Der Weltenexpress 2: Zwischen Licht und Schatten

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„Kohle, Dampf und Magie“

„Endlich ist Flinn Nachtigall offiziell Schülerin im Welten-Express, dem magischen Internatszug. Doch dass sie eines Tages die Welt verändern soll, mag sie kaum glauben. Auch ihre Freunde Pegs, Kasim und Fedor reagieren mit gemischten Gefühlen. Denn der gesamte Zug ist in Gefahr: Ein geheimnisvoller Schatten treibt sein Unwesen und Maskierte sorgen für Chaos und Angst. Was ist los an Bord des Welten-Expresses? Auf der Suche nach Antworten steht Flinn plötzlich ihrem vermissten Bruder Jonte gegenüber. Doch etwas stimmt nicht mit ihm…“ (Inhaltsangabe des Verlags)

Spannungsbogen, retardierendes Moment

Der 2. Band der Reihe wartet mit einer spannenden Fortsetzung auf. Ein paar der Geheimnisse des ersten Bandes (Was ist mit den verschwundenen Schülern, den Phantompfauen, passiert? Wo steckt Jonte? Bleibt Mme Florett weiterhin verschollen?) werden gelüftet, wobei die Spannung durch neue Fragen, die die Beantwortung dieser drängenden Fragen aufwerfen, erhalten bleibt. Ein retardierendes Moment trägt ebenfalls zur Spannung bei: Die zart erblühende Liebe zwischen Flinn und Fedor stagniert. Und sie stagniert wegen etwas Beziehungstypischem, nämlich einer Reihe von Missverständnissen. Ähnliches lässt sich bei Pegs und Kasim beobachten. Auch hier sind Missverständnisse die Hauptursache für ihre Beziehungsprobleme. Damit ist Identifikationspotential für jugendliche Leser*innen gegeben, die ebenfalls in dem Alter sind, in dem sie ihre erste Liebe erleben.

Diese im Buch anklingenden Missverständnisse zwischen den Geschlechtern setzen sich aber auch in der Realität und in den Beziehungen zwischen Erwachsenen fort. Hauptursache dessen sind systembedinge Abgrenzungen der Geschlechter voneinander, bedingt durch Rollenklischees, die zu (falschen) Mythen über das jeweils andere Geschlecht führen. Mehr echtes Interesse für das jeweils andere Geschlecht, vorurteilsfreie Haltung und viel, sehr viel ernst gemeinte Kommunikation würden das Gros dieser Probleme lösen. Genau das geschieht auch im Buch erst einmal nicht, sodass sich die Beziehungsprobleme zuspitzen. Natürlich trägt auch das zur Spannung bei, denn man fragt sich automatisch: Wie geht es mit Flinn und Fedor, Pegs und Kasim weiter?

Das Cover

Man könnte auf den ersten Blick meinen, dass das Cover wie das Cover des ersten Bandes aussieht. Tatsächlich ähnelt es diesem im Hauptaufbau des Bildes. Wieder stehen die Hauptpersonen an der Brücke, auf dem der Welten-Express fährt. Wieder sieht man die magischen Tiere, wieder die Hauptgegenstände, die im Buch eine Rolle spielen. Mit dieser Ähnlichkeit wird die Verbindung zum ersten Band auch über das Bild hergestellt.

Die Unterschiede sieht man auf den zweiten Blick. Der auffälligste ist der der Farbe. Das erste Cover hat die Farbe der Nacht, die runde Scheibe ist der Mond, die runden, glitzernden Sprengsel die Sterne. Das zweite Cover hat den gleichen Aufbau, aber durch den Farbunterschied ist die runde Scheibe die Sonne, die Sprengsel das Sonnenlicht. Die Gegenstände wechseln zum Bild von Mme Floretts Schwester, zu den Schulschals und zur Rabenmaske, die alle im Roman immer wieder vorkommen. Anstelle von Mme Florett sieht man in der Heldengruppe Jakub und seine Koffergeige, der ebenfalls eine wichtige Rolle spielt. Bezeichnend der Untertitel des zweiten Bandes: „Zwischen Licht und Schatten“. Das Cover unterstützt also optimal den Inhalt.

Diverses

Ansonsten sind natürlich auch hier wieder Anklänge an Harry Potter zu finden, da der Express Hogwards ähnelt. Steampunk-Fantasy wird durch die Verbindung von Technik, Magie und dem namengebenden Dampf angedeutet.

Die Hauptaussage des Buches scheint zu sein: „Glaube an dich selbst.“ Flinn zweifelt an ihrer Bestimmung als weltveränderndes Tigerkind, sie zweifelt an der Beziehung zu Fedor, sie zweifelt an ihren Freunden, sie zweifelt an ihrem Bruder. Die Überwindung dieser Zweifel gehört bei ihr zur Charakterentwicklung.

Fazit

Eine gelungene Fortsetzung, die Lust auf den dritten Band macht.


Genre: Fantasy, Jugendroman
Illustrated by Carlsen Verlag Hamburg

Knochendiebin 1 – Die zwölf Kasten von Sabor

Knochendiebin (Die zwölf Kasten von Sabor 1)Verrat, Hierarchien, Durchbrechen alter Strukturen

„Stur, die junge Hexe aus der Krähen-Kaste, kennt nur ein Gesetz: Beschütze die deinen! Denn von den übrigen Kasten im Königreich werden die Krähen geschmäht. Dabei versorgen sie Sterbende und Tote, ein wichtiger Dienst in einem Land, in dem seit Generationen die Sündenseuche wütet.

