Rezensenten haben mitunter ein entbehrungsreiches Leben. Zur sachgerechten Beurteilung des vorliegenden Buches von Alexandra Klobouk bin ich eigens in die Türkei gereist und hoffe nun, dass der Spesenetat des Verlags Onkel & Onkel dies verträgt. Schließlich ist es für alle Beteiligten von Vorteil, ein Buch, das dem Leser die Türkei und ihre Menschen näher bringen will, vor Ort zu lesen und anzuwenden.
Anzuwenden gibt es mittels dieses Buches einiges. Es handelt sich um einen Reise-, Kultur- und Menschenführer der besonderen Art. Mit wenigen Federstrichen, es handelt sich nämlich eher um einen Comic als um ein Lesebuch, schafft es die Autorin, mit gängigen Vorurteilen aufzuräumen. So sind Türken eben nicht nur laut schreiende Gemüsehändler, pubertierende Halbwüchsige mit Goldkettchen und verhüllte Frauen. Es sind in erster Linie ungemein liebenswerte Zeitgenossen mit großem Herzen und ausgeprägter Gastfreundschaft.
Um die Türkei besser kennen zu lernen, schrieb sich die Autorin für ein Semester in einer Istanbuler Universität ein und blieb sieben Monate in der Stadt, von der keiner so genau weiß, ob sie 18 oder 20 Millionen Einwohner hat. In ihrem Buch teilt sie ihre Erfahrungen: Sie erläutert die fast rituelle Bedeutung des Tee- und Kaffeetrinkens. Sie schildert die Bedeutung des Essens und die Fähigkeit der Bevölkerung, sich stundenlang darüber zu unterhalten. Sie führt mit einem winzig kleinen Türkischkurs in die Sprache ein und zeigt, dass Kommunikation zwischen Menschen wichtig ist, um ein Ziel zu erreichen.
Klobouk gibt schließlich Beispiele für die Schönheit und Bildhaftigkeit der türkischen Sprache. »Hosgeldin« (Willkommen!) heißt wörtlich »Du bist zur rechten Zeit gekommen« und »Geçmis olsun« (Gute Besserung!) bedeutet »Möge es Vergangenheit sein«.
Im Ergebnis handet es sich um ein zauberhaftes Buch, das nicht nur in künstlerischer Hinsicht interessant, sondern auch inhaltlich viel bietet. Es ist ein sympathischer Reisebegleiter oder auch ein Geschenk für jeden, der sich für Land und Leute interessiert und – wie der Untertitel andeutet – »auch keine Ahnung hat«.
Steinfest beginnt seinen genremäßig phantastischen Roman mit einer gewaltigen Explosion: Manager Sixteen Braun beobachtet im südlichen Taiwan, wie ein toter Pottwal auf einem Schwertransporter durch die Straßen gefahren wird. Augenblicke später wird er im Koma liegen, die im Inneren des riesigen Tieres metabolisierenden Gase lassen den Meeresriesen explodieren, Braun wird hart von Innereien getroffen und verliert das Bewusstsein.
Linda Förster läuft Gefahr, vollkommen den Verstand zu verlieren. Dabei hat die 29-jährige Grundschullehrerin, die nach einem Verkehrsunfall mühsam aus mehrtägigem Koma erwacht, schon in ihrer Kindheit viel durchmachen müssen. Sie wurde entführt und von einem psychotischen Täter in ein Erdloch gesperrt, aus dem sie nur gerettet wurde, weil der ermittelnde Kriminalist bei der Täterbefragung härter zufasste, als es das Regelwerk gestattet. 

Durch den mit einem Oscar als bester Film des Jahres 2014 ausgezeichneten