Russ Manning lehnte die Gestalt des Tarzan wieder mit Unterstützung von Bill Stout, Mike Royer und Dave Stevens so eng wie möglich an Burroughs’ Originalvision an. Gemeinsam schufen sie insgesamt 22 Geschichten für die Sonntagsbeilagen und 9 Abenteuer für Tageszeitungen. „Tarzan: Die kompletten Russ Manning Strips“ erschien beim Bocola Verlag in acht Bänden: Sämtliche Dailies und Sundays von 1967 bis 1979, wurden als restaurierte Nachdrucke der im Besitz des Edgar-Rice-Burroughs-Archivs befindlichen Proofs präsentiert. Mit vorliegendem achten Abschlussband kommt die Reihe zu einem fulminanten Ende.
Tarzan und Korak in Action
Burroughs und Manning waren sich gar nicht so unähnlich: beide hatten in der Armee gedient, beide waren Familienmenschen, liebten die Natur und waren abenteuerlustig und tierfreundlich, so setzt Henry G. Franke III sein in Band 7 begonnenes Vorwort fort. Mit dem Nachdruck sämtlicher Tarzan-Zeitungsstrips sei auch ein lang ersehnter Wunsch des Illustrators Manning erfüllt worden, denn die Hardcover Ausgabe seiner Werke bedeutet auch so etwas wie Respekt, das man seinem Werk nun entgegenbringt. Schließlich ist es doch ein Unterschied, ob man auf dem groben Papier von Tageszeitungen oder in einer so vornehmen Ausgabe wie dieser des Bocola Verlages veröffentlicht wird. Auch Dave Stevens klagt in seinem Beitrag, dass seine feinen Linien in der Reprografie der Zeitungen reine Zeitverschwendung gewesen wären. „Vergeude deine Zeit nicht mit schönen Originalen. Man sieht sie sowieso nicht“, habe ihm Russ Manning selbst ans herz gelegt. Aber mit der hier vorliegenden achtbändigen Bocola Ausgabe hält man nun doch so etwas wie ein Original in den Händen, das zur schönsten Zeitverschwendung der Welt beiträgt: Comics lesen.
Herzschmerz im Dschungel
In den hier vorliegenden letzten Abenteuern Tarzans aus Russ Mannings Feder begeben wir uns als Leser auf eine Reise ins moderne Afrika, aber auch in das vorzeitliche, von Sauriern bevölkerten Pal-ul-don. Tarzan kämpft im vorliegenden Abenteuer nicht nur gegen wildgewordene Bienen, Krokodile und den aufständischen General Fernandez, sondern auch gegen das Ried, in das seine Jane entführt wurde. Flugsaurier und schwarze Panther können dem Dschungelhelden nichts anhaben, wenn es darum geht, seine Liebste so schnell wie möglich zu retten. Für sie taucht er um sein Leben, tötet Riesenechsensaurier oder auch falsche Götter. Geschickt wird von Russ Manning aber auch eine Geschichte von Tarzans Sohn, Korak, in die vorliegende Geschichte eingewoben und so die Spannung zur Rettung Janes noch erhöht. Nur leider verliebt sich Korak unsterblich in eine Tempeldienerin und bedarf bald selbst der Hilfe seiner Eltern „Gut möglich! Aber es gibt einen untröstlichen jungen Mann, der gerade die Erfahrung macht, dass jemand der etwas begehrt und verdient, sein Ziel nicht zwangsläufig erreicht.
Eine wunderschöne Werkausgabe, die Russ Mannings Vermächtnis um die Comic-Kunst mit einer achtbändigen Hardcoverausgabe in bester Reproduktion würdigt.
Edgar Rice Burroughs Tarzan. Die kompletten Russ Manning Strips 1976 – 1979
Band 8. Abschlussband
(Sundays 2383 – 2519)
Hardcover-Querformat (29,8 x 22,8 cm),
152 Seiten, Farbe
Vorwort: Henry G. Franke III, Dave Stevens, Uwe Baumann
Übersetzung: Barbara Propach
ISBN 978-3-939625-78-0
24,90 EUR [D] / 25,60 EUR [A] / 35,50 sFr [CH]
Bocola Verlag