Als Sturs Krähen-Rotte für eine Bestattung zum Palast gerufen wird, geschieht Unerwartetes: Der angeblich tote Kronprinz verlangt ihre Hilfe! Um eine Intrige zu verhindern, müssen er und sein Leibwächter heimlich Verbündete treffen – unter Sturs Obhut. Aber kann sie dem Prinzen und seinem besten Freund wirklich trauen?“ (Inhaltsangabe des Verlags)

Kastensystem, Monarchie, Einforderung von Rechten und Wertschätzung

Wie bei Fantasy-Romanen meist der Fall, ist auch hier die Monarchie als Herrschaftssystem eine gute Ausgangsbasis, um Spannung durch  systembedingte Probleme aufzubauen. Verschärft werden diese Probleme noch durch das Kastensystem, das – wie das reale indische – in seiner Undurchlässigkeit Ungerechtigkeiten zementiert.

Die Autorin wendet hier einen Kniff an: Sie macht die unterste, rechtlose Kaste zum Hauptakteur der Handlung und hier wiederum eine Frau (die Frau ist hier nicht das Opfer, sondern die Akteurin – auch eher in von Frauen geschriebener Fantasy anzutreffen). Das garantiert ein Maximum an Spannung, denn Veränderung von unten ist immer schwierig und damit eine dankbare Ausgangsbasis für eine gelungene Geschichte.

Sie stellt außerdem die Stärke der Frau in dieser untersten und rechtlosen Schicht heraus. Die Frau ist es, die letztlich die Veränderung einleitet und am Laufen hält. Das erinnert sehr an die Realität, in der Frauen die existentielle Basis am Laufen halten, aber mitnichten die (auch finanzielle) Wertschätzung erhalten, die sie eigentlich notwendig und gerechterweise dafür verdient hätten. Wie im realen Leben müssen die Entrechteten selbst für ihr Recht sorgen.

Stur fordert diese Wertschätzung ein, schlägt das Maximum an Bezahlung heraus und weist immer wieder auf ihren eigenen Wert und den ihrer Kaste hin. Damit weist die Autorin indirekt einen Lösungsweg auch für die Realität auf: Frauen müssen immer wieder auf ihren eigenen Wert hinweisen, diesen vehement einfordern und – nicht zuletzt – das Maximum an finanzieller Entlohnung ihrer Leistungen fordern und für dessen Einhaltung kämpfen.

Schlimm genug, dass das überhaupt notwendig ist. Aber da dürfen sie sich ruhig am Mann orientieren, der sich selbst wie selbstverständlich wertschätzt (dabei spielt keine Rolle, ob er diese Wertschätzung tatsächlich verdient hat), das auch immer wieder lautstark kommuniziert und seinen Wert definitiv nicht unter den Scheffel stellt. Schon gar nicht finanziell.

Frauen sind auch da leider immer noch zu leise (systembedingt: eine Frau ist immer noch die bessere, weil besser kontrollierbare Frau, wenn sie wenig bis kein Selbstbewusstsein hat)  und halten ihre Leistungen (siehe Dreifachbelastung Haushalt, Kind, Arbeit – in der Pandemie mehr denn je) für selbstverständlich, obwohl sie es nicht sind.

Stur zeigt, dass man nur dann gehört wird, wenn man lautstark, mit Druck (sie erpresst die Königskaste) und nachhaltig, sowie hartnäckig und nachdrücklich den Mund aufmacht. Veränderung kommt nicht von oben, sie kommt von unten. Die Oberen wollen natürlich nicht, dass sich etwas ändert, denn dann gehen ihre Privilegien verloren. Im Fall von Stur ermöglicht die Frau durch die Abhängigkeit des Prinzen von ihrer Kaste Zugeständnisse und wirkt an forderster Front und mit Einsatz ihres Lebens mit, dass diese erfüllt werden.

Mythen und Seuche

Die Autorin nimmt Mythen auf und verarbeitet sie. Zunächst zu den Protagonisten, den Krähen. Die Krähen im Roman stellen die unterste Kaste dar, die im Gegensatz zu den anderen Kasten keinerlei Rechte haben und vogelfrei sind. Außerdem besitzen sie im Gegensatz zu allen anderen keine angeborenen Zauberkräfte, ausgenommen die Hexen der Krähen. Sie benennnen sich mit Schimpfnamen, haben wie Landstreicher kein eigenes Zuhause und sind zuständig für die im Reich am niedrigsten angesehene Arbeit: die Betreuung der Sterbenden und Toten. Sie leisten, weil sie immun gegen die Seuche sind, tatsächlich aber die existentielle Arbeit im wahrsten Sinn des Wortes, denn kommen die Krähen nicht, dann sterben die Menschen dorf-, städte- und landstrichweise. Die Krähen haben ihre eigenen Traditionen und Sagen, für die sich die anderen Kasten allerdings nicht interessieren, weil sie die Krähen nicht als Menschen betrachten. Da sie vogelfrei sind, werden sie von einer Ku-Klux-ähnlichen Organisation systematisch gejagt und getötet. All das will Stur nicht nur für ihre eigene Krähen-Rotte ändern.

