
Der dritte Streich von The Gourmand: Pilze
The Gourmand. Pilze sind derzeit in aller Munde. In der dritten TASCHEN Publikation von The Gourmand erwartet die Leser:innen eine mykologische Reise. Als Pilot:innen stehen hinter dem Projekt David Lane und Marina Tweed, die zusammen die gleichnamige Food- und Kulturzeitschrift im Jahr 2011 in London gegründet haben.
The Gourmand: Pilze in aller Munde
Die Arbeiten von The Gourmand wurden in der New York Times, The Guardian, Die Zeit und Le Monde gewürdigt und sogar schon im Design Museum London ausgestellt. Das besondere daran ist, dass sie zwar nur das universelle Thema Essen erkunden, es aber durch Publikationen, Filme und Ausstellungen in den Kontext von Kunst, Design, Literatur, Film, Mode und Musik stellen. Pilze waren schon in der Antike spirituelle Helfer, aber nicht nur ihre psychoaktive und oftmals auch medizinische Wirkung wird geschätzt, sondern sie schmecken auch köstlich.
Pilze: das unsichtbare Netz
Seit bekannt ist, dass die Pilze auch unterirdisch ein quasi weltumfassendes Netzwerk bilden, das der Versorgung aller Beteiligten dient, sind Pilze ohnehin zu den Rockstars unter den Lebensmitteln aufgestiegen. Die Kulturkarriere des Pilzes in der Moderne lassen den Pilz wie ein Kunstwerk erscheinen, dem in vorliegender Publikation in vielen Geschichten und Originalrezepten gehuldigt wird. In der Einleitung teilt übrigens der renommierte Koch und “Food”-Autor Jeremy Lee in einer Art lyrischen Reflexion seine Gedanken über Vergänglichkeit, Nahrungssuche und kulinarische Erinnerungen. Ein Fest der Sinne nicht nur für Mykologen!
Eine mykolgisch-kulturelle Reise
The Gourmand’s Mushroom. A Collection of Stories & Recipes ist eine köstliche Lektüre voller kulinarischer Innovationen. Ein Leckerbissen, ein Festmahl das sowohl als Nahrung, Heilmittel, Sakrament und Symbol eine jahrtausendealte Kulturgeschichte hat. Die kulinarische Praxis mit kultureller Reflexion, die auch für die beiden anderen Publikationen von The Gourmand so stilbildend war, wird auch in The Gourmand’s Mushroom weitergepflegt: in Essays, deren Themen von Mythologie über Toxikologie bis hin zu Kunst, Architektur, Mode, Film und sogar Raumfahrt reichen. Begleitet wird der Intellektuelle und kulturelle Reigen auch von visuellen Inspirationen: Fotos, die Pilze als Formen, Strukturen und fast skulpturale Erscheinungen feiern.
The Gourmand: Mushrooms in Cinemascope
Unter den Künstlern finden sich bekannte wie unbekannte, darunter Bosch und Beatrix Potter, María Sabina und die CIA, Yayoi Kusama und Takashi Murakami. Aber auch Comicfiguren oder Todesboten, in Feenkreisen oder Kriminalromanen, ob Fliegenpilz oder Knollenblätterpilz, Heilmittel oder Halluzinogen sind Pilze essentieller Bestandteil der großen Erzählung der Menschheitsgeschichte. Die umfangreiche Sammlung von Originalrezepten huldigt der erdigen, umami-reichen Köstlichkeit. Von delikaten kantonesischen gefüllten Pilzen und knusprigem Tempura über Pierogi, Risotto, Ramen-ähnlichen Relishes, Ravioli mit Waldpilzen und klassischer Duxelles bis hin zum einfachen Pilzketchup.
David Lane und Marina Tweed
The Gourmand’s Mushroom.
