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Der französische Künstler JR wirkt mit seinen Arbeiten schon länger im öffentliche Raum der Großstadt Paris. Mit “La Caverne du Pont Neuf” hat er eine Arbeit geschaffen, die auch als Hommage an Christo und Jeanne-Claude zum 40. Jahrestag von „The Pont Neuf Wrapped” verstanden werden kann und dennoch die Dimensionen des Projekts von 1985 noch weiter extrapoliert.
Ort der Wunder: Pont Neuf
Eine Brücke wird zum Berg. Papier wird zu Fels. Mitten in Paris tut sich eine Höhle auf. Einen Blick hinter die Kulissen der atemberaubenden und flüchtigen Verwandlung der ältesten Brücke von Paris ermöglicht die vorliegende Publikation des TASCHEN Verlages, die schon während der Installation selbst erschienen ist (Juni 2026). Auch der französische Regisseurs Leos Carax beschäftigte sich 1991 in seinem Spielfilm “Die Liebenden von Pont-Neuf (Originaltitel: Les Amants du Pont-Neuf) mit der historischen, ältesten Brücke (*1578) mitten im Zentrum von Paris. Aber auch in der Malerei fand sie vielfache Resonanz, etwa bei William Turner, Auguste Renoir, Claude Monet, Camille Pissarro etc. um nur die bekanntesten zu nennen. Dass nun, Juni 2026, der Fotograf und Streetartkünstler JR sich mit einer weiteren seiner überlebensgroßen Installationen mit der ersten Pariser Brücke ohne Häuschen (deswegen auch “neuf” für “neu”) beschäftigt, verstärkt den Dialog über die Geschichte des monumentalen Bauwerks auch in der jetzigen Postmoderne. Der Arbeitstitel seiner Installation, “La Caverne du Pont-Neuf“, verwandelt die Brücke in eine riesige visuelle Höhle. Um den Brückenkörper herum bedruckte JR mit Schwarzweiß-Fotos von Felsen in einem aufblasbaren Gewebe die Felsformation, teils von Vegetation überwuchert, teils simuliert. Im Mittelpunkt der Installation steht dabei die Vorstellung eines Steinbruchs, aus dessen Material für den Bau der Brücke und der Stadt gewonnen wurde. Insgesamt etwa 120 Meter lang und 20 Meter breit, mit einer Höhe zwischen 12 und 18 Metern, hat JR auch eine 18900 m² aus Textil bestehende Hülle darüber gedeckt 2.400 m² Fläche und wird auf einer ebenfalls textilen Unterkonstruktion mittels eins Vakuums in Form gehalten. Die vollständig von privaten Sponsoren finanzierte Aktion wird durch eine Klanginstallation von Thomas Bangalter sowie optische Illusionen und Lichtspiele erweitert. Aber auch an die sensorische Wirkung wurde gedacht: eine Duftkomposition des Parfümhauses Odore Scola trägt zu einem bleibenden Sinneseindruck bei. Das Pariser Büro von Snap Inc. ermöglicht mittels Snap Spectacles zudem erweiterte Realität und interaktive Immersivität, so die Ausstellungsmacher.
Locus Mirabilis: eine Pariser Brücke
Die vorliegende XL Publikation aus dem Hause TASCHEN ermöglicht Einblicke in die Entstehung von JRs La Caverne du Pont Neuf aktuellem Kunstobjekt unmittelbar und sogar noch während seiner Inauguraton im Juni 2026 (!). Anhand von Aufnahmen hinter den Kulissen und Vorbereitungsmaterial dokumentiert “JR La Caverne du Pont Neuf” von der Konzeption bis zur Installation, einschließlich früherer Arbeiten mit Höhlen und Trompe-l’œil-Motiven das Schaffen des französischen Künstlers JR als eine unheimliche geologische Fantasiewelt. Mit einem Interview mit Hans Ulrich Obrist über die visuellen Vorbilder punktet auch der Fließtext dieser außergewöhnlichen Publikation. „Ich habe einen Weg gefunden, Wände zu nutzen, um uns zusammenzubringen.“, sagt der Künstler selbst über sein neuestes Projekt, geradezu einem “Coup an der Seine”. Ebenfalls zu Wort kommen in einem von Hans Ulrich Obrist moderierten Gespräch mit JR, Christos Neffen und Projektdirektor Vladimir Yavachev sowie Thomas Bangalter von Daft Punk. Künstlerische Freiheit, Kühnheit und die Frage, wie man ein Werk dieser Größenordnung außerhalb der üblichen Förder- und Kontrollmechanismen zum Leben erweckt sind Inhalte dieser Auseinandersetzung im kontemporären öffentlichen Raum.
Hans Ulrich Obrist
JR. La Caverne du Pont Neuf
Ausgabe: Mehrsprachig (Englisch, Französisch)
2026, Softcover mit Klappen, 25 x 34.5 cm, 1.51 kg, 240 Seiten
ISBN 978-3-7544-0728-8
Taschen
€ 40


Ein frommer Wunsch, “Nur das Allerbeste” wird zum Anfangs- und Endpunkt dieses Romans direkt von der Bowery in New York in Ihr Wohnzimmer gehext. Denn die beschriebene Dinnerparty ist so authentisch und live beschrieben, dass sie auch genau da stattfinden könnte: in Ihrem Wohnzimmer.