Paulo Coelho machte sich 1986 – also vor mehr als einem Vierteljahrhundert – selbst auf die Roata Compostela, den Jakobsweg, und schrieb danach darüber sein erstes Buch, das in einer neuen Taschenbuch deluxe Ausgabe beim Diogenes Verlag mit eigenem Notizbuch erschienen ist. Das Notizbuch ist ebenfalls mit Coelhos beliebten Kalendersprüchen versehen und lässt dennoch noch viel Platz für eigene Eintragungen, sollte man sich tatsächlich auch einmal auf den Weg machen wollen.
Die insgesamt elf Exerzitien oder Rituale, die dem Ich-Erzähler in vorliegendem Buch von seinem geistigen Führer Petrus auf dem Jakobsweg empfohlen werden, lassen sich aber auch schon jetzt – zuhause – in die Tat umsetzen. Es sind einfache spirituelle Übungen, die sich leicht umsetzen lassen und so den Jakobsweg Coelhos auch in den eigenen vier Wänden nachvollziehbar machen. Aber es geht natürlich auch die Geschichte, die der brasilianische Autor von seiner ersten großen Reise – getrennt von Frau und Kind – erzählt. Sein sehr persönliches Tagebuch seiner Pilgerreise nach Santiago de Compostela beginnt mit Selbstzweifeln und Aufschüben. Über ein halbes Jahr braucht Paulo, um sich endlich auf den Wege zu machen, sein Schwert zu finden. Das Schwert steht in seiner Mythologie für den Weg zu sich selbst, für die Macht sein Leben selbst zu bestimmen. „Wir sind es, die den Rhythmus der Zeit bestimmen.“
Der Leser erfährt aber auch von dem Gemeinsamkeiten aller Weltreligionen. So verlangt etwa nicht nur muslimische Tradition eine Pilgerreise nach Mekka, sondern auch das Christentum kennt davon drei: Der erste führt zum Grabe Petr in Rom, der zweite zum Heiligen Grab Christi in Jerusalem und der dritte zu den Reliquien des Apostels Jakobus. Der Weg erhielt den Weg „Compostela“, was nichts anderes bedeutet als Sternenfeld und die Reisenden erkennen sich an dem Symbol der (Jakobs-)Muschel. Die 700 Kilometer zwischen Jean Pied de Port nach Santiago wurden schon im 14. Jahrhundert von einer Million Menschen erwandert. Seither sind es bedeutend mehr geworden und einer davon war auch Paulo Coelho. „Jede Reise ist ein Akt der Wiedergeburt“, schreibt er, und doch ist das Entscheidende der Weg, denn wie beim Sex entscheide auch das Vorspiel über die Intensität des Vorspiels, so Coelhos Führer Petrus. „Nur wer das Geräusch der Gegenwart wahrnimmt, kann die richtige Entscheidung treffen.“ Die beste Zeit in sich zu gehen ist ohnehin das Jahr zwischen Weihnachten und Neujahr. Ein wichtiges Buch, über das man sich selbst eine Meinung bilden sollte indem man es endlich liest. Auch erschienen als Hardcover Pappband mit 288 Seiten um € (D) 14.90 / sFr 19.90* / € (A) 15.40.
Emanzipation heißt schlichtweg Befreiung. Das muss nicht unbedingt das Patriarchat sein. Mensch kann sich von allem befreien. Das weiß auch die Journalistin und Bloggerin Katrin Rönicke, die in der Reclam Reihe „100 Seiten“ „vom Baum der Erkenntnis bis Google“ (so der Titel des ersten Kapitels) alle Befreiungsversuche der Menschheit auflistet und kommentiert. Ihr Buch ist aber keine Auflistung geworden, sondern ein interessanter Versuch über die Befreiung.


Andrej Tarkovskij: Der Regisseur von Filmen Iwanowo detstwo (Iwans Kindheit), Andrej Rubljow, Soljaris (Solaris), Serkalo, Stalker, Nostalghia und Offret (Sacrificatio; Opfer) ist zwar schon seit mehr als 30 Jahren tot, sein Werk wird aber wohl die Ewigkeit überdauern. In einer neuen Publikation des Schirmer/Mosel Verlages wird nun noch einmal Rückblick und Einkehr gehalten, auf das Vermächtnis einer der bedeutendsten Regisseure unseres Jahrhunderts. Das Werk ist auf Deutsch und Englisch mit unterschiedlichen Titeln erhältlich.
Wagenbach, prononcierter Kafka-Kenner und ehemaliger Verlagsleiter des gleichnamigen Verlages hat sich Zeit seines Lebens über „die Schulweisheit vom dunklen Kafka geärgert“ und immer wieder einen Kafka voll hintergründigem Humor, unerwarteter Wendungen, mit einer Vorliebe für das Paradoxe und mit einer Neigung zur Ironie des Absurden ausgegraben und hervorgekehrt. Dies ist auch das Anliegen dieser Auswahl an Auszügen aus seinen Romanen und Kurzgeschichten, die der Herausgeber hier zusammengestellt hat.








tenen Gründers des Kommunismus.