A Collection of Stories and Recipes
Ausgabe: Englisch
2026, Hardcover, 20 x 27.9 cm, 1.40 kg, 292 Seiten
ISBN 978-3-8365-8661-0
TASCHEN
€ 40
Illustrated by Taschen Köln


Playlist zum Glück. 99,5 Songs zum glücklich werden. Michael Behrendt hat sie ausgewählt und erklärt warum gerade diese Musik ihn inspiriert, getröstet und vielleicht sogar therapiert hat. Ein Tempo von 100 bis 120 bpm scheint ideal für den Takt, den eine Herzmassage ab und zu einfach braucht!
Set the Night on Fire. 1965, Venice Beach, California: vier illustre Gestalten gründen eine der aufsehenerregendsten Bands der Sechziger. Vor allem ihr Leadsänger Jim Morrison zieht die Aufmerksamkeit der sensationsgeilen Medien auf sich. 1967 ihr erster Durchbruch mit der Number 1 Hit Single Light My Fire. Geschrieben hat diesen Song Robby Krieger, der Gitarrist, der in vorliegender Autobiographie seine Sicht der Dinge darlegt.
Nach den Autobiographien von Ray Manzarek und John Densmore, den beiden anderen Gründungsmitgliedern, ist nun auch mit großem zeitlichen Abstand auch Robby Kriegers Lebensbeichte erschienen. Denn es geht bei weitem nicht nur um die Doors, in seiner Autobiographie, Robby hatte auch ein Leben außerhalb und nach den Doors. Denn 1969, nur vier Jahre nach der Gründung der Band, war eigentlich alles schon wieder vorbei. Der Miami-Vorfall hatte die Band an den Rand ihrer Existenz gebracht und Jim Morrison wäre eventuell sogar im Gefängnis gelandet, wäre er nicht noch vor Prozessende am 3. Juli 1971 in Paris an einem Herzinfarkt in der Badewanne gestorben. Oder war es doch das Heroin, das seine Freundin und Langzeitlebensgefährtin Pamela Courson ihm verabreichte? Robby Krieger hält nicht hinter dem Berg, dass auch er die fatale Droge damals konsumierte. Genauso wie Kokain, Marihuana und LSD. Letztere, die sog. bewusstseinserweiternde Droge, war bei Gründung der Doors sogar noch legal. Alle hatten es damals probiert.
Für Jim Morrison war es laut Robby Krieger nur eine Möglichkeit seine Grenzen zu testen. Meistens testete er seine Grenzen aber an seinen Bandenmitgliedern, wie Robby verschmitzt bemerkt. “The worst hair in Rock’n’Roll” lautet seine bescheidene, selbstironische Selbstbeschreibung. Immerhin hatte Robby die größten Hits der Doors geschrieben, seinen süffisanten Humor beweist er auch in seiner Autobiographie. Etwa wenn er erzählt, dass es “Light My Fire” – immerhin der größte Hit der Doors – niemals ohne die Coverversion von José Feliciano “in den Orbit” geschafft hätte. Offene Worte findet Robby auch über seinen Zwillingsbruder Ronny, seine Eltern oder seine Beziehungen: “Or when I contracted crabs (Filzläuse, AP). What can I say? It was the sixties, man.”
HR Giger: The Oeuvre Before Alien 1961–1976. Vor zehn Jahren verstarb der Createur der Aliens-Figuren. Der Schweizer Künstler HR Giger (1940–2014) wird im vorliegenden Werk aber ob seines Frühwerkes geehrt, das zeigt, dass er schon lange vor Ridley Scotts Science-Fiction-Klassiker Alien Adaptation ein gefragter internationaler Künstler mit Tiefgang war.
des Hansruedi interessiert, dem sei auch die im selben Verlag erschienene Publikation “
Voyage, Voyage. Sommerlektüre für den Sommer 2024: voyage, voyage. Der Kulturjournalist und Buchautor André Boße widmet sich darin auf mehr als 300 Seiten der französischen Pop- und Rockmusik. Von den Hits der Yéyé-Jahre über French Pop und Nouvelle Chanson bis hin zu Rock, Electro, Hip-Hop, und Raï. Mit dabei sind u.a. Jane Birkin, Jacques Dutronc, Mylène Farmer, Serge Gainsbourg, Françoise Hardy, MC Solaar, Vanessa Paradis, Zaz und viele andere mehr.