Dalí. BABY SUMO. Sein aufgezwirbelter Schnurrbart wurde zum Synonym einer Geisteshaltung, die sich gleichzeitig über etwas mokiert und dabei verschmunzelt lächelt. Die Rede ist natürlich von Salvador Dalí und dem Surrealismus, einer Kunstrichtung die über das Reale hinaus nach den Träumen und dem Unbewussten forschte.
Playlist zum Glück. 99,5 Songs zum glücklich werden. Michael Behrendt hat sie ausgewählt und erklärt warum gerade diese Musik ihn inspiriert, getröstet und vielleicht sogar therapiert hat. Ein Tempo von 100 bis 120 bpm scheint ideal für den Takt, den eine Herzmassage ab und zu einfach braucht!


Set the Night on Fire. 1965, Venice Beach, California: vier illustre Gestalten gründen eine der aufsehenerregendsten Bands der Sechziger. Vor allem ihr Leadsänger Jim Morrison zieht die Aufmerksamkeit der sensationsgeilen Medien auf sich. 1967 ihr erster Durchbruch mit der Number 1 Hit Single Light My Fire. Geschrieben hat diesen Song Robby Krieger, der Gitarrist, der in vorliegender Autobiographie seine Sicht der Dinge darlegt.
Nach den Autobiographien von Ray Manzarek und John Densmore, den beiden anderen Gründungsmitgliedern, ist nun auch mit großem zeitlichen Abstand auch Robby Kriegers Lebensbeichte erschienen. Denn es geht bei weitem nicht nur um die Doors, in seiner Autobiographie, Robby hatte auch ein Leben außerhalb und nach den Doors. Denn 1969, nur vier Jahre nach der Gründung der Band, war eigentlich alles schon wieder vorbei. Der Miami-Vorfall hatte die Band an den Rand ihrer Existenz gebracht und Jim Morrison wäre eventuell sogar im Gefängnis gelandet, wäre er nicht noch vor Prozessende am 3. Juli 1971 in Paris an einem Herzinfarkt in der Badewanne gestorben. Oder war es doch das Heroin, das seine Freundin und Langzeitlebensgefährtin Pamela Courson ihm verabreichte? Robby Krieger hält nicht hinter dem Berg, dass auch er die fatale Droge damals konsumierte. Genauso wie Kokain, Marihuana und LSD. Letztere, die sog. bewusstseinserweiternde Droge, war bei Gründung der Doors sogar noch legal. Alle hatten es damals probiert.
Für Jim Morrison war es laut Robby Krieger nur eine Möglichkeit seine Grenzen zu testen. Meistens testete er seine Grenzen aber an seinen Bandenmitgliedern, wie Robby verschmitzt bemerkt. “The worst hair in Rock’n’Roll” lautet seine bescheidene, selbstironische Selbstbeschreibung. Immerhin hatte Robby die größten Hits der Doors geschrieben, seinen süffisanten Humor beweist er auch in seiner Autobiographie. Etwa wenn er erzählt, dass es “Light My Fire” – immerhin der größte Hit der Doors – niemals ohne die Coverversion von José Feliciano “in den Orbit” geschafft hätte. Offene Worte findet Robby auch über seinen Zwillingsbruder Ronny, seine Eltern oder seine Beziehungen: “Or when I contracted crabs (Filzläuse, AP). What can I say? It was the sixties, man.”
HR Giger: The Oeuvre Before Alien 1961–1976. Vor zehn Jahren verstarb der Createur der Aliens-Figuren. Der Schweizer Künstler HR Giger (1940–2014) wird im vorliegenden Werk aber ob seines Frühwerkes geehrt, das zeigt, dass er schon lange vor Ridley Scotts Science-Fiction-Klassiker Alien Adaptation ein gefragter internationaler Künstler mit Tiefgang war.
des Hansruedi interessiert, dem sei auch die im selben Verlag erschienene Publikation “
Voyage, Voyage. Sommerlektüre für den Sommer 2024: voyage, voyage. Der Kulturjournalist und Buchautor André Boße widmet sich darin auf mehr als 300 Seiten der französischen Pop- und Rockmusik. Von den Hits der Yéyé-Jahre über French Pop und Nouvelle Chanson bis hin zu Rock, Electro, Hip-Hop, und Raï. Mit dabei sind u.a. Jane Birkin, Jacques Dutronc, Mylène Farmer, Serge Gainsbourg, Françoise Hardy, MC Solaar, Vanessa Paradis, Zaz und viele andere mehr.
The Garden at Eichstätt. 367 handkolorierte Kupferstiche des Hortus Eystettensis werden in dieser TASCHEN Prachtausgabe präsentiert und entsprechend gewürdigt. Der ehemalige Schlossgarten von Eichstätt beherbergte einen Pflanzenreichtum, der als Meilenstein der botanischen Illustrationskunst durch Basilius Besler für die Ewigkeit festgehalten wurde. Die vorliegende Faksimile-Ausgabe umfasst detaillierte Beschreibungen der Pflanzen entsprechend der modernen Taxonomie und erläutert dieses Juwel der barocken Gartenliteratur anhand wissenschaftlicher Begleittexte. Ideal als Blumen unterm Weihnachtsbaum für Freunde der blühenden Flora.