Wie die Krähen im Roman wird der Krähe als Vogel eine Neigung zum Diebstahl nachgesagt. Sie steht mythisch auch mit dem Tod in Verbindung. Feen sollen sich in der keltischen Mythologie in Krähen verwandeln, um Botschaften aus der Anderswelt zu überbringen. Die Unterwelt- und Kriegsgöttin Morrigan tauchte oft in Gestalt einer Krähe am Schlachtfeld auf, um die Seelen der Verstorbenen zu sich zu holen. Damit setzen auch die Figuren in diesem Roman Krähen v.a. mit negativen Eigenschaften in Bezug. Man sagt den Tieren aber auch nach, dass die am Wegrand sitzenden Vögel prüfen, wie mutig die Helden sind, die vorbeigehen. Stur prüft die Gesinnung und den Mut des Prinzen und seines Lebwächters immer wieder. Sie sollen auch hellserherische und schicksalhafte Kräfte haben und mit den Nornen die Schicksalsfäden weben. Stur nutzt die Zähne und Knochen der anderen Kasten, um deren Zauberkräfte anzuzapfen und sie für ihre Kaste zu nutzen. Außerdem ist sie dabei, das Schicksal der Krähen, aber auch das der anderen Kasten grundlegend zu ändern. Dazu passt, dass die Krähe einen zentralen Status in Bezug auf Transformation und Veränderung hat. Dabei ändert Stur nicht nur die anderen, sondern auch sich selbst. Krähen als Tiere sind sehr anpassungsfähig. Auch das trifft auf diese Kaste zu. Die Krähen im Roman müssen anpassungs-und widerstandsfähig sein, um zu überleben. Das macht hartgesottene Menschen aus ihnen, die mit allem, was das Leben ihnen zumutet, zurecht kommen. Die Krähe lüftet Geheimnisse und durchschaut Geheimniskrämerei. Stur ist dabei, die Machenschaften der herrschenden Kasten aufzudecken und zu durchkreuzen. Die Krähe gilt als Hüterin der heiligen Gesetze. Stur und die Krähen hüten die mythischen Schätze ihrer Kaste. Als Indianerstamm gibt es den Stamm der Absarokee (veraltet: Crow), die einer der bedeutensten Stämme der norwestlichen Plains waren. Die Krähen im Roman sind wichtig, aber ihre Bedeutung wird von den anderen Kasten marginalisiert und abgewertet. Perchta, die Vogel- oder Steinfrau, die mit großer Nase dargestellt wird (Hinweis auf einen Vogelschnabel), steht für die klare Sicht der Dinge und Wahrheit. Beides nennt Stur ihr eigen und trifft mit ihren Aussagen den Nagel auf den Kopf.

Die Hexe galt in der christlichen Vergangenheit als böse, alte Frau mit magischen Kräften, die sie zum Schaden anderer nutzte. Lüftet man den Schleier der christlichen Dämonisierung des sogenannten Aberglaubens, kommt eine kraftvolle, weise, alte Frau zum Vorschein, die mit ihrem Wissen über Kräuter und der Magie der Göttinnen Menschen hilfreich zur Seite stand. Der Kessel und der Mörser, sowohl Gegenstände der alten Frau im Alltag als auch Göttinnensymbole, wurden durch das Christentum verunglimpft. Sie dienten dazu, Essen zu kochen und Heiltränke herzustellen. Der Besen, mit dem die alte Frau ihr Heim auskehrt und reinigt (und der damit auch im spirituellen Sinn Reinigungsfunktion hat), wurde ebenfalls dämonisiert. Die Katze ist eines der heiligen Tiere der Göttin, z.B. Begleiterin der Freya, und wurde zusammen mit den anderen heiligen Göttinnensymbolen verdammt. Stur wird sich ihrer magischen Fähigkeiten bewusst und nutzt sie wie eine weise Greisin, die sich vor nichts und niemandem mehr rechtfertigen und sich nichts mehr gefallen lassen muss. Auch Stur ist, wie die weise Alte, verschroben und tut im Ernstfall, was getan werden muss. Das heißt in ihrem Fall, dass sie als barmherzige Krähe auch Leben nimmt.

Ana, die Knochenfrau, ist die Todesgöttin. Sie ist weiß wie die ausgebleichten Knochen. Wie die Knochen ihres Fleisches entledigt sind, enthüllt Ana den Kern der Dinge. Stur nutzt die Knochen der Lebenden und Toten der anderen Kasten, um ihre Magie zu wirken, und ihre Scharfsicht, um die Wahrheit in einer intriganten und den Krähen feindlich gesonnenen Welt von allem Schleier zu entkleiden.

Spannend wäre auch, die anderen Kasten auf ihre mythologischen Ursprünge zu untersuchen, würde hier aber zu weit führen.

Durch die im Buch beschriebene Seuche ist auch die Aktualität (Corona) gegeben. Und wie im Buch sind es die Pflegekräfte, die eine wichtige Basisarbeit leisten, die dafür aber nicht wertgeschätzt werden (schon gar nicht finanziell). Und wie sollte es anders sein: Der Großteil der Pflegekräfte ist weiblich.

Fazit

Das Buch ist spannend geschrieben und präsentiert – wohl auch, weil eine weibliche Autorin die Urheberin ist – keine in der passiven Opferrolle gefangene, schwache Frau, sondern eine, die weder hübsch sein, noch Männern in irgendeiner Art und Weise gefällig sein und gefallen muss. Stur ist, wie ihr Schimpfname sagt, willensstark, verschroben, scharfsichtig, klug, mutig, gerissen, stahlhart, widerspenstig, kann auf sich selbst und andere aufpassen und tut, was getan werden muss. Damit spiegelt sie reale Frauen wider, die sich in einer sie dikriminierenden Welt diamantene Eigenschaften erwerben mussten, um zu überleben. Denn auch heute noch werden diese diamantenen Eigenschaften mitnichten geschätzt, aber kräftig ausgenutzt. Wird sich die Frau dieser diamantenen Eigenschaften bewusst, wird sie so selbst-bewusst und brandgefährlich wie Stur in diesem Roman. Auch andere Frauen, wie die Tante des Prinzen, werden in mehrerer Hinsicht als starke Menschen dargestellt.

Die Mythologie stützt die Aussagen des Buches und verleiht ihnen Tiefe. Sie stützt auch und gerade die Rolle der Frau als starker, unabhängiger Mensch, der sich von nichts und niemanden in die Knie zwingen lassen muss.

Gern mehr davon!


Genre: Fantasy, Jugendroman
Illustrated by Carlsen Verlag Hamburg

The Dreaming: Sandman und Co

The Dreaming: Sandman & Co. Neil Gaimans Sandman war der Star der Achtziger/Neunziger Jahre und revolutionierte die Comic Welt indem aus den bunten Bildern plötzlich Graphic Novels wurden. Der britische Autor Simon Spurrier entdeckt und inszeniert die Legende mit den Zeichnern Abigail Larson und Bilquis Evely neu und entführt die Leser erneut in das Reich der Träume.

Ein verliebter Dream

„Dream“, der stets einen Helm, einen Rubin und einen Beutel Sand mit sich trägt (deswegen auch „Sandman“ genannt) verliebt sich in eine Sterbliche, aber ohne ihr dabei Sand in die Augen zu streuen und sie zu Träumen zu verführen. Aber beide müssen teuer dafür bezahlen. Denn jede Liebe hat ihren Preis. Und während das Traumland ohne seinen Herrscher von einer künstlichen Intelligenz gelenkt wird, jagen Dora und der Rabe Matthew Dreams Fährte durch alle Welten hinterher. Dreams Bibliothekar und Vertrauter Lucien (Dreams erster Rabe), der sprechende Rabe Matthew, Hausmeister und Problemlöser Merv Kürbiskopf, die biblische Eva, Cain und Abel, aber auch der neugeborene Lord Daniel sind wieder mit dabei. Wobei „Dora“ eine Neuschöpfung von Simon Spurrier ist, die zuvor schon in Sandman Universe Special vorgestellt wurde. Aber wer ist diese Dora, die ihren Hunger in fremden Traumgeschichten stillt?

Rettet das Traumland!

„Stellen Sie sich das vor. Fast drei Jahrzehnte langsame Trennungen und plötzliche Brüche, immer wieder.“, meint Dora, „Und immer endet es.“ Das Schicksal jener, die ewig leben ist die Wiederkehr des Ewiggleichen. Seit 28 Jahren altert sie schon nicht mehr und sieht Sachen, die andere nicht sehen. In „The Dreaming 2“ verliebt sich der Traumkönig Dream aka Lord Daniel in eine Sterbliche, Rose Walker, deren Familie seit Langem in die Geschicke der gottgleichen Ewigen verstrickt ist. In der durch die Liebe verursachten Leere des Träumens, im Traumland, die durch Dreams Abwesenheit verursacht wird, hat eine künstliche Intelligenz sein Refugium übernommen. Jetzt müssen Dora und der Rabe Matthew Dream so schnell wie möglich finden, da sonst das Traumland verloren geht.

Simon Spurrier

The Dreaming 2
Zeichner: Abigail Larson, Bilquis Evely
Autor: Simon Spurrier
2020, Softcover, Fantasy Comic, 148 Seiten
Storys:The Dreaming 7-12
16,99 € *
ISBN: 9783741618178

Panini Verlag


Genre: Comic, Fantasy, Graphic Novel
Illustrated by Panini Comics

Rauklands Sohn

„Was hast du getan?“
Der Schrei trieb durch seine bleierne Müdigkeit. Ein Schatten wuchs über ihm, Hände krallten sich in sein Haar und rissen seinen Kopf zurück. Der Schatten war sein Vater.
Ronans Herz pochte so wild gegen seine Rippen, dass es schmerzte. Er konnte sich nicht rühren, es war, als läge eine tonnenschwere Felswand auf ihm. Nichts ergab einen Sinn.
Sein Vater schlug ihm ins Gesicht. „Du bist betrunken!“

Ronan ist der beste Schwertkämpfer rund um das ganze Nordmeer. Doch die Liebe zum Schwert ist die einzige Liebe, die er kennt. Dann legt ihn ein Mädchen mit vergiftetem Wein herein und seinetwegen verliert sein Vater, der König von Raukland, eine Schlacht. Der König ist nicht für seine Nachsicht bekannt, er lässt den Sohn auspeitschen und verbannt ihn auf eine einsame Insel im Nordmeer, die bisher noch ein unabhängiges Königreich ist. Das soll er für Raukland gewinnen, sonst verliert er Thron und Leben.

Doch diese Insel namens Lannoch hat strenge Vorschriften. Wer dort herrschen will, muss seine Tauglichkeit in mehreren Prüfungen beweisen. Die erste: Finde einen Freund. Ronans einziger Freund ist sein Schwert und das reicht nicht.

Da wird ein Schiffbrüchiger angespült. Ronan rettet ihn und glaubt, jetzt habe er seinen Freund gefunden. Doch so einfach ist das nicht …

Ich muss ehrlich sein. Ich bin nicht objektiv, was dieses Buch angeht. Denn ich habe es schon bei der Entstehung ein Stück weit begleitet und die Geschichte hat mich schon damals fasziniert. Spröde wie der Norden liest es sich und fasziniert gerade dadurch. Abenteuer, Schwertkämpfe und ein junger Mann, der seinen Weg finden und lernen muss, dass man mit dem Schwert allein keine Herzen erobert. Eine Coming of Age Geschichte der ganz eigenen Art, ein All-Ager und vor allem ein Buch, das auch Jungen jeden Alters wieder zu Lesen animieren könnte. Das man mit 16 ebenso verschlingt wie mit 60.

Leseprobe: http://www.jordis-lank.de/raukland-trilogie/1-rauklands-sohn/leseprobe/

 


Genre: Fantasy
Illustrated by Selbstverlag

Prinz Eisenherz: Der Schatz

yeates

Prinz Eisenherz Werkausgabe 91

 

„…und Deine Verbündeten vor der Küste müssen abziehen, sobald sie kein Trinkwasser mehr haben“, grinst der Widersacher von Prinz Eisenherz ihm hämisch ins Gesicht. Der Pirat Strakonus bringt Eisenherz gleich zu Beginn dieses Abenteuers in eine ordentliche Bredouille, denn der Prinz muss sich zwischen der Befreiung seines Sohnes Nathan und der Befreiung von Aleta und ihren Töchtern entscheiden. Doch dann bekommt Prinz Eisenherz unverhofft Schützenhilfe von einer Inselbewohnerin. Die Wahnsinnige Thanaa, die stets von einem schwarzen Panther und einem Leoparden begleitet wird, hasst die Piraten, vor allem aber wegen ihrem Sklavenhandel, den sie als Freie abgrundtief verurteilt.

Aletas besänftigende Umarmung

Ein Zweikampf zwischen Strakonus und Eisenherz endet mit der Gnade des letzteren, denn Thanaa hält ihn davor zurück, noch mehr Rache an Strakonus zu nehmen, es hat ja schon genug Tote gegeben. Aber „Wenn es etwas gibt, das Eisenherz’ Kampfeslust besänftigen kann, dann ist es Aletas Umarmung. Ihre Ankunft hat Strakonus gerettet.“, eigentlich. Die überlebenden Piraten werden mit einem harten aber gerechten Urteilsspruch konfrontiert: entweder auf der Insel zu bleiben oder zu helfen die Schiffswracks zu reparieren und zu den Nebelinseln aufzubrechen, um dort ihr eigentliches Urteil zu erwarten. Wer sich erinnert wie dort mit Piraten umgegangen wurde, als Aleta und Eisenherz noch nicht verheiratet waren, dem wird bange um das Schicksal der Verurteilten. Aber haben sie denn ein anderes Schicksal verdient, nachdem was sie Eisenherz’ Familie alles angetan haben? Natürlich beugen sich alle, nur Strakonus schmiedet weiterhin Rachepläne für seine erneute Meuterei auf den Schiffen Skjalddis und Calypso.

Prinz Eisenherz‘ Tochter auf der Flucht

yeates2Aber auch in dieser Folge der Abenteuer des unsterblichen Helden von Hal Foster muss Eisenherz wieder eine Menge familiäre Probleme bewältigen oder zumindest zu ihrer Lösung beitragen. Als Valeta, seine Tochter, sich bei ihm über Karen, seine andere Tochter, beschwert, greift der Vater beherzt in die Liebesabenteuer seiner Zwillinge ein und spielt dabei den Amor mit dem Liebespfeil. Auch Bukota ist bei diesem Abenteuer wieder mit dabei und als sich auf dem Marktplatz die Händler über seine alte Heimat Ab’Saba und seine Königin Makeda unterhalten wird er hellhörig und die alte Sehnsucht flammt wieder auf. Doch dann schlittert sein Sohn Nathan unversehens in ein anderes Abenteuer, das mit dem seltsamen Artefakt etwas zu tun hat, das Guryan Sur umklammert wie einen Schatz. Ein fremder einäugiger Zauberer taucht auf und behauptet etwas über den verschwundenen Ehemann Karens, Prester John, zu wissen und prompt wird die Familie Eisenherz wieder durch eine anderes Abenteuer auseinander gerissen, ganz so, wie es ihm einst in jungen Jahren die Hexe Hobbit prophezeit hatte: „Du wirst aller Herren Länder sehen, Reiche untergehen und auferstehen sehen, aber Zufriedenheit, das wirst du nie erreichen.“ Wird Eisenherz seine verschollene Tochter und das Artefakt wiederfinden? Wird Karen wirklich zu ihrem Ehemann geleitet? Band 92 ist bereits in Vorbereitung!

Thomas Yeates
Prinz Eisenherz Band 91: Der Schatz
Originalseiten 4053 bis 4098
Aus dem Amerikanischen von Wolfgang J. Fuchs
2017, Carlsen Comics, 48 Seiten
ISBN: 978-3-551-71604-0
12,40.-

 


Genre: Comics, Fantasy, Kulturgeschichte
Illustrated by Carlsen Verlag Hamburg

Dralle Drachen

prachettDer am 12. März 2015 im Alter von 66 Jahren viel zu früh verstorbene britische Fantasy-Autor Terry Pratchett wurde als Schöpfer der »Scheibenwelt« berühmt. In seinen Romanen erfand er eine vollkommen flache Welt, die auf dem Rücken von vier Elefanten und einer Riesenschildkröte ruht, die durch den Weltraum rudert. Weiterlesen


Genre: Fantasy
Illustrated by Piper Verlag München

Das Amulett

ErbenderaltenZeitCharlotta ist das Kind, das aus dem Nebel kam. Die Dreizehnjährige selbst weiß nichts von den geheimnisvollen Umständen ihrer Herkunft. Sie weiß nur, dass sie ein Findelkind ist und nach dem Tod ihrer Pflegeeltern kreuzunglücklich. Nirgends zugehörig befindet sie sich auf einer Odyssee von Kinderheim zur nächsten Pflegefamilie und zurück. Eines Tages hält sie das Gefühl ihres Andersseins nicht mehr aus, bricht ins Jugendamt ein und entwendet ihre eigene Akte. In dieser liest sie erstmals liest von den verwirrenden Umständen ihrer Herkunft und findet ein geheimnisvolles, fremdartiges Amulett, welches ihr zu gehören scheint.

Sie beschließt die Flucht und gerät nach kurzer Zeit mitten im Wald in einen dichten Nebel. Plötzlich findet sie sich in einer ganz anderen Welt wieder. Eine Welt mit zwei Monden, Fabeltieren, unbekannten Gottheiten und Gesetzen und zum Glück auch mit Tora, Kunar und Biarn. Drei junge Menschen, die sich um das verwirrte Mädchen kümmern und ihr zu echten Freunden werden. Charlotta hat auf ihrer Flucht beschlossen, sich als Junge auszugeben, nennt sich fortan Charlie und offenbart den neuen Freunden ihre wahre Identität sowie die verwirrenden Fähigkeiten ihres Amuletts lange nicht. Schnell wird ihr und den Freunden in der neuen Welt aber klar, dass sie über magische Fähigkeiten verfügt. Fähigkeiten, nach denen diese Welt dringend sucht, um sich von der grausam herrschenden Gottheit Odin zu befreien.

Das Amulett ist der erste Teil der als Trilogie angelegten Erzählung Die Erben der alten Welt. Die Autorin Marita Sydow Hamann vermengt in der von ihr geschaffenen Welt Elemente aus bekannten Mythologien, vorwiegend aus der nordischen Mythologie ihrer Heimat und integriert als erste Ebene das reale uns bekannte Leben. Bei dieser Mischung belässt sie es jedoch nicht, sondern führt noch eine dritte Welt ein. In dieser Welt, der unseren um mehr als 14000 Jahre voraus, erwacht die junge Sora nach einem mehr als 15000 Jahre währenden Schlaf. Sie trägt ebenfalls ein Amulett und ist auf die Hilfe von Freunden angewiesen, um sich zurecht zu finden. Diese dritte Welt ist ein befriedeter futuristischer Staat. Doch die Einwohner sehnen sich nach mehr Kenntnis über ihre Wurzeln. Ist die wieder erwachte eigentlich uralte, doch jung gebliebene Sora die dort geweissagte Retterin, die alte und neue Welten wieder zusammenführt? Was hat es mit den Amuletten auf sich? Was mit den Visionen? Wie gefährdet sind all diese Welten und wie gehören sie zusammen?

Die gebürtige Norwegerin Sydow Hamann wuchs unter anderem auch in Deutschland, Österreich und Spanien auf. Derzeit lebt sie in einer schwedischen Hof-Idylle in Smaland und widmet sich dort den kreativen Künsten. Vor der Erben-Trilogie hatte sie sich bereits einen Namen als Autorin von Kinder- und Jugendbüchern gemacht und zumindest der erste Teil das Amulett ist ebenfalls nicht eindeutig ein Buch nur für Erwachsene. Es dürfte Jugendliche und jung gebliebene Erwachsene mit Freude an Fantasy gleichermaßen ansprechen. Nicht immer ist die Handlung so komplex, wie sie sein könnte, auch ist ihre Sprache zuweilen sehr einfach gehalten. Auf jeden Fall aber hat sie Mut zum Stil- Mix. Sie wirft nicht nur die verschiedensten Mythologie Elemente in die Waagschale, sondern vermengt dazu unbeeindruckt von gängigen Genre-Regeln Fantasy, Mittelalter und Science Fiction. Fast schon ein Art Cloud Atlas im Kleinen.

Diese furchtlose Verflechtung gelingt ihr wirklich unterhaltsam. Spannend und anregend, wie sie aus altbewährten Komponenten etwas Neues entwickelt und den Leser mit auf eine Wanderung zwischen den Welten und den Zeiten mitnimmt. Der Leser hat lange nur eine vage Ahnung, wie die drei Welten und Geschichten zusammengehören. Geschickt gemacht dabei die Einbindung staatlicher Stellen der realen Welt in die Vertuschung der Umstände von Charlies Geburt, welche der Autorin ganz en passant den Beweis für die tatsächliche Existenz mehrerer Welten liefert. Zum Schluß hin gibt es eine Klärung des groben Ganzen und man ahnt, wo die Autorin letztendlich hin will. Doch sie lässt genug offene Fragen für die avisierten Fortsetzungen.

Teil eins und zwei waren ein großer Erfolg in der Self-publisher E-book-Szene. So groß, dass die grassroots Edition eines österreichischen Verlages aufmerksam wurde. In dieser Edition sollen sukzessive E-Books, die nach dem Grassroots Prinzip- nicht von oben herab geplant, sondern von unten her getrieben- erfolgreich wurden, auch als Hardcover veröffentlicht werden. Das Amulett ist eins der ersten dort veröffentlichten Bücher und auch ohne die Ur-Version gekannt zu haben, darf man wohl getrost feststellen, dass die Überarbeitung und das professionelle Lektorat dem Werk gut getan haben. In den Rezensionen zur Ur-Version kam bei aller Begeisterung der Leser auch immer wieder Kritik an Grammatik- und Tippfehlern, den Kinderkrankheiten vieler self-publishing Bücher auf. Nun findet man mit dem Amulett nicht zuletzt auch dank der liebevoll gestalteten Illustration eine vergnügliche Entspannungs-Lektüre, durchaus auch geeignet für nicht so fiction-affine Leser .

Diskussion dieser Rezension im Blog der Literaturzeitschrift


Genre: Fantasy
Illustrated by Santicum Medien GmbH Villach

Die Drachen der Tinkerfarm

Mutter Jenkins möchte Singleferien machen. Doch wohin mit ihren halbwüchsigen Kindern Tyler und Lucinda? Die Nachbarin muffelt und müffelt, ein Sommercamp ist unbezahlbar. Rettung naht in Gestalt des alten Onkels Gideon Tinker, der die Kinder brieflich zur Sommerfrische auf seine Tinkerfarm lädt. Niemand hat bisher von diesem Onkel gewusst, aber das macht ja nichts. Zumindest der Mutter nicht. Da können Tyler und Lucinda noch so oft betonen, dass Heuwagen-fahrten nicht die Erfüllung ihrer Träume sind, ehe sie sich versehen, sitzen sie im Zug und harren der Kühe, die sie dort bestimmt melken und dem Mist, den sie kratzen müssen. Und Internet oder eine Playstation gibt es dort bestimmt auch nicht. Dafür sind sie angehalten, im Zug eine eigenartige Anleitung des Onkels zur Pflege von Kühen zu studieren. Dass sie dabei Asbestanzüge tragen sollen, macht sie nun doch neugierig.
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Genre: Fantasy
Illustrated by Klett-Cotta Stuttgart

Shadowmarch 4 • Das Herz

Im vierten und letzten Band der Tetralogie »Shadowmarch« bringt Tad Williams sein Desaster-Epos vom Aufstieg, Fall und Untergang mächtiger Reiche zu voller Blüte. Die Geschichte gipfelt in einem gewaltigen Krieg, den keiner gewinnen kann und der selbst ärgste Feinde zu Verbündeten macht. Quar und Funderlinge schließen sich zusammen gegen den wahnsinnigen Autarchen Sulepis, Gottkönig des Großreiches Xis, der in der Mitsommernacht mit dem Blut von König Olin dunkle Götter erwecken will, die voller Zorn auf alles Lebende sind. Weiterlesen


Genre: Fantasy
Illustrated by Klett-Cotta Stuttgart

Felis Vigor

\"nurel\"

Lediglich seinen Namen erinnert der junge Nurel, als er dem Tode nahe von drei Kämpfern in einem Waldstück aufgelesen und gepflegt wird. Alles andere liegt verschüttet im Brunnen seiner Erinnerung, und er erfährt nur stückweise seine Biographie. Danach wurde er in einem dunklen Verließ gefangen gehalten und mit schwarzmagischen Ritualen gequält. Alles deutet darauf hin, dass der Knabe in einen Katzenmenschen verwandelt werden soll.

Angela Planert beschreibt in ihrem Roman das Sich-Entdecken des jungen Helden Nurel, der hin und her gerissen ist zwischen den Kräften heller und dunkler Mächte. Die schwarze Macht wird mit Hilfe geheimnisvoller roter Mondsteine ausgeübt von einem bösen Zauberer und seiner Helferin Kujana, die den Jungen abhängig machen und in verbrecherische Dienste stellen wollen. Die helle Macht hingegen, über die einige seiner neuen Freunde verfügen, bedient sich heilkräftiger weißer Mondsteine. Überhaupt spielt der Mond und sein Einfluss eine wesentliche Rolle in diesem Fantasy-Roman, den die Schriftstellerin, gemeinsam mit ihren inzwischen drei weiteren Romanen als »Selenorische Bücher« bezeichnet. Den Begriff leitet sie von der mythologischen Mondgöttin und Titanin Selene ab.

