Micky-Maus-Magazin 21 (MM 21)

Cover Jubiläums-Produkte 100 Jahre Disney

Inhalt

„Rudi Ross: Flammende Leidenschaft“: Rudi bricht – von Klarabella und ihren romantischen Serien genervt – zur Arbeit auf. Er ahnt nicht, dass er diesmal keinen normalen Arbeitstag haben, dafür aber als Feuerwehrmann einen Einsatz fahren wird.

„Dagobert Duck: Der Pharao ist nicht froh“: Gundel Gaukeley hat es geschafft und Dagobert seinen Glückszehner gestohlen. Allerdings landet sie durch einen vermurksten Zauberspruch im alten Ägypten und soll mit dem Pharao verheiratet werden.

„Strolchi: Die kleinen Schwestern“: Strolchi ärgert, dass ihm seine Schwestern immer in die Parade fahren, wenn er etwas ausheckt. Deshalb will er ihnen einen Denkzettel verpassen.

„Minnie Maus: Kampf mit dem Phantom“: Micky jagt wieder das Phantom, kommt aber nicht weiter. Erst als Minnie einschreitet, kommt Bewegung in die Sache.

„Gundel Gaukeley: Zu weit gereist“: Aus Versehen landet Gundel in der Zeit der Hexenverbrennung und entkommt nur knapp, weil sie dem Herrscher ihre Dienste anbietet. Das aber führt zu einer schlechten Entwicklung der Geschichte.

„Donald Duck: Traumpaar in Gefahr“: Donald und Daisy machen Urlaub am Strand. Dabei stößt Donald auf eine Diebesbande, die das berühmte „Traumpaar von Millionen“ ausrauben will.

„Dagobert Duck: Die Macht der Geschichten“: Dagobert will wissen, wie sich seine Geschäfte in der Zukunft weiterentwickeln. Er bittet Daniel Düsentrieb um Hilfe und reist in die Zukunft. Dort trifft er auf eine friedliche Welt ohne Geld.

„Micky Maus: Der Wünschelruten-Finger“: Außerirdische wollen der Erde etwas Gutes tun und verwandeln Goofys Zeigefinder in eine Wünschelrute für das Finden von Erdöl. Sie ahnen allerdings nicht, was sie damit anrichten.

Frauenfeindlichkeit in Entenhausen – manchmal unreflektiert weitertransportiert, manchmal aber auch kritisch reflektiert (zum Glück!)

15 Geschichten im Extra-Heft, das dem LTB nachempfunden ist, und 5 im Hauptheft bieten viel Lesefutter. Das Hauptheft kommt wie gewohnt mit Rätselcomics, dem Enten-Kurier, Witzen, Tipps, Tricks und Zusatzinfos zu wichtigen Tagen des Monats einher.

Das Magazin bietet diesmal nicht die üblichen Extras/Gimmicks, sondern wie oben schon erwähnt als Extra „Micky Maus Extra Comic-Spaß Nr. 2“. Das Hauptheft wird also mit einer kleineren Ausgabe eines LTB als Zugabe mit noch mehr Comics unterstützt. Das ist zunächst etwas Gutes, denn Lesen bildet in vielerlei Hinsicht: Rechtschreibung, Ausdruck, Erweiterung des Weltbildes u.a. Aber gerade zu Letzterem kann unreflektiertes Lesen auch zu Weltbildern führen, die Ungutes aufbringen oder zementieren.

Gerade die Geschichte „Rudi Ross: Flammende Leidenschaft“ ist wirklich ein Unding, was Geschlechterklischees angeht: Klarabella wird komplett als Frau erniedrigt und der Lächerlichkeit preisgegeben! So etwas dürfte es weder in Comics und erst recht nicht in der realen Welt geben! Das fängt schon an im ersten Panel und wird im weiteren Verlauf nicht besser, eher im Gegenteil. Aber zurück zum Anfang. Klarabella schaut einen Liebesfilm und Rudi sagt ungehalten: „Bekomme ich noch eine Tasse Kaffee, bevor ich zur Werkstatt gehe?“ In dieser Szene sieht das kritische Auge schon gleich mehrerlei: Klarabella ist in der Position der Hausfrau und ihre ARBEIT wird nicht wertgeschätzt, ganz im Gegenteil, sie wird als selbstverständlich hingenommen und gleich abwertend kommentiert, wenn der Mann einmal nicht umsorgt wird. Und seine Arbeit ist, weil sie Geld bringt, eh wichtiger. Gruselig! Genauso gruselig geht es weiter. Hinter Klarbaellas Klage, dass sie wegen genau diesen Kommentaren Liebesfilme schaut (als Ersatz für das, was sie leider bei Rudi nicht findet), cancelt Rudi ab, anstatt sich zu fragen, welcher Wunsch seiner Frau hinter der Klage steckt. Denn würde er sich das fragen, käme Folgendes heraus: der Wunsch ist der der Wertschätzung und ehrlichen Liebe – Grundpfeiler einer Beziehung – der von Rudi definitiv nicht erfüllt wird. Einmal über den echten Sinn von Romantik nachzudenken, empfiehlt Klarabella Rudi zwar, aber der ist für Denkarbeit und Emotionsarbeit überhaupt nicht zu haben. Da kommt das Manko der Erziehungsarbeit bei Jungen zum Tragen: Sie werden weder dazu erzogen, sozial zu denken und zu handeln noch positive Emotionen zuzulassen und als wertvoll zu erachten. Aber gerade das Soziale und Emotionale macht eine Gesellschaft aus und stabilisiert sie. Männer dagegen sind durch patriarchale Strukturen emotional und sozial amputiert. Rudi präsentiert das toxisch Patriarchale in Reinform: die Missachtung der Frau, und zwar umfassend. Kein Wunder, dass sich Klarabella dagegen wehrt und sich Ersatz z.B. in Form von Liebesfilmen sucht. Als sie endlich vermeintlich Wertschätzung erfährt, weil ein Feuerwehrmann (und dann auch noch Rudi) sie aus dem Feuer rettet, wird sie im letzten Panel komplett der Lächerlichkeit preisgegeben, indem sich die Männer über sie in ihrer (unverschuldet) misslichen Lage lustig machen. Ehapa sollte sich wirklich übergelegen, ob solche frauenfeindlichen Comics überhaupt noch veröffentlicht werden dürfen!

Und es bleibt ja nicht bei einem frauenfeindlichen Kaliber, nein, es muss ja noch ein zweites her. Zumindest scheint es vordergründig bei „Strolchi: Die kleinen Schwestern“ so. Strolchi wertet permanent seine drei kleinen Schwestern ab mit Aussagen wie „alberner Mädchenkram“, dass sie Petzen sind, und dass er ihnen Streiche spielen will, um ihnen zu schaden (verharmlost: ihnen einen Denkzettel zu verpassen). Der geht zwar nach hinten los, aber Strolchi – ganz patriarchaler Junge – sieht überhaupt nicht ein, dass er sich durchgehend falsch verhalten hat. Er kommt überhaupt nicht auf die Idee, dass dem so wäre, obwohl es ihm sowohl Schwestern, Mutter als auch Vater sagen, die alle gar nicht damit einverstanden sind, wie Strolchi sich verhält und damit nicht nur sich in Gefahr bringt. Gut an diesem Comic: Die Mädchen stehen am Ende nicht wie Klarabella schlecht da, ganz im Gegenteil. Sie nutzen eine missliche Lage zu ihrem Vorteil, indem sie ausgesetzte Katzen retten und von ihrem Vater (!) sehr für ihr soziales Verhalten gelobt werden: „Mädchen …ihr seid Heldinnen!“

Dass Männer Frauen nicht ernst nehmen, es aber besser tun sollten, zeigt auch „Minnie Maus: Kampf mit dem Phantom“. Micky nimmt ihre Warnung nicht ernst und landet im Schlamassel. Dazu kommt, wie bei Klarabella, das abgelutschte und überhaupt nicht realitätsnahe Klischee, dass die Frau als Opfer ständig gerettet werden muss – bei der Phantom-Story sogar zweimal, herrje! Dann aber wendet sich zum Glück das Blatt: Micky entpuppt sich als schwach und Minnie rettet nicht nur die Situation, sondern auch aller Leben. Anbei bezeichnende Dialoge: „Pah! Dich könnte ich auch ohne meinen Kräfte-Verstärker-Anzug locker bezwingen, teure Minnie!“ (Phantom, Paradebeispiel, wie sehr eine Frau verachtet und unterschätzt wird) Minnies Reaktion ist ebenfalls bezeichnend für die Situation von Frauen im Allgemeinen und wie sehr ihnen die ständige Abwertung stinkt: „Tut einfach so, als wäre ich Luft für ihn! Aber dem werde ich zeigen, was es heißt, einer Dame keine Aufmerksamkeit zu schenken!“ Auch Minnies Reaktion auf Mickys Feigheit ist bezeichnend (denn sie steht für die Stärke der Frau im Alltag und die Schwäche des Mannes in genau demselben): „Ja, weil du auf den Knien lagst, anstatt zu kämpfen!“ Micky: „Du hast doch gesagt, dass ich ihn nicht mit Körperkraft besiegen kann!“ Minnie: „Weshalb du ihn ja auch überlisten solltest! Nur hast du mir mal wieder nicht zugehört! Egal! Hauptsache, ich habe es geschafft, das Phantom auszuschalten.“ Sie betont extra, dass SIE es war, die die Situation gerettet hat. Und (was leider für Frauen nicht alltäglich ist) die Wertschätzung, die man ihr gegenüber als selbstverständlich erachten sollte. Im Gegensatz zu Strolchi ist Micky reflektiert – er erkennt Minnies Leistung an: „Die haben Recht! Minnie war echt klasse! Allerdings wird das Phantom eines Tages wiederkommen…  tja, und dann… hoffe ich, dass ich Minnie dabei helfen darf, es noch einmal zu überlisten!“ Micky setzt also sogar noch eins drauf: Er gibt den Posten im männlichen Scheinwerferlicht ab und erkennt an, dass Frauen es mindestens genauso verdient haben, im Rampenlicht zu stehen und die volle POSITIVE Aufmerksamkeit zu bekommen wie Männer. Davon ist Rudi in der unsäglichen Geschichte oben noch weit entfernt.