Die vollständige Faksimile-Edition des dreibändigen Hortus Eystettensis von 1613 gilt als das Juwel barocker Gartenkunst. Aber auch der Garten selbst natürlich. Der Eichstätter Fürstbischof Johann Konrad von Gemmingen (1561–1612) ließ Anfang des 17. Jahrhunderts durch den Nürnberger Apotheker, Botaniker und Verleger Basilius Besler (1561–1629) einen prachtvollen Lustgarten anlegen. Die Gewächse wurden von Besler nach Jahreszeiten geordnet und in Beschreibungen und Kupferstichillustrationen dokumentiert. Der erste Druck, “Hortus Eystettensis”, war damals schon ein dreibändiger Prachtkatalog mit 367 handkolorierten Pflanzenillustrationen und detaillierten botanischen Beschreibungen von insgesamt 90 Pflanzenfamilien und 340 Gattungen. Einige davon auch von exotischer Herkunft.
Die nun in vorliegender TASCHEN Publikation wiederauferstandenen hochwertigen Reproduktionen dieser Faksimile-Edition wurden nach einem Originalexemplar aus den Beständen der Universitätsbibliothek Eichstätt-Ingolstadt erstellt. Sie werden ebenso wie die auf ihnen dargestellten Gewächse in botanischer, heilkundlicher und symbolischer Perspektive fachkundig erläutert. Im Anhang wird anhand ausführlicher Texte die historische Bedeutung des Gartens von Eichstätt und des ihm gewidmeten Hortus Eystettensis erklärt.
Ein Meilenstein der botanischen Illustrationskunst im Format 24.3 x 30.4 cm mit 6.54 kg und 1096 Seiten. Die Originaldrucke werden übrigens bereits im Millionenbereich gehandelt. Die beiden Autoren Klaus Walter Littger und Werner Dressendörfer haben auch schon (im TASCHEN Verlag) zum Thema publiziert. So sind von letzterem bereits Der Garten von Eichstätt, Leonhart Fuchs: Das Kräuterbuch von 1543, Pomona Britannica, The Tempel of Flora und The Vegetable Garden erschienen. Klaus Walter Littger wiederum leitet die Manuskript-Sammlung der Universität Eichstätt und ist Herausgeber einer Zeitschrift und weiterer Publikationen über die Geschichte Eichstätts.
In “Encounter 2 (The Man who Laughs)” aus dem Jahre 2014 lächeln sich Minnie Mouse und Adolf Hitler gegenseitig freundlich an. Im Hintergrund vermutet man ein zerstörtes Berlin, die Trümmer des Führerbunkers. So plakativ und provokativ das hyperrealistische Gemälde des österreichischen Malers Gottfried Helnwein auch erscheinen mag, es steckt viel mehr dahinter als man zu glauben vermag.
Pantha rei – alles fließt, ist stets in Bewegung und nie in Stein gemeißelt. Das ist der philosophische Grundsatz des Vorsokratikers und Naturphilosophen Heraklit, dem sich die österreichische Autorin Patricia Brooks in ihrem Roman „Flussgeister“ öffnet. In ihm kreuzen sich die Wege zweier Protagonisten, die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber an einem Punkt in ihrem Leben angelangt sind, an dem die Gegenwart des einen zum Anker für die Gegenwart des anderen wird.
„Na? Wie würdest du die Mona Lisa stehlen?“ Eine Frage, die Vincenzo Peruggia, der Kunstdieb des Gemäldes, während seines Gefängnisaufenthalts 1913 einen Mitinsassen mit einem nicht minder verschmitzten Lächeln hätte stellen können. Wie wahrscheinlich wäre es außerdem, eine ‚Leihgabe‘ des Gemäldes genehmigt zu bekommen, wie im Falle des reichen Entrepreneurs Miles Bron im Film Glass Onion? Realistischer war da schon 2019 die Chance, im Rahmen eines Gewinnspiels mit Airbnb eine Nacht im Louvre zu verbringen. Eine Aktion, die sicherlich auch von Beyonces und Jay-Zs Video zu „Apeshit“ inspiriert wurde.
Dieses kleine Büchlein von knapp 150 Seiten hat es in sich: Géza von Cziffra hielt sich von 1923 bis 1933 regelmäßig im Romanischen Café auf, traf Gott und die Welt und sammelte Anekdoten. Das Namensregister umfasst bald 300 Einträge und die Seitenzahlen sind aufgelistet, wann die Personen auftraten, oder auch nur zitiert wurden: Shakespeare und Goethe sind dabei. Es erschien 1981, als der Autor über achtzig war und die Geschichte über diese Zeit hinweggegangen war, unter dem Titel „Die Kuh im Kaffeehaus“. So kann er Vergleiche mit der damaligen Jetztzeit anstellen, als es schon Groupies und Hippies gab.