
Die Weimarer Republik im Bild
Weimarer Republik: „Nichts ist verblüffender als die einfache Wahrheit, nichts ist exotischer als unsere Umwelt, nichts ist phantasievoller als die Sachlichkeit. Und nichts Sensationelleres gibt es in der Welt, als die Zeit in der man lebt“ schrieb Egon Erwin Kisch, der „rasende Reporter“ einst über seine Zeit (ca. 1925). Die Weimarer Republik (1918-33) war die erste deutsche Demokratie und sollte der Beginn eines goldenen Zeitalters für Deutschland und die Welt markieren. Doch was durch Krieg und Revolution aus der Taufe gehoben wurde, führte erneut wieder zu einem noch schrecklicheren Krieg. Dennoch sind die Errungenschaften der Weimarer Republik nicht hoch genug einzuschätzen und ihr kultureller Reichtum ist scheinbar unerschöpflich, denn nicht nur die Utopien des Bauhauses, der Expressionismus oder kühler Realismus und Naturalismus, Dadaismus und magischer Realismus gehören zu dieser Epoche deutscher Geschichte, sondern auch die „Neue Sachlichkeit“. Die Ausstellung zur vorliegenden Publikation konzentrierte sich auf Themen wie politische und soziale Spannungen und das „Unbehagen der Epoche“.
Weimarer Republik: Grundlegung der Moderne
Rudolf Schlichter, George Grosz, Karl Völker oder Otto Dix sind untrennbar mit der Weimarer Republik verbunden, letzterer malte etwa schon 1923 ein Aquarell mit dem Titel „Zuhälter und Prostituierte“, das Sebastian Haffners Ausspruch von Hitlers Zuhälterfrisur in Erinnerung ruft. Bald sollte der Münchner Hofbräuputsch von 1923 desselben „Zuhälters“ aber auch in Berlin stattfinden, dieses Mal mit Zustimmung der Mehrheit der WählerInnen. Während Fabriken immer näher an den Lebensraum von Menschen heranrückten und die Natur „untertan“ gemacht wurde enstand eine „Moderne“, die einerseits industrielle Verelendung, andererseits aber eben auch den Fortschritt mit sich brachte, von dem sich vorerst nur wenige, dann aber immer mehr laben konnten: „In der Sozialpolitik, der Technik, den Natur- und Humanwissenschaften sowie in der Kunst, der Architektur und dem Design. (…) „Weimar spielte uns in kurzer Zeit und in rasantem Tempo die faszinierenden und fatalen unserer modernen Welt vor““, zitiert die Herausgeberin, Ingrid Pfeiffer, den Historiker Detlev Peukert.
Glanz und Elend: Kultur des „Spektakels“
“Im Rausch des Irrens“ heißt ein 1923 entstandenes Werk von Karl Hubbuch, als „letzten Ausweg“ zeigt Oskar Nerlinger in einem Gemälde von 1930/31 einen Erhängten aus einer besonders ver-rückten Perspektive. Zwischen diesen beiden Jahreszahlen und abgebildeten Inhalten liegt auch das Janusgesicht der Weimarer Epoche, denn was so verheißungsvoll begann, endete in einer Katastrophe. Weitere in vorliegendem Band auf einer ganzen Seite abgedruckte beeindruckende Gemälde und Zeichnungen stammen etwa von Dodo, Jeanne Mammen, Kate Diehn-Bitt, Richard Ziegler oder Rudolf Bergander. Der Soziologe Siegfried Kracauer zog eine poinitierte Affinität zwischen der einheitlichen Bewergung der oft in dieser Zeit porträtierten Revuemädchen und der industriellen Fließbandarbeit: militärische Präzision im Gleichtakt, „Linientanz“ zu amerikanischer Jazzmusik. Hanna Nagel’s Bild „Selbstmordkandidaten“ ist bitterböse Ironie, die es auf den Punkt bringt: auf einem Transparent des Bildes steht: „Samstag Mittag ist der Funkturm für Selbstmordkandidaten freigegeben“, darunter steht einer und sargt die frisch Gesprungenen gleich ein. Das Maschinenzeitalter hat eben alles praktisch konfektioniert, selbst den Tod, der sauber und leise und industriell vom Fließband von sich geht. „Publikum wird gebeten, Hurrarufe zu unterlassen“.
Der vorliegende Prachtband des Hirmerverlages beinhaltet neben den angesprochenen Essays auch ca 200 Abbildungen in meist 24 x 29 cm Format.
Ingrid Pfeiffer (Hg.)
Glanz und Elend in der Weimarer Republik
Beiträge von K. Hille, A. Lütgens, S. Moeller, O. Peters, I. Pfeiffer, D. Price, M. Weinland
300 Seiten, 200 Abbildungen, 24 x 29 cm, gebunden
ISBN: 978-3-7774-2932-8
Ausstellung in Frankfurt | Schirn Kunsthalle 27.10.2017 – 25.02.2018
Hirmer Verlag
49,90 € [D] | 51,30 € [A] | 60,90 SFR [CH]


„In allem was die Malerei anbelangt aber ist er wunderlich, kapriziös, schnell und kühn und der furchterregndste Intellekt, den die Malerei je besessen“, schrieb der Maler Bildhauer und Architekt und Zeigenosse Giorgio Vasari über den Maler aus Venedig. 2018 wird sein 500. Geburtstag gefeiert und aus diesem Grund wurde auch eine große Ausstellung organisiert, die im nächsten Jahr u.a. im Musée du Luxembourg (6. März bis 1. Juli 2018) gezeigt wird.
Felber enttarnt die Mathematisierung der Wirtschaft seit David Ricardo und die Berufung der WTO und der EU auf dessen Lehre als Effizienzfalle, die Konzernen fette Gewinne bringt, aber Menschen- Arbeits- Sozialrechte und die Rechte der Natur missachtet. Es ginge gemäß Aristoteles um keine chrematistische – also rein geld- und profitorientierte – Wirtschaft, sondern um „oikonomia“ die dem „guten Leben“ aller Haushaltmitglieder dient. Speziell die Welthandelsorganisation aber handle nach Richtlinien und Gesetzen, die den „Frei-Handel“ als wichtiger als gar die Menschenrechte ansehen. Felber spricht sich überhaupt nicht gegen Welthandel aus, er zeigt allerdings im Buch, wie ein gerechterer Handel aussehen könnte – nämlich einer, der Zölle einhebt auf Waren, die aus menschenunwürdiger Produktion stammen (von denen es mehr als zu viele gibt), während entsprechend einer Gemeinwohl-Ökonomie hergestellte Produkte frei gehandelt werden sollten. Kein TTIP oder CETA sollten uns knebeln, sondern eine Eintrittskarte in eine „Ethische Handelszone“ erworben werden. Die „Lizenz zum Plündern“ jedoch verurteilt. Ein hohes Maß aktueller Machtlosigkeit der Bürger verortet Felber in der Übergabe der Souveränitätsrechte an die Regierungen, statt an den Souverän: das Volk, wie es ja eigentlich in den meisten europäischen Verfassungen hieße. Kommt es zum Volksentscheid gegen die Durchsetzung von Konzernwillen in einem der EU-Staaten machen alle andern so lange Druck, bzw. wird solange erneut abgestimmt, bis die Reichen recht erhalten.
»Wir hatten in der Vergangenheit mehrfach Gelegenheit, in der Öffentlichkeit über den einen oder anderen Aspekt zum Thema Islam kontrovers zu diskutieren. Vielen Zuhörern oder Zusehern dürfte dabei aufgefallen sein, dass wir – obwohl wir oft unterschiedliche Positionen vertraten – in der Lage waren, sachlich zu streiten, ohne uns persönlich anzugreifen oder gegenseitig zu diffamieren. Dies ist heutzutage längst keine Selbstverständlichkeit mehr, schon gar nicht im innerislamischen Diskurs. Im Gegenteil ist es häufig so, dass sich derjenige, der eine andere Position als der Mainstream vertritt, mit dem Vorwurf der Häresie konfrontiert sieht.«
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Sie lässt sich in Österreichs Bergen schockfrosten beim Hirsch-Watching, reist alternden Ameisenbären durch halb Europa hinterher und domestiziert eine Kakerlaken-Gang samt des berüchtigten Anführers Schabi Alonso: Anja Rützel ist die geborene Tierflüsterin (auch wenn man sich bisweilen nur schwer des Eindrucks erwehren kann, dass einige ihrer Patienten kurzerhand den Spieß umdrehen um ihrerseits als Rützel-Flüsterer zu reüssieren).
Ein Buch für Querdenker