Verlages. Es entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler selbst und ist das Ergebnis von mehr als sechs Jahrzehnten des Bildermachens. Von Gibsons ersten Fotografien in San Francisco, Hollywood und New York in den 1960er-Jahren bis hin zur Gegenwart: die bisher umfassendste Sammlung eines Fotografen, der noch bei Dorothea Lange und Robert Frank sein Handwerk gelernt hatte.
Eighties. Waren die Achtziger die Dekade der Dekadenz? Fotograf David Baileys Blick zurück auf die Ära der Zügellosigkeit zeigt alles: die Schulterpolster, toupierte Haare und knallige Farben, aber auch Fotos aus Vogue und Tatler und Ikonen wie Jerry Hall, Tina Turner und Yves Saint Laurent. Nackt, angezogen oder nur leicht bekleidet? David Bailey, einer der renommiertesten Mode- und Porträtfotografen Großbritanniens, nimmt uns mit auf seine Zeitreise in die Achtziger.
Peter Lindbergh: Dior. Haute Couture am Times Square. Für Peter Lindbergh’s außergewöhnliches Konzept ließ Dior eine beispiellose Anzahl seiner berühmtesten Kleidungsstücke über den Atlantik reisen. So entstand das letzte Buch des 2019 verstorbenen Fotografen, das bis heute als Originaldokument einer außergewöhnlichen Ko-Kreation gilt. Des Künstlers letzte Herzensangelegenheit, das Haute Couture und Fotografie elektrisierend verbindet, erscheint bereits in der unglaublichen 40th Ed.


David LaChapelle. Mit Good News und Lost + Found komplettiert der TASCHEN Verlag die auf fünf Bände angelegte David-LaChapelle-Anthologie. Die beiden neu aufgelegten Bände erweitern das knallbunte Portofolio des fantasievollen Pop-Fotografen aus Hartford, Connecticut, USA.
In Lost + Found sind u.a. zu sehen: Pamela Anderson, Julian Assange, Isabella Blow, David Bowie, Naomi Campbell, Hillary Clinton, Frances Bean Cobain, Miley Cyrus, Lana Del Rey, Lady Gaga, Sharon Gault, Daphne Guinness, Whitney Houston, Kris Jenner, Kendall Jenner, Bruce Jenner, Kylie Jenner, Dwayne Johnson, Khloe Kardashian, Kim Kardashian, Eartha Kitt, David LaChapelle, Amanda Lepore, Nicki Minaj, Katy Perry, Sergei Polunin, Keith Richards, Rihanna, Chris Rock, Amber Rose, Britney Spears, Uma Thurman, Andy Warhol, Kanye West, Pharrell Williams, Amy Winehouse und viele andere mehr.
Robert Doisneau. Paris: Das ikonische Foto am Cover dieser Monographie zum Werk des französischen Fotografen Robert Doisneau “Paris” dürfte vielen bekannt sein, da es gerne auch zitiert wird. Unlängst sah ich es in einer Reprise des Werks des polnischen Regisseurs Krzysztof Kieślowski. Aber auch in anderen Zusammenhängen taucht es immer wieder gerne auf. Es gilt als ikonisch und episch zugleich, denn das Motiv, der Kuss, ist aus der Kunst nicht wegzudenken. Ebensowenig das andere Werk von Robert Doisneau aus Paris, das dieser Tage die Olympiade beherbergt, wegzudenken ist.
“Wenn dein starker Arm es will, dann stehen alle Räder still“, hieß es in einem Lied der internationalen Arbeiterbewegung. Heute scheint das Industriezeitalter zwar durch die Digitalisierung ersetzt worden zu sein. Allerdings nur in der sog. Ersten Welt, wie u.a. auch Salgados Arbeit zeigt.