Auch Gundel, die in den Comics immer schlecht wegkommt, ist eigentlich eine selbstständige Frau, die sich von nichts und niemandem etwas sagen lässt (was im Patriarchat nicht gern gesehen wird). In „Dagobert Duck: Der Pharao ist nicht froh“ trickst sie nicht nur Dagobert aus, sondern macht glasklar, dass eine Frau auch sehr gut ohne Mann auskommt – er aber anscheinend nicht ohne sie, wie der Pharao demonstriert. Sie ist auch ein gutes Beispiel dafür, dass eine Frau eben nicht rollenklischeemäßig immer gut und sozial sein muss, denn es gibt unter Frauen eine sehr große Bandbreite an Charakteren, die eben nicht in Klischees und männliche Wunschträume passen.

In „Gundel Gaukeley: Zu weit gereist“ demonstriert Gundel genau das. Aber es ist schon sehr bezeichnend, dass sie für ihr antisoziales Verhalten abgestraft wird, während Dagobert mit seinem permanent antisozialen Verhalten jedes Mal ungestraft davonkommt. Aber zumindest wird in dieser Geschichte ebenfalls gezeigt, dass Hexen zu Unrecht ständig als böse hingestellt werden: Hexen sind eigentlich alte, weise Frauen, die das Patriarchat dämonisiert hat. Hexen sind Zaunreiterinnen, „auf den Hecken Sitzende“: Hecken als Grenzen, und damit Hexen als Grenzwächterinnen, und zwar als Grenzwächterinnen zwischen dem Diesseits und dem Jenseits. Mit ihren Besen reinigen sie sowohl im Alltag als auch spirituell das Haus. Mit dem Kessel stellen sie nicht nur Nahrung her, sondern auch Medizin – Kessel gelten bzgl. des Göttinnen-Glaubens als mächtiges Beiwerk der Transformation.

In „Traumpaar in Gefahr“ werden zwei Dinge deutlich und auch kritisiert: Zum einen der Unterschied zwischen Schein und Sein. Der (nicht so) „schöne Schein“ wird in Bezug auf Fernsehen und Social Media kritisiert, weil sich dort Menschen relativ einfach eine Schein-Identität aufbauen können, die mit der Wirklichkeit wenig bis nichts zu tun hat. Das „Traumpaar von Millionen“ ist so ein Fake-Ehepaar, das nur vor der Kamera eine glückliche Ehe und Familie mimt und damit alle an der Nase herumführt. Sie stellen sich als zerstrittenes Paar ohne Kinder heraus; der Mann ist feige, die Frau nutzt Männer aus. Donald und Daisy dagegen repräsentieren sozusagen ein ganz normales Paar, wobei Donald sich nichts aus Fernseh- oder sonstigen Helden macht, aber dann anpacken kann, wenn es notwendig ist. Zum zweiten allerdings werden Rollenklischees deutlich: Daisy interessiert sich für oberflächlichen Klatsch und Tratsch und gilt damit auch automatisch als oberflächlich. Noch weiter negativ vertieft wird das durch ihren Ausruf, dass Donald, weil er das „Traumpaar“ nicht kennt, ungebildet sei. Donald dagegen interessiert sich überhaupt nicht für das, was seine Freundin zu sagen hat und ist stattdessen sichtbar gelangweilt. Von Wertschätzung der Frau gegenüber keine Spur. So oder so: Das Bild, dass beide Paare abgeben, ist kein gutes für eine funktionierende Liebesbeziehung.

Insgesamt bietet das Extra-Heft, abgesehen von oben genannten Kritikpunkten, Abwechslung: Geschichten rund um die Panzerknacker, Donald und Daisy, Klarabella und Rudi, Donald und seine Neffen, Gundel Gaukeley, Strolchi usw. Der Fokus wird teilweise auf Herbst-Geschichten und Halloween (mit Einbezug von Sagen) gelegt, z.B. in „Halloween-Horror“.

Die Macht der Literatur und der Geschichten

Im Hauptheft wird in „Macht der Geschichten“ und welches Potential Geschichten oder überhaupt Kreativität für die Entwicklung der Menschheit hat, deutlich herausgearbeitet. „Geschichten beflügeln unsere Fantasie. Sie lassen uns die Welt mit anderen Augen sehen, sie bringen uns auf neue Ideen. Und jeder Fortschritt ist zuerst eine Idee, eine Erzählung, die dann Wirklichkeit wird. So können Geschichten die Welt verändern“, heißt es am Anfang. In der Geschichte selbst werden die Traumreich-Geschichten dazu benutzt, Frieden und Wohlstand in der Welt zu schaffen und Leute zu animieren, ihr Bestes zu geben und Träume zu verwirklichen. Literatur hat Macht. Das ist auch der Grund für Bücherverbrennungen in Diktaturen, denn die Macht des geschriebenen Wortes und die darin enthaltenen Ideen und klugen Gedanken sprengen Ungerechtigkeiten und werden deshalb von Diktatoren gefürchtet. Das sollten sich allerdings auch die Macher der Disney-Geschichten selbst zu Herzen nehmen, um Ungerechtigkeiten wie Frauenfeindlichkeit und die Zementierung der unguten Rollenklischees aus ihren Geschichten zu verbannen und stattdessen lieber mehr Geschichten mit Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit zu schreiben und dabei sowohl die bunte Vielfalt der Menschen als auch der Natur – ohne die kein Mensch leben könnte, Stichwort Umweltschutz -miteinzubeziehen!

Darüber und mehr noch über Habgier in Bezug auf konventionelle Energiegewinnung mit Erdöl geht es in „Der Wünschelruten-Finger“. Hier wird deutlich (und auch indirekt kritisiert), dass das vermeintlich Gute, das Öl, nur zu umfassendem Raubbau und Ausbeutung führt. Und Goofy, der vermeintliche Trottel, steht für die Stimme der Vernunft, indem er diesem Öl gegenüber keinerlei Habgier zeigt und im Gegenteil froh ist, dass sein Wünschelrutenfinger irgendwann nicht mehr funktioniert.

Fazit

Die Macher der Disney-Hefte und LTB sollten sich ihre eigene Geschichte „Die Macht der Geschichten“ mehr zu Herzen nehmen, um auch in ihren Geschichten eine Welt der Umwelt- und Tierrechte, der Frauenrechte und insgesamt der Menschenrechte zu erschaffen! All dies kommt zwar immer mal wieder vor, aber Frauenfeindlichkeit in den Comics ist leider immer noch vorhanden und über Umwelt- und Tierrechte wird zu wenig geschrieben, ebenso wenig über Menschen mit Handicap, Menschen mit anderen Hautfarben oder über die LGBTQ+-Szene. All dies, auch wenn gewisse Kräfte das gern ausblenden, gab es schon immer und gibt es auch weiterhin – die Natur in all ihrer unendlichen Vielfalt ist Vorbild, auch in Bezug auf menschliche Vielfalt.


Genre: Comic, Frauenrechte, Umweltrechte
Illustrated by Egmont Ehapa

Micky Maus Magazin (MM) 20

Inhalt

Feinschmeckercomic „Erfolgsrezept“: Onkel Dagoberts Restaurant läuft nicht gut. Die Leute wünschen sich einfaches, schmackhaftes Essen und keine überteuerte, gehobene Kulinarik. Donald fühlt sich aufgrund seiner Kocherfahrungen mit Hausmannskost zu Höherem berufen und bietet an, für das Restaurant zu kochen. Seine Neffen und Daisy helfen mit, aber Donald verschätzt sich und die Neueröffnung wird ein Desaster. Starkoch Nelson Knüller soll es richten, aber bekommt er dieses Chaos überhaupt noch in den Griff?

„Duell der Drohnen“: Rudi hat sich eine Drohne gekauft, die er ausprobieren will. Dabei kommt er einem Mini-Raumschiff in die Quere, das nach einem Zusammenprall abstürzt.

Donni Duck „Zeitungszoff“: Der kleine Donald alias Donni will unbedingt ein neues Spiel haben, aber Oma Duck gibt ihm nicht das Geld dafür. Das soll er sich als Zeitungsjunge selbst verdienen. Weil aber seine Lieblingsfeindin Raffaela schon als Austrägerin eingestellt ist, verhandelt Donni mit ihr: Er fährt für einen bestimmten Betrag die Tour – bis er merkt, dass er über’s Ohr gehauen wurde.

„Die widerspenstige Henne“: Oma Duck hat eine Henne im Stall, die macht, was sie will. Und brüten will sie nicht. Was tun?

„Das Geheimnis der Dinos“: Um sein Vermögen zu mehren, macht Onkel Dagobert mit seinen Neffen einen Krater im Meer ausfindig, in dem ein Asteroid eingeschlagen ist. Aber er hat nicht damit gerechnet, dass er dort auch noch Dinos vorfindet.

Geschichten mit Botschaften: sozial, tierfreundlich, gegen Ausbeutung, aber zu wenig People of Color

Das Magazin wartet mit 2 Rätselcomics, einem Interview mit Starkoch Nelson Müller und einem Rezept, Witzen, Tipps, Tricks, dem Entenkurier, Extrawissen zu wichtigen Monatstagen und 5 unterschiedlichen Geschichten auf.

In der Titelgeschichte „Erfolgsrezept“ tritt Starkoch Nelson Müller als Nelson Knüller auf. Es ist gut, dass Menschen mit anderer Hautfarbe Eingang in das Entenhausener Universum finden. Allerdings würde ich mir genau das deutlich mehr wünschen, denn obwohl das Walt-Disney-Universum aus Amerika stammt und sehr viele Afroamerikaner*innen in den USA leben, kommen andersfarbige Darsteller*innen kaum vor; im Übrigen auch keine Indigenen. Da besteht dringend Nachholbedarf! Selbst wenn hier Nelson Müller einen Auftritt hat, ist es leider doch nur ein kurzer Gastauftritt – kaum ist er im Restaurant, schon wird er von Donald wieder hinauskomplimentiert. Und Donald glänzt in dieser Geschichte nicht mit Menschlichkeit, sondern ist nur auf sein eigenes Wohlergehen bedacht und sich nicht zu schade, Ideenklau zu betreiben. Da denkt man doch automatisch an Ideenklau im Internet oder in wissenschaftlichen Arbeiten…

In „Duell der Drohnen“ lernt Rudi das gute Gefühl zu schätzen, hilfsbereit zu sein. Hilfsbereitschaft ist essentiell für ein soziales Miteinander. Der Comic spricht allerdings auch die Kehrseite an: Es gibt immer Leute, die Hilfsbereitschaft ausnutzen, damit asozial handeln und dazu beitragen, dass anstatt Vertrauen sich Misstrauen breitmacht – mit den entsprechenden Konsequenzen.  Die Ausnutzer*innen von denen zu unterscheiden, die wirklich Hilfe brauchen, ist allerdings manchmal nicht so einfach.

In „Zeitungszoff“ sieht man im Kleinen das Prinzip des reinen Kapitalismus ohne die soziale Marktwirtschaft: Unterbezahlung und das ständige Über’s-Ohr-Hauen kommen einem in der Realität doch sehr bekannt vor. Und der Comic zeigt sehr eindrücklich, wohin so ein Mist letztlich führt: Echte Wertschätzung bzgl. der Finanzen und der Arbeitskraft sehen definitiv anders aus.

„Die widerspenstige Henne“ zeigt, dass auch unter guten Bedingungen gehaltene Hennen (Bio-Haltung) letztlich nur dazu dienen, Eier zu liefern – in Dauerschleife, ohne Pause. Dagegen wehrt sich eine Henne und macht Oma Duck klar, dass sie ein Lebewesen und keine Maschine ist. Das erinnert sehr daran, was der Tierschutz immer bzgl. Haltungsbedingungen und Speziesismus beklagt. Aber auch gerechte Arbeitsverteilung ist ein Thema: Die Frau (Oma Duck) macht die ganze Arbeit, während sich der Mann (Franz) ausruht. Irgendwann führt das dazu, dass die Frau eine solche ungerechte Arbeitsteilung nicht mehr mitmacht, wie Oma Duck beweist.

„Das Geheimnis der Dinos“ zeigt, dass man nicht immer alles zu Geld machen muss – und die geldgierige Vorgehensweise etwas viel Wertvolleres zerstört, nämlich archäologische Funde.

Fazit

Die Geschichten sind eingängig und spannend, aber auch hintersinnig, wenn man sich mit den versteckten Botschaften beschäftigt.


Genre: Comic
Illustrated by Egmont Ehapa

„Der Kolumbusfalter“ und andere Abenteuer (LTB 1)

Cover Jubiläums-Produkte 100 Jahre Disney.

Vorab

Zum 100-jährigen Jubiläum von „Walt Disney Company“ hat Ehapa u.a. das erste Lustige Taschenbuch (LTB) neu aufgelegt. „Der Kolumbusfalter“ von 1967 ist dabei laut Verlag der „Auftakt zu Tausenden Geschichten, die noch folgen werden“.

Beim Lesen dieser ersten LTB-Geschichten ist mir eins sofort ins Auge gesprungen: Die einzelnen Geschichten werden durch eine Überleitung miteinander verbunden. Das kenne ich von den neueren LTBs nicht mehr, würde es mir aber für sie zurückwünschen, da man so besser von einer Geschichte in die nächste hinübergleiten kann. Ich empfinde das als sehr angenehm.

Inhalt

„Der Kolumbusfalter“: Gitta Gans hat wegen der ständigen Absagen Onkel Dagoberts zu einem Geschäftseinstieg ein eigenes Geschäft aufgemacht, das mittlerweile so gut läuft, dass es dem alten Geizkragen Konkurrenz macht: Bunte, handbemalte Stoffe nach originellen Mustern finden bei den Kund*innen reißenden Absatz. Onkel Dagobert schickt deshalb Donald und dessen Neffen los, um herauszufinden, warum Gitta so viel Erfolg hat. Was er nicht weiß: Seine Neffen spielen bei Gittas Erfolg eine Schlüsselrolle. Außerdem ist noch ein Schatz im Spiel, zu dem wiederum ein Schmetterling der Schlüssel sein soll.

„Die Zebra-Muschel“: Neuerdings interessiert sich Donald für seine Bildung. Deshalb besucht er eine Vortagsreihe über die Weichtiere des Meeres. Aber Onkel Dagobert hat anderes mit ihm im Sinn: Donald soll herausfinden, warum Dagoberts Kokosnuss-Plantagen vor dem Aus stehen. Donald und seine Neffen finden tatsächlich den Übeltäter und außerdem entdecken sie den wahren Wert der Zebra-Muschel.

„Der Gespenster-Schatz“: Donald als barmherziger Charakter bietet im Gegensatz zu seinem hartherzigen Onkel Dagobert einem heimatlosen Geist Zuflucht. Der Geist erzählt ihm aus Dankbarkeit von einem Schatz – allerdings wird dieser Schatz von anderen, nicht so freundlich gesonnenen Geistern bewacht.

„Donald im Jahre 2001“: Onkel Dagobert merkt, dass er alt wird und will deshalb prüfen, wer von seinen Neffen am besten dafür geeignet ist, seine Nachfolge und sein Erbe anzutreten. Deshalb schickt er Donald in das Jahr 2001 um zu sehen, was Donald mit seinem Erbe macht: verprassen, auf der faulen Haut liegen? Nein, noch schlimmer. So schlimm, dass Donald eine folgenschwere Entscheidung trifft.

Der gewisse Mehrwehrt, das Frauenbild und kapitalistisches Denken

Was ich mir von dieser Neuauflage gewünscht hätte: Nicht nur eine Wiederauflage der Storys selbst, sondern Hintergrundwissen z.B. zur Entstehung der Geschichten. Je eine Seite dazu wäre schön gewesen, um den Leser*innen einen gewissen Mehrwert zu bieten.

Außerdem hätte ich mir – wie immer – mehr weibliche Beteiligung gewünscht. Wobei es mich gefreut hat, dass Gitta Gans in der Rolle als unabhängige und erfolgreiche Geschäftsfrau dargestellt wird, die zudem einem alteingesessenen Mann ernsthafte Konkurrenz macht – zumal Dagobert (wie leider ebenfalls immer) verächtlich von Gitta spricht, sie abwertet und somit überhaupt nicht mit ihrem Erfolg rechnet. Bei ihm greift das hochpatriarchale Bild der Frau, die dumm ist und nichts kann. Das wird hier wohltuend auseinandergenommen. Allerdings spielt Gitta trotzdem nur am Rande eine Rolle; sie taucht nicht als Hauptfigur im Abenteuer auf. Ansonsten hat man als Leser*in den Eindruck, dass Frauen bis auf (äußerst) kurze Nebenauftritte im Duck’schen Universum keinerlei Rolle spielen. Entenhausen und alle Orte, die Abenteuer bieten, sind männlich: alle Haupt- und Nebencharas, alle Gesprächspartner, alle Ganoven, Gespenster usw. – männlich. Sehr unangenehm bis störend für die weibliche Leserschaft…

Was hier ebenfalls sehr gut zu sehen ist, v.a. bei Onkel Dagobert und Donald: Was richtet purer Kapitalismus ohne ethisches Handeln an? Auf die Spitze getrieben wird das in der letzten Geschichte, als Donald merkt, was aus ihm im Jahr 2001 geworden ist – er entscheidet sich deshalb lieber für seine Menschlichkeit als für den vermeintlichen Geldsegen und gegen das pure Wirtschaftsdenken, das umfassend alles, was Humanität ausmacht, vernichten würde. Ein klares Statement für vernünftiges Denken mit Gewissen! Das hat auch und gerade heute Aktualität, wenn man bedenkt, was Kapitalismus den Menschen und der Natur antut – Klimakatastrophe, konventionelle Landwirtschaft mit Pestiziden und Massentierhaltung inklusive Methan und CO2-Freisetzung in rauen Mengen, sowie Ausbeutung von Arbeiter*innen (hallo, Donald) und umfassender Umweltverschmutzung lassen grüßen, ebenso die Verhinderung der längst notwendigen Verkehrswende!

Fazit

Das erste LTB har sowohl Gutes als auch Schlechtes. Das Gute sind die Verbindung der einzelnen Geschichten und kurzweilige Abenteuer. Außerdem sagt Donald in einer der Geschichten dem kapitalistischen Denken ohne Ethik den Kampf an. Das Schlechte: Das Duck’sche Universum ist zu 99% männlich. Nur hin und wieder ist eine Frau in Sicht, dann aber auch nur kurz bis äußerst kurz.


Genre: Comic, Frauenbild, Kapitalismus
Illustrated by Egmont Ehapa

Disney 100: Lustiges Taschenbuch (LTB Sonderausgabe)

Cover Jubiläums-Produkte 100 Jahre Disney

Verbindung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Zur Feier von 100 Jahren Disney hat Ehapa letztes Jahr viele verschiedene Extras rausgegeben, u.a. dieses LTB. Es widmet sich 8 der ältesten bekannten Disney-Filme rund um Micky, Goofy und Donald Duck. Wo sich später die Wege von Micky und Donald eher trennen – Micky erlebt mehr Abenteuer mit Goofy, Donald mit seinen Neffen, Daisy und Onkel Dagobert – sind die 3 Hauptcharaktere in den frühen Episoden noch beisammen. Das vorliegende LTB ist so aufgebaut, dass zunächst Infos (Inhalt und Entstehungsgeschichte) sowie Bilder aus einem der bekannten frühen Filme den Leser*innen verständlich und prägnant nahegebracht werden und dann eine Hommage an den jeweiligen Film kommt, die je 100 Jahre in der Zukunft liegt. So werden mit ähnlichen Geschichten und sichtbar an die frühen Zeichnungen angelehnten Charakteren Vergangenheit und Zukunft verbunden. Die Gegenwart ist die Leser*innenschaft, die diese Abenteuer verfolgt.

Inhalt

Der Band beginnt mit einer Hommage an den Film „Lonesome Ghosts“ von 1937. Im Original rufen die Geister ihre Geisterjäger selbst und erlauben sich den ein oder anderen Spaß mit Micky, Goofy und Donald. Die Hommage „Gute Geister“ spielt neben diesem Film auch auf die „Ghostbusters“ aus den 80ern an: Micky, Goofy und Donald sind passionierte Geisterjäger, allerdings leider meist ohne Auftrag. Als sie schon fast aufgeben wollen, erhalten sie einen Auftrag des Verwalters der Villa Rabenstein, der eine Präsenz in der Villa spürt. Als die 3 Freunde nachschauen, finden sie nicht nur Geister, sondern auch Kater Karlo.

In „Trailer Horn“ von 1950 ärgern A- und Behörnchen Donald bei einem Campingausflug. In der Hommage „Außerirdischer Ausflug“ will Donald mit seinem schmalen Budget auf einem abgelegenen Planeten Urlaub machen und trifft dabei auf Y- und Z-Hörnchen. Die beiden wollen ihm nichts Böses, verursachen aber Chaos, weil sie Situationen gänzlich anders interpretieren als Donald.

„Mr. Mouse takes a trip“ von 1938 begleitet Micky und Pluto bei einer Eisenbahnfahrt nach Pomona. Schaffner Kater Karlo erlaubt aber keine Tiere im Zug, sodass sich eine wilde Verfolgungsjagd entwickelt. In der Hommage „Micky Maus macht einen Alltrip“ trifft Micky zwar auch auf Kater Karlo, diesmal aber ist der Kater der blinde Passagier, der Micky seine Fahrkarte klaut, und Pluto der gestrenge Schaffner.

In „Mickey’s Fire Brigarde“ von 1935 kämpfen die 3 Freunde nicht nur mit dem Feuer, sondern auch mit wild gewordenen Geräten. Die Hommage „Feuerkämpfer von morgen“ zeigt die 3 als Neulinge bei der Feuerwehr, die anstatt eines modernen, fliegenden Fahrzeugs ein altertümliches, klappriges Auto zugeteilt bekommen. Nur Mickys unerschütterlicher Optimismus rettet die 3 vor der vollständigen Blamage im Kampf mit einem wild gewordenen feurigen Außerirdischen, den Kater Karlo gefangen hat.

Noch tollpatschiger stellen sich alle 3 in „Boat Builders“ von 1938 an. Ohne jegliche Fachkenntnisse, aber mit viel Enthusiasmus versuchen sie ein Boot zu bauen. Mit ebenso wenig Fachkenntnissen gehen die 3 in der Hommage „Die Raumschiffbauer“ ans Werk. Nur dass hier die ausgebildeten Gärtner einem Meteoriten gegenüberstehen, der Kurs auf ihre Raumstation nimmt – der Raumschiffbau ist also überlebenswichtig und muss gelingen!

„Mickey’s Trailer“ von 1940 begleitet die 3 Freunde auf einem Campingtrip, der aus dem Ruder läuft – im wahrsten Sinn des Wortes. In der Hommage „Mickys Mars-Mission“ leben die 3 auf einer Station auf dem Mars und wollen das wilde Leben des Marses außerhalb der Station mit einem Campingwagen erkunden. Dabei werden sie begleitet von einem alten, kleinen Roboter, der den vollautomatischen Campingwagen als seine „Mama“ betrachtet – und dabei die Abenteurer ins Chaos stürzt.

1937 kam „Clock Cleaners“ heraus. Auch da passieren den 3 Freunden immer wieder Missgeschicke und Unfälle, als sie eine riesige Glockenuhr reinigen wollen. In der Hommage „Roboter-Reiniger“ müssen Micky, Goofy und Donald einen alten Riesen-Roboter säubern – den ersten seiner Art, der auf einer Parade mitmarschieren soll. Allerdings entwickelt das Getriebe nicht nur ein Eigenleben, sondern der Robo wird vom Phantom für seine eigenen Zwecke missbraucht.

In „Thru the mirror“ von 1936 schläft Micky nach dem Lesen von „Alice hinter den Spiegeln“ ein und träumt ein ähnlich surreales Abenteuer mit skurrilen Objekten. Die Hommage „Durch das Betaversum“ zeigt den Programmierer Micky, wie er versucht, das verrückt gewordene Spiel „Wonderversum“ wieder in den Griff zu bekommen.

Was alles in den Geschichten steckt

Die Hommage der einzelnen Filme orientiert sich in der Gestaltung vom Micky, Goofy und Donald sehr an den Originalfilmen, während das übrige Setting futuristisch ist (Science Fiction). Die Zeichenstile sind in der jeweiligen Hommage sehr unterschiedlich – sie reichen von sehr eckig und in Grundfarben bis hin zu detaillierter ausgemalten Panels, die z.T. an Buntstiftzeichnungen erinnern. Alle Comics greifen die Originalstory auf, bauen aber neue Elemente ein, die die Story z.T. in eine ganz andere Richtung lenken.

In „Gute Geister“ bekommt Kater Karlo, der als Gegenspieler im Original zwar angedacht, dann aber verworfen wurde, doch noch seinen Auftritt. Und die Geister machen sich keinen Scherz mit den Geisterjägern, sondern brauchen im Gegenteil deren Hilfe. In „Mr. Mouse takes a trip“ findet sich übrigens ein Detail, dass Harry Potter-Fans kennen dürften: Micky fährt von Gleis 16 ¾ ab. Ein wenig erinnert der alte Robo aus „Mickys Mars-Mission“ an den Film „Wall-E – der Letzte räumt die Erde auf“.

„Durch das Betaversum“ ist wie der Original-Film eine Anlehnung an Lewis Carolls Bücher „Alice im Wunderland“ und „Alice hinter den Spiegeln“. Walt Disney war viele Jahre lang fasziniert von den Geschichten Carolls und hat sie in diversen Filmen verarbeitet. In der Hommage wird deutlich, dass zu optimistische Technikgläubigkeit zu Problemen führen kann. Die Furcht, dass sich KIs selbstständig machen können, wird hier aufgezeigt und in einer konstruktiven Weise verarbeitet: Micky nimmt sich des Problems an, versucht zu ergründen, warum sich das Programm gegen Menschen wehrt, und behandelt die KI letztlich wie einen Menschen und kommuniziert mit ihm, um für alle eine gute Lösung zu finden. Das Wonderversum ist mit einzelnen seiner Charaktere angelehnt an das Wunderland.

Ansonsten zeigen die Geschichten, das eine ausgewogene Mischung aus Freundlichkeit (Goofy), Pessimismus (Donald) und Optimismus (Micky) letztlich einen guten Sinn für die Realität ergeben. Schade, dass dieses tolle Dreiergespann heutzutage kaum noch zum Einsatz kommt.

„Feuerkämpfer von morgen“ enthält den amerikanischen Traum: Micky, Donald und Goofy arbeiten sich von unten nach oben, bleiben dabei aber auf dem Boden der Realität und schätzen auch Altes wie das alte Feuerwehrauto (Liebe zum Oldtimer), denn auch Altes hat seinen Wert und seinen Sinn, u.a. als Blick in die Vergangenheit und Entwicklung der Geschichte. Die Geschichte ist immer eine Lehrmeisterin für das Jetzt und die Zukunft.

„Die Raumschiffbauer“ betonen immer mal wieder nebenbei, wie wichtig die Natur für den Menschen ist – als Basis für sein Leben, denn ohne sie kann er nicht leben. Wer denkt da nicht an die gar nicht so aktuelle Klimakatastrophe, die schon voll im Gang ist? Deshalb retten die 3 zuerst die Pflanzen und nicht sich selbst: Pflanzen als Grundstock für jedes Leben, weil sie Sauerstoff produzieren und als Nahrung dienen.

Donald macht u.a. in „Außerirdischer Ausflug“ deutlich, dass der Mensch nicht immer nur im Arbeitsmodus laufen kann, ohne sich irgendwann zu erschöpfen. Er braucht Pausen, ein Gleichgewicht zwischen Arbeit und Erholung. Das Chillen wird zwar von den anderen immer wieder als „Nichtstun“, „Nichtsnutz“ und „Faulpelz“ verschrien, ist aber lebenswichtig, um kein Burnout zu bekommen. Donald macht es vor, auch wenn er da manchmal übertreibt.

Micky steht für Durchhaltewillen und bodenständigen Optimismus, der immer wieder Lösungen für schwierige Situationen findet. Und Goofy ist mit seiner allumfassenden Freundlichkeit ein soziales Vorbild gerade für Männer, deren Rollenklischee leider die positiven Gefühle und das soziale Verhalten als „Schwäche“ bezeichnet und stattdessen destruktive Gefühle und Aggressionen bevorzugt – der Mann soll letztlich als Kanonenfutter, als aggressive Kriegsmaschine für den Krieg dienen oder besser gesagt missbraucht werden; da sind Verletzlichkeit, Freundlichkeit, positive Gefühle und überhaupt Menschlichkeit fehl am Platz. Dabei sind gerade diese Eigenschaften das Fundament der Gesellschaft und müssen von Männern dringend wieder gelernt und zugelassen werden.

Frauen? Fehlanzeige!

Auf dem Cover sind sie noch zu sehen, in den Geschichten spielen sie allerfings, wenn überhaupt, nur eine Nebenrolle: Frauen in Entenhausen. Dabei tritt Minnie Maus schon 1928 in Erscheinung, Daisy Duck als Donna Duck 1937, Klarabella als Kuh ohne Namen 1928, als Kuh mit offiziellem Namen 1930. Es hätte also durchaus einige Möglichkeiten gegeben, auch die Frauen mit ins Boot zu nehmen und eine Hommage an sie zu verfassen. Warum das nicht getan wurde, darauf kann sich jede*r selbst einen Reim machen… Jedenfalls ist das nicht nur eine vertane Chance für die Gleichberechtigung, sondern auch eine Schande, dass wieder einmal im – nett formuliert – konservativen Disney-Universum Frauen ignoriert/ an den Rand gedrängt oder klassisch im Rollenklischee gefangen gehalten werden!

Fazit

Das Buch ist eine schöne Hommage an die Disney-Figuren und durchaus mit (in)direkten konstruktiven Botschaften versehen. Allerdings fehlen auch hier wieder einmal die Frauen, obwohl es durchaus einige Möglichkeiten gegeben hätte, die weiblichen Figuren zu feiern – sie waren schließlich früh genug mit an Bord!


Genre: Comic, Hommage, Humor, Jubiläum, Menschlichkeit, Science-fiction, Umwelt
Illustrated by Egmont Ehapa

Micky Maus Magazin (MM) 16

Inhalt

Dagobert Duck „Der verlorene Schatz“: Dagobert will nach dem zweiten Teil der Schatzkarte des Augustus suchen. Ihm dicht auf den Fersen sind Klaas Klever, mit dem er eine Wette abgeschlossen hat, und die Panzerknacker. Dagoberts und Donalds Suche führt alle Beteiligten nach Deutschland in die Städte Berlin und Köln und endet mit einer Überraschung.

Donald Duck „Supernavi“: Donald will Daisy mithilfe von Daniel Düsentriebs Supernavi finden. Ob das gut geht?

Tick, Trick und Track „Die Kraftprobe“: Die Drillinge und ihr Freund Ole treten gegen die beiden Kraftprotze der Schule an.

Donald Duck „Voller Tatendrang“: Auf einem Camping-Urlaub entdeckt Donald seinen Tatendrang.

Minnie Maus „Starker Stubentiger“: Minnie Maus‘ Freundin, die Tierärztin ist, sorgt sich um ihre neueste Patientin, denn die Tigerdame will trotz guter Behandlung nicht genesen.

Donald Duck „Donald und die Detektive“: Donald nimmt einen Job als Babysitter eines verwöhnten Bengels an. Das ist nicht so einfach wie gedacht, birgt aber für alle ein Abenteuer und eine positive Überraschung.

Die Ducks in Deutschland

Das Magazin wartet nicht nur mit vielen Abenteuergeschichten auf, sondern auch mit einer Geschichte, die in Deutschland spielt. Das ist das Besondere dieses Heftes. Ein wenig erinnert die Geschichte an „80 Tage um die Welt“, aber das Muster, dass Dagobert mit Rivalen wettet, ist schon aus anderen Geschichten bekannt. Die Wette als Klassiker verspricht Spannung, und die ist im Comic gegeben.

Mehr Abenteuer mit Mädchen und Frauen! Diversität sichtbar machen!

Wie schon ersichtlich, spielen Frauen und Mädchen nur eine marginale Rolle in diesem Band des Magazins. Meistens stellen Jungen und Männer die Hauptfiguren – schon die schiere Anzahl der Comics mit Donald, Dagobert und den Drillingen spricht für eine Fokussierung auf männliche Fans. Nur ein einziges Abenteuer ist Minnie Maus gewidmet. Dabei könnte man, wenn man wollte, durchaus genügend Geschichten um die weiblichen Hauptfiguren stricken (z.B. um Klarabella, Oma Duck oder Daisy), um so ein ausgewogenes Verhältnis herzustellen. Sollte als Gegenargument kommen, dass männliche Leser nicht so viele „Frauengeschichten“ lesen wollen – Leserinnen müssen sich schon seit Jahrzehnten mit dem Männerüberschuss im Comic arrangieren! Außerdem wäre wünschenswert, wenn sowohl männliche als auch weibliche Protagonist*innen weniger Rollenklischees transportieren und sich gegenüber der immer schon vorhandenen natürlichen (die Natur strotzt geradezu vor Diversität/Vielfalt!) und damit auch menschlichen Diversität öffnen würden.

Ein Anfang ist in diesem Band immerhin schon durch einen Rollstuhlfahrer gemacht. Natürlich wäre mehr in dieser Hinsicht ein Gewinn für die schon immer vielfältige Gesellschaft (auch wenn sich z.B. Homosexuelle früher und auch heute noch aufgrund von Strafverfolgung und Diskriminierung nicht outen konnten, aber es gibt sie seit Menschengedenken), deren Akzeptanz und deren Abbildung im Comic. Was „Die Kraftprobe“ schön zeigt: Menschen mit Handicap sind nicht behindert, werden aber von der Gesellschaft behindert. Und der angeblich Behinderte hat trotz Vorurteilen seine Stärken – auch körperlich. Dass das hervorgehoben wird, ist wichtig, denn Menschen mit Handicap kompensieren ihre Schwächen so, dass andere Sinne, Körperteile usw. zu ihren Stärken werden. In diesem Fall sind es die muskulösen Arme des Rollstuhlfahrers, die ihm einen Vorteil verschaffen. Ebenfalls gezeigt wird in diesem Comic, dass auch gegenüber den körperlich Starken Vorurteile herrschen können nach dem Motto „dumm, stark, wasserdicht und destruktiv“: Die körperlich starken Zwillinge sind entgegen aller Erwartungen gute Verlierer und erkennen die Stärken anderer an. Solche Comics würde ich mir mehr wünschen, denn sie transportieren mit leichter Hand und spannend Werte wie in diesem Fall u.a. Akzeptanz und Vielfalt und räumen Vorurteile aus.

Das Abenteuer mit Minnie stellt Tiere in den Mittelpunkt: Tiergerechte Haltung und das Eingehen auf die Bedürfnisse der Tiere kommt allen Beteiligten zugute. Dass auch Tiere einsam sein können und Gefühle haben, wird hier schön gezeigt. Der Mensch muss weg vom Speziesismus (d.h. der Mensch sieht sich als Maß aller Dinge und alle anderen Wesen sind ihm untergeordnet) hin zu einer ganzheitlichen, die Umwelt als Ganzes begreifenden Denkweise, wenn dieser Planet – und damit auch der Mensch! – überleben soll. Mehr Comics in Richtung Umweltbewusstsein und sozialem, kritischem Verhalten und Denken täten not, denn auch Comics übertragen Werte, sowohl konstruktive als auch destruktive, die die Kinder beim Lesen bewusst oder unbewusst adaptieren. Die Verlage stehen also durchaus in einer gesellschaftlichen Verantwortung und täten gut daran, nicht nur an Gewinnmaximierung zu denken.

Sonstiges

„Das Supernavi“ nimmt unkritische Technikgläubigkeit aufs Korn. „Donald und die Detektive“ zeigt das Dilemma Erwachsener auf: Geldverdienen hat im Notfall Vorrang vor Versprechen an die Kids und Pubertierende sind schwer zu händeln. Allerding zeigt das Abenteuer auch, dass Zusammenhalt u.a. in kritischen Situationen einiges bewirken kann.

Das Magazin wartet als Extra mit vier Reisespielen auf. Abwechslung bietet es durch die Rätselcomics „Der Wollpullover“ und „Flucht auf dem Motorrad“, Witze, dem Enten-Kurier, witzigem, informativem, kuriosem Extra-Wissen und Basteltricks.


Genre: Comic, Comic-Magazin
Illustrated by Egmont Ehapa

Lustiges Taschenbuch (LTB) 573: Traumreise

„Auf nach Tiki Tok“: Donald will endlich Urlaub und aus dem verregneten Entenhausen heraus. Eine dergestaltige Anfrage an Onkel Dagobert geht allerdings naxh hinten los: Er soll statt Urlaub zu nehmen Luxusreisenden zur Hand gehen. Die aber haben allerlei lästige Sonderwünsche. Auch die Panzerknacker wollen ein Stück vom Luxuskuchen. Weiterlesen


Genre: Comic
Illustrated by Egmont Ehapa

Lustiges Taschenbuch Sonderband Sommer 13

Urlaubsfeeling?

„Ferien mit Pipo“: Onkel Dagobert gibt Donald und Daisy den Stoffpinguin Pipo mit, ein Kuscheltier eines wichtigen Klienten, das auf Reisen gehen soll. Anfangs ist Donald nicht begeistert, aber er entwickelt sich schnell zu einem begeisterten Influencer. Aber dann wird der kleine Pinguin von einem Adler entführt!

„Am falschen Ende gespart …“: Donald hat wie immer kein Geld, will aber trotzdem in Urlaub fahren. Also gibt er seine wenigen Kröten dem günstigsten Unternehmen. Ob das wirklich eine gute Idee war?

„Heimliche Helden im Hotel“: Dussel und Donald sollen für Onkel Dagobert in einem seiner Luxushotels als „Bübchen für alles“ auf Probe arbeiten. Pleiten, Pech und Pannen begleiten seitdem die beiden Unglücksenten – aber als Glück im Unglück.

„Ein Meer an (Un-)Glücksfällen: Die Panzerknacker wollen Gustavs Glück ausnutzen. Also investieren sie viel Geld, damit Gustav am Strand bleibt und ihnen mit einem teuren Fund Reichtum beschert. Allerdings ist das Glück nicht so zuverlässig, wie die Panzerknacker es gern hätten.

„Verschwendete Ferien“: Steuerschulden bei gut gefüllten Konten veranlassen Onkel Dagobert zu drastischen Maßnahmen – Urlaub und dabei Geld verprassen. Mit beidem hat es der Geizhals aber ganz und gar nicht. So entwickelt sich der Urlaub anders als geplant.

Fragwürdiger Humor und wieder reine Manpower

8 Deutsche Erstveröffentlichungen von 16 Geschichten: 50% neue Geschichten sind eine ganz gute Ausbeute für den Band. Extras: Mit Reliefprägung auf dem Cover und Postkarte.

Das Thema Urlaub wird enger und weiter gefasst, sodass man Abwechslung beim Lesen hat. Spannung und Humor kommen gerade für jüngere Leser*innen nicht zu kurz. Allerdings beruht der Humor oft auf dem Prinzip der Schadenfreude: Donald und Dussel müssen mit dem nicht besonders sozialen Verhalten anderer Figuren und Pechsträhnen dafür herhalten, dass die Leser*innen etwas zu lachen haben. Mein Sohn (11) findet das „asozial“, Donald werde manipuliert und ausgenutzt, was ihn beim Lesen nicht froh stimmt. Ich finde, er hat Recht. Humor sollte eigentlich auf dem Prinzip beruhen, dass man freundschaftlich gemeinsam lacht und nicht darauf, dass andere über einen lachen. Da Geschichten bewusst wie unbewusst einen Lerneffekt erzeugen und Kinder aus Vorbildern lernen (auch bzgl. Medien, egal welcher Art) ist das m.E. der falsche Lerneffekt, der damit erzielt wird. Mein Sohn sieht das Ganze kritisch, weil er auch so erzogen worden ist, dass er Dinge hinterfragt. Aber es gibt genügend andere, die sich darüber keine Gedanken machen und unkritisch alles konsumieren, was ihnen vorgesetzt wird. Ob das Geschäftemachern gefällt oder nicht: Nicht nur das Geld darf beim Verkauf eine Rolle spielen. Die soziale Verantwortung ist mindestens ebenso wichtig!

Das Gleiche lässt sich auch über Rollenklischees sagen: Darüber habe ich in anderen Rezensionen zu den LTBs schon einiges geschrieben. Es geht (nicht nur) heutzutage einfach nicht mehr, dass die LTBs Frauen und Männer klischeehaft darstellen und Frauen fast immer nur eine Randerscheinung in der Story sind…


Genre: Comic
Illustrated by Egmont Ehapa

Lustiges Taschenbuch (LTB) Abenteuer 1: Die Hüter des Baums

Reichtum und Abenteuer

Die Hüter des Baums: Angeblich soll das Volk der Bucoli goldene Papayas gezüchtet haben. Das interessiert Onkel Dagobert natürlich sehr. Also macht er sich zusammen mit seinen Neffen zu einer Abenteuerreise auf, um die goldenen Samen der Papayas zu finden.

Der Genuss des großen Khan: Onkel Dagobert ist hinter dem Rezept von Gianluca Gusto her, weil dieser dem Großen Khan einen außergewöhnlichen Gaumenschmaus beschert hatte. Das verspricht einiges an Talern – und an Schwierigkeiten.

„Die Geister von Gold City“ sind Lebenden nicht gut gesinnt. Donald soll sie im Auftrag von Onkel Dagobert dazu bringen, mit ihm zu kooperieren, denn er will die Stadt kaufen. Aber dann kommt es anders als geplant.

„Der Schatz der Steinmenschen“ lockt Onkel Dagobert in unbekannte Gefilde. Er will einen Schlüssel finden, der das Tor zum Schatz öffnet. Mit Gustavs Glück finden sie den Schatz problemlos. Dann aber tun sich andere Schwierigkeiten auf.

Kristall des Glücks: Goofinicus und Mickolomino geraten im antiken Arabien in eine Verschwörung.

Abenteuer für Milliardäre: Onkel Dagobert und Klaas Klever haben eine Wette laufen – Onkel Dagobert, der nichts von technischem Schnickschnack hält, wettet, dass Klever kein Abenteuer ohne technische Hilfsmittel bestehen kann. Ob das gutgeht?

Der Korallendrache: Mickeys Onkel Maximilian hat einen Korallenanhänger gestohlen. Mickey will wissen warum und macht sich mit Minnie auf dem Weg zu seinem Onkel, dem schwarzen Schaf der Familie. Dort erfährt er von einem Piraten-Geheimbund: Der Geheimbund des Roten Drachen.

„Die Glocke der McPennypinchers“ soll Onkel Dagobert das Leben erleichtern: Die Glocke warnt nämlich zuverlässig vor Kriminellen. Aber dazu muss Dagobert die Glocke erst einmal finden – und dem geizigen Besitzer abschwatzen.

Der Ring des Reichtums: Onkel Dagobert findet ein Buch mit dem Titel „Der Ring des Reichtums“. Das weckt sofort sein Interesse. Allerdings ahnt er nicht, dass er einer Falle von Gundel Gaukeley aufgesessen ist.

Die Eine-Million-Taler-Münze: Onkel Dagobert rühmt sich, in seiner Münzsammlung alle seltenen Münzen zu besitzen. Allerdings gibt es eine, die er nicht hat: die eine Tonne schwere „Eine-Million-Taler-Münze”. Und die gilt es zu beschaffen.

Aufgewärmtes und fast reine Manpower

Der erste Band der neuen Serie enthält zehn Abenteuer, davon zwei längere, die zweigeteilt sind. Für manche mag es schön sein, dass Abenteuer der verschiedenen Bände zusammengefasst werden, aber mir tun sich zwei Fragen auf. Zum einen: Warum eine Extra-Serie mit Abenteuern, wenn sowieso die meisten Geschichten rund um Dagobert und Donald Abenteuer sind? Zum zweiten: Warum nimmt man zumindest im ersten Band nur aufgewärmte Geschichten und keine (deutschen) Erstveröffentlichungen? Natürlich sind die Abenteuer für Fans und Kinder spannend, wenn man sie zum ersten Mal liest. Aber für Fans, die die LTBs sammeln, stellen sie keinen echten Mehrwert dar. Für weibliche Fans schon gar nicht, denn auch hier drehen sich die Abenteuer v.a. um die männlichen Figuren; die weiblichen, sofern überhaupt vorhanden, sind eher Randfiguren. Nur in den Micky-Maus-Geschichten dieses Buches wird Minnie eine größere Rolle zugestanden, die beweist, dass Frauen nicht nur schmückendes Beiwerk sind. So wenig Frauenpower ist ärgerlich und nicht mehr zeitgemäß!


Genre: Abenteuer, Comic
Illustrated by Egmont Ehapa

LTB: Entenhausen Stars 1 Donald Duck

„Reise ins Ich“: Donald hat massive Schlafstörungen, aber keine Ahnung, woher die kommen. Erst ein Psychiater gibt ihm einen guten Tipp: Er soll sich seiner Psyche zuwenden, denn diese macht sich auch körperlich bemerkbar.

„Kein Honigschlecken“: Donald hat endlich seinen Traumberuf gefunden. Die Arbeit als Imker macht ihm überraschenderweise Spaß – bis ein Bär auftaucht.

„Spaß im Stau“: Staus sind eine Plage der Menschheit. V.a. Donald leidet darunter, denn jetzt hat er gar keine Freizeit mehr. Aber warum den Stau nicht für sein Hobby nutzen? Dafür entwickelt er eine clevere Idee, die sich zudem als einträgliches Geschäft erweist.

„Unvergessliche Ferien“: Donald und seine Neffen schlagen bei einem extrem günstigen Urlaub am Meer zu. Der hat aber so seine Schattenseiten.

„Folgenschwerer Kleidertausch“: Weil er als Werbeträger 1 Million Taler bekommt, zieht Onkel Dagobert seinen altgedienten Frack für ein neumodisches Fetzchen aus. Das setzt eine ungeahnte Kettenreaktion in Gang.

„Ein Fischsitter für alle Fälle“: Donald brüstet sich als Tierexperte. Als solcher soll er bei einem Kunden eine sehr seltene Fischart betreuen. Das entwickelt sich zum Desaster – aber anders als von Donald befürchtet.

„Ritter Raumut“: Donalds in die Jahre gekommene Lieblingsserie „Ritter Raumut“ soll neu aufgelegt werden. Das birgt für Investor Onkel Dagobert so einige Tücken.

„Witze“ auf Kosten der Frau

11 Geschichten bietet der Auftakt der neuen Reihe „Entenhausener Stars“ – leider ist keine einzige deutsche Erstveröffentlichung dabei, sondern nur alte Aufgüsse. Da könnte man sich im Verlag doch glatt an der letzten Geschichte des Bandes „Ritter Raumut“ orientieren und das auch schon bei anderen LTBs angewandte Konzept Altbekanntes mit Neuem mischen auch hier verwenden – oder insgesamt frischen Wind reinlassen.

Denn es ist haarsträubend, wenn man wie in „Folgenschwerer Kleidertausch“ und besagtem „Ritter Raumut“ bloß mit dummen Rollenklischees konfrontiert wird, die beim Lesen entsprechend sauer aufstoßen! Kostprobe gefällig? Donald: „Frauen sind irgendwie nicht wie normale Leute.“ Dagobert: „Glaub mir, solange du noch versuchst, sie zu verstehen, hast du nichts begriffen.“ (S. 307) Das ist nicht „nur“ Rollenklischee, sondern eindeutig misogyn. Denn was beinhaltet so eine Aussage, wenn man sie genauer unter die Lupe nimmt? Zum einen gehören Frauen offensichtlich nicht zu den „normalen Leuten“, also stellen sie (mit über 50% der Menschheit!) angeblich nicht die Norm der Menschheit dar, schon gar nicht die bessere Norm. Sie sind außen, und zwar außen vor, am Leben nicht beteiligt und schon gar nicht an allem, was wichtig ist. Mit dieser Aussage ist also die gesamte, von Diskriminierung, Unsichtbarmachung, Diffamierung, Herabsetzung und Versklavung (die in den westlichen Ländern bis weit ins 20. Jahrhundert reicht, in anderen noch heute anzutreffen ist) durchzogene Geschichte der Frauen auf den äußerst unrühmlichen Punkt gebracht.

Das ist alles, nur alles andere als witzig! Eigentlich sollten die Zeiten, in denen auf Kosten der Frau Witze gemacht wurden, schon längst vorbei sein, denn diese Art von Witzen sind eben nicht harmlos, sondern verfestigen das Fundament der Frauenverachtung! Dagoberts Antwort setzt dem Ganzen noch die Krone auf: Angeblich könne man(n) Frauen nicht verstehen und versuchen sollte man(n) es erst gar nicht. Tja, das ist genau die Haltung, die Frauen und Männer noch weiter auseinander treibt, anstatt dass man(n) versucht, soziale Kompetenz und Empathie zu lernen und zu zeigen – welche für jedwede Herdentieraktivität, also auch die des Menschen, fundamental ist.

Und damit sind wir bei den so schädlichen Rollenklischees. Denn wenn das Wissen über Frauen und Männer weiterhin eher auf Mythen als auf der erfahrbaren Realität basiert (was kursiert nicht alles an Schwachsinn, was angeblich Frauen sind und machen; genauso der Schwachsinn über Männer, kräftig unterstützt durch besagte Rollenklischees), solange ist es auch kein Wunder, dass Beziehungen zwischen den Geschlechtern von vorneherein immenses und vielfältiges Konfliktpotential bieten. Hier heißt es bei der Erziehung ansetzen, Rollenklischees kritisch hinterfragen, Mädchen mit Jungen und umgekehrt spielen lassen, Mädchen in die Bauecke und Jungs in die Puppenecke setzen (dort würden Letztere vielleicht endlich einmal mehr soziales Verhalten lernen), Jungs Röcke tragen lassen (die Männer der Männerrockbewegung weisen zur Recht darauf hin, dass sie die gleichen Kleidungsfreiheiten haben wollen wie die Frauen und betonen zudem, dass die Belüftung untenherum auch aus urologischer Sicht gesünder ist als die warme Enge der Hose).

Auf besagten Rollenklischees ruht sich auch Gustav aus, wenn er mit Daisys Schleife auf dem Kopf sagt: „Mir ist etwas Seltsames passiert. Ich habe plötzlich befremdliche Interessen an mir entdeckt“ (Hervorhebungen von mir) und dabei einen Stopp in einem Damenmode-Geschäft einlegt. Die Verkäuferin setzt dem noch die Spitze auf, indem sie sagt: „Eine gute Wahl! Die Frau Gemahlin wird sich sicher freuen!“ Feingefühl für Transmenschen oder andere aus der LGTBQ+-Szene? Fehlanzeige. Zudem wird negiert, dass in der Geschichte der Frauen- und Männerkleidung lange Zeit beide Geschlechter kleiderähnliche Kleidungsstücke (z.B. Toga) trugen und es bei den Römern, v.a. den römischen Soldaten, als barbarisch galt, Hosen wie die Germanen anzuziehen. Kleidung ist immer eine Sache des Zeitgeistes, ebenso wie die Farbwahl derselbigen, und keineswegs in Stein gemeißelt… Und dann setzt Gustav auf all das eh schon sattsam Unrühmliche noch eins drauf: „Stundenlang hab ich in Damenmoden gestöbert! Und mit einem Mal war ich ein miserabler Fahrer!“ Da fragt frau sich doch: Wer ist denn jetzt tatsächlich der miserable Fahrer – bei all den Unfällen v.a. der männlichen Fahrer bis ca. 25 Jahren? Und den ganzen Schnipplern, Rasern, Dränglern und Vorfahrtklauern? (Ich verwende bewusst das angeblich generische Maskulinum.) Alles auf S. 286. Dass Daisy da wütend reagiert, ist ihr allzu gutes Recht, dient im Comic aber leider bloß der Erheiterung der (theoretisch) männlichen Leserschaft. Die weibliche wird so nämlich gründlich miss- und verachtet.

Sowas hat in modernen Comics (und überhaupt in Comics) nichts zu suchen, schon gar nicht in Wiederauflage! Insgesamt ist auch in diesem LTB auffällig, dass aus der (oft nicht besonders menschenfreundlichen) männlichen Sicht heraus agiert wird. Frauen treten selten auf. Wenn, dann in Nebenrollen oder eher negativ (wie Daisy in „Kleidertausch“, deren Frust frau aber sehr wohl nachvollziehen kann – beruht dieser Frust doch auf jahrtausendealtem Zementieren von patriarchalen Vorstellungen). Wie soll das interessant sein für Leserinnen? Das ist für diese eher zum In-Die-Ecke-Knallen des LTBs! Sitzen wieder mal nur oder hauptsächlich Männer in den Entscheidungsgremien, in diesem Fall in denen von Egmont Ehapa, oder wie sind diese Fehlgriffe zu interpretieren?

Da mein Sohn die LTBs gern liest, geben solche Griffe ins Klo leider immer wieder Anlass, ihn darüber aufzuklären, wie menschenverachtend auch und gerade in Comics agiert wird.

Diverses

Nach all dem fällt es mir schwer, noch etwas Positives zu finden. Aber den Versuch ist es immer wert. Manche Geschichten sind einfach nur für dem Klamauk geschrieben z.B. „Kein Honigschlecken“, wobei auch bei dieser gesagt werden kann, dass sie dennoch eine gute Botschaft beinhaltet: Es ist immer klug, hinter die Kulissen zu schauen, denn manche Dinge sind eben nicht so, wie sie scheinen. Gleiche Botschaft bei „Unvergessliche Ferien“. Genau hinschauen, hinspüren, Empathie und Vernunft sind entschieden von Vorteil.

„Ein Fischsitter für alle Fälle“ hält u.a. die Botschaft bereit, dass Tiere Lebewesen sind, die man artgerecht halten muss. Leider wird diese verwässert durch die ebenfalls unterschwellige Botschaft, dass diejenigen, die es versuchen, extravagante Spinner sind. Aber gerade diese Spinner sind solchen Haltern haushoch überlegen, die sich z.B. exotische Tiere bloß aus Prestige oder anderen nicht-artgerechten Gründen anschaffen und dabei den Tieren bis hin zum Aussetzen unsägliches Leid zufügen.

„Reise ins Ich“ könnte durchaus v.a. den Männern die Botschaft senden: „Es lohnt sich, sich mit der eigenen Psyche auseinanderzusetzen und sich tatsächlich ins Gesicht zu schauen, anstatt alles zu verdecken und zu ignorieren – es holt dich sonst sowieso ein!“  „Haustausch mit fatalen Folgen“ enthält die Botschaft: „Vorurteile lohnen sich nicht!“

“Ritter Raumut” unterstreicht u.a. die Gefahr, dass man vom Medienkonsum süchtig werden kann und dabei das normale Leben in Schieflage gerät.

Außerdem erweisen sich die Neffen Donalds in diesem Band als immer wieder vernunftbegabt; sie müssen oft sogar eine Art erzieherische Rolle übernehmen, wenn ihr Onkel mal wieder Mist baut. Der Onkel selbst dient in der Serie als ewige Lachnummer (hier z.B. „Trotzdem der Dumme…“). Das ist allerdings nicht sehr empathisch gegenüber Menschen, denen eben nicht das Glück im Leben winkt. Von denen kennt wohl jede*r mindestens einen, vielleicht gehört man sogar selbst zu den Glücklosen. Sogar mein Sohn bedauerte schon als kleines Kind „den armen Donald“ und litt mit ihm mit, anstatt sich über ihn lustig zu machen. Mein Kind ist auch weiterhin sehr sozial eingestellt, was ich als Erfolg verbuche. Von den Sich-über-andere-Lustigmachern braucht man in der Welt nicht noch mehr als es ohnehin schon gibt.

Fazit

U.a. unkritische Zementierung schädlicher Rollenklischees, eine als selbstverständlich geltende männliche Sicht mit hauptsächlich erneut männlichen Figuren und misogyne Äußerungen vergällen das Leseerlebnis. Zudem ein Aufguss alter Geschichten ohne deutsche Erstveröffentlichungen. Muss frau/ (vernunftbegabter) man(n) also nicht haben.

 


Genre: Comics, Psyche, Rollenklischees
Illustrated by Egmont Ehapa Media

LTB Crime 13: Die dritte Staffel

Allerlei Verbrechen

Das Wüten der Wächter: Donald und Dussel treten ihren Dienst als Nachtwächter eines Museums an. Dabei erschrecken sie vor ihrem eigenen Schatten, treiben aber nebenbei echte Diebe in den Wahnsinn.

Die Rache des Hannibal Haderlomp: Inspektor Hunter hat seit Jahrzehnten eine Rechnung mit dem einflussreichen Bürger Hannibal Haderlomp offen, denn der lässt sein Geld für sich sprechen und achtet das Gesetz nicht. Außerdem wird noch Micky Maus entführt. Ob das etwas mit der Fehde zwischen Hunter und Haverlomp zu tun hat?

Kampf dem Karriereknick: Momentan laufen die Geschäfte nicht so gut für Kater Karlo. Ob eine neue Bande ihn aus der Misere retten kann?

Das Wahlversprechen: Entenhausen hat nicht nur einen offiziellen Bürgermeister, sondern auch einen Bürgermeister der Unterwelt. Und der plant einen außergewöhnlichen Cup.

Das kulinarische Komplott: Privatdetektiv Hubert Bogart und Dussel haben einen neuen Fall zu lösen. Sie sollen das Rezept eines berühmten Gourmet-Kochs bewachen, während dieser an einem Wettbewerb teilnimmt. Dabei geht aber einiges schief.

Die Herausforderung: Trudi, Karlos Freundin, und Petunia, die Frau von Hunter, haben es beide satt, dass ihre Männer nie Zeit für sie haben – weil sie damit beschäftigt sind, sich gegenseitig das Leben schwer zu machen. Also beschließen die beiden Frauen, gemeinsam etwas zu unternehmen.

Humorvoll, aber bzgl. Frauen- und Männerbild veraltet

15 Geschichten rund um vielerlei Arten von Verbrechen bietet die Sonderserie, davon 7 als Erstveröffentlichungen, was eine gute Ausbeute an neuen Stories ist. Am 23.3. ist eine weiterer Band im Handel erhältlich. Die Geschichten sind kurzweilig und humorvoll. Allerdings spielen auch hier die Frauen wieder nur eine Nebenrolle; die meisten Geschichten drehen sich um die männlichen Protagonisten. Es wird also wieder missachtet, dass es auch Leserinnen gibt, die die LTBs mögen. Das LTB-Universum ist noch in veralteten Rollenklischees verhaftet und nimmt kaum neue Einflüsse der Gegenwart bzgl. Rollenfindung von Mann und Frau auf. Das ist schade und nicht mehr zeitgemäß.


Genre: Comic, Crime
Illustrated by Egmont Ehapa

Lustiges Taschenbuch Royal 7 (Best of Royal): Das Thronjubiläum und andere königliche Geschichten

news royal 7

Nicht ganz so adeliger Adel

„Adel, wie die Zeit vergeht“: Königin Elisabeth kann v.a. eins: königlich winken. Zumindest denken das ihre Untertanen. Wenn sie wüssten, wie es im Palast wirklich zugeht…

„Ein fahrender Ritter“: Entenburg um 1300 n. Chr. Verwalter Dagobertus hält seinen Herzog und dessen Land knapp bei Kasse, auf dass sich die Münzen in der Schatzkammer vermehren. Aber der Herzog ist der übertriebenen Sparsamkeit überdrüssig und ersinnt eine List: Ein fahrender Ritter, der zudem noch aus Dagobertus‘ Blutslinie stammt, soll dessen Amt als Verwalter übernehmen. Und Dagobertus‘ Neffe Donald freut sich nur zu sehr darauf, endlich den raffgierigen Klauen seines Onkels zu entkommen.

„Die drei Mausketiere – Seiner Majestät neuer Hut“: Da die frisch gebackenen Mausketiere bisher nur langweilige Arbeiten im Palast erledigen, wollen sie endlich einmal beweisen, was in ihnen steckt. So kommt Micky d’Mausignan auf die Idee, dass die drei Mausketiere den berüchtigten Pariser Huträubern den Garaus machen könnten.

„Junker Donaldus‘ Narreteien“: Der vom Pech verfolgte