Die Autorin, die sich in ihrem Weblog selbst »Nurel« nennt und damit ihre Identifikation mit dem Protagonisten des vorliegenden Romans verdeutlicht, legt mit »Felis Vigor« eine atemberaubend spannende Erzählung vor. In lebendigen Dialogen wird das Wechselbad der Gefühle deutlich, die der Hauptheld durchlebt. Dabei versteht es die Autorin geschickt, den Spannungsbogen zu halten und ihn durch immer neue Ereignisse und Figuren stark zu steigern. Am Ende des 332 Seiten starken Werks weiß Nurel zwar einiges über sich und seine vermutliche Herkunft, doch der inzwischen ebenfalls veröffentlichte Roman »Vigor« beschreibt sein weiteres Schicksal, und das dürfte kaum weniger spannend sein.

Beachtlich ist, dass Angela Planert spontan und ohne jedes Exposé oder lektorale Hilfe ihre Romane schreibt. Angeregt von einer Freundin und motiviert durch die amerikanische Autorin Julia Cameron setzt sie sich in ihrer freien Zeit an den Schreibtisch und schreibt spontan los, wobei sie nach eigenen Angaben der Fortgang der Handlung überrascht. Das vorliegende Ergebnis ist beachtlich und wurde zu Recht beim 1. Fantasy-Award ausgezeichnet.

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Genre: Fantasy
Illustrated by Amicus Föritz

Shadowmarch 2 • Das Spiel

Mit dem Vormarsch einer Riesenstreitmacht der elbischen Qar unter Führung von Fürstin Yassamez gegen Südmark scheint die Welt aus den Fugen zu geraten. Im Reiche König Olin Eddons, der selbst gefangen in Hierosol sitzt und gegen ein hohes Lösegeld ausgetauscht werden soll, findet ein heimlicher Umsturz statt, der die Tolly-Brüder an die Macht bringt. Weiterlesen


Genre: Fantasy
Illustrated by Klett-Cotta Stuttgart

Otherland 4 • Meer des silbernen Lichts

Der vierte und letzte Band der »Otherland«-Reihe reißt die auf der Suche nach den verlorenen Kindern befindlichen Gefährten vollständig auseinander und lässt sie in verschiedenen Simwelten wieder auftauchen. Sie erleben dort atemberaubende Verfolgungsjagden und hasten von einem lebensbedrohenden Abenteuer in Märchen- und Mythenwelten in die nächste Umgebung. Weiterlesen


Genre: Cyberspace-Saga, Fantasy, Science-fiction
Illustrated by Heyne München

Eragon

Der junge Eragon entdeckt beim Jagen einen geheimnisvoll schimmernden Stein. Der seltsame Fund entpuppt sich als Ei eines Drachens, das ihm die Magie des Zufalls in die Hände gespielt hat. Tatsächlich springt die Eischale auf und eine junge Drachendame schlüpft: Saphira. Mit Hilfe eines alten Geschichtenerzählers erfährt Eragon die Bedeutung seines Funds: er ist zum Drachenreiter bestimmt. Drachenreiter schienen ausgestorben und wurden vom regierenden Diktator Galbatorix vernichtet, der sich damit seine düstere Herrschaft sicherte.

Die Kunde von der Wiedergeburt der Drachenreiter weckt Hoffnung auf Befreiung. Sie lockt aber auch allerlei Gegner und Feinde, die Eragons Familie weitgehend auslöschen, um den Jungen in ihre Gewalt zu bekommen. Ihm bleibt keine andere Wahl, als zu fliehen. Auf seiner weiten Reise ins Unbekannte trifft er Menschen, Ungeheuer, Elfen, Zauberer und lernt im Umgang mit ihnen, seine Fähigkeiten zu schulen und zu entwickeln. Er befreit eine Elfenprinzessin und schafft es im letzten Augenblick, seinen blutrünstigen Verfolgern zu entkommen und bei den Zwergen und Varden Unterschlupf zu finden.

Doch bald greifen die Mächte der Finsternis seinen Aufenthaltsort an und führen einen gewaltigen Schlag gegen das Reich der Zwerge. Eragon muss alle Kräfte und Fähigkeiten einsetzen, um seinen neuen Freunden beizustehen und den sicheren Untergang abzuwenden.

Der erste Band der Fantasy-Saga liest sich trotz seiner 730 Seiten geschmeidig und spannend. Das Werk ist ein echtes Jugendbuch. Es empfiehlt sich für diejenigen Leseratten, denen Tolkiens »Herr der Ringe« zu intellektuell und Tad Williams »Shadowmarch« zu vielschichtig ist. Aber auch ältere Leser können viel Freude bei der Lektüre empfinden. Serviert wird spannende Unterhaltung, und wer den ersten Band verschlungen hat, wartet gespannt auf die Fortsetzung der dramatischen Odyssee.

Interessant ist, den Werdegang des Bestsellers zu beleuchten. Christopher Paolini verfasste den ersten Band seiner Saga im zarten Alter von fünfzehn Jahren. Seine Familie unterstützte ihn mit Lektorat und brachte den Band schließlich im Eigenverlag heraus. Gemeinsam mit seiner Mutter unternahm der junge Autor, der nie eine öffentliche Schule besucht hat, eine gigantische Leserreise durch die USA und gewann tausende begeisterte Anhänger. Schließlich entdeckte ein Großverlag das Buch und nahm es in sein Programm auf. Als schließlich der Buchkonzern Random House den Autor unter seine Fittiche nahm, konnte der weltweite Drachenflug Eragons starten. Inzwischen ist das Buch verfilmt und der zweite Band in deutscher Sprache erschienen.


Genre: Fantasy
Illustrated by Bertelsmann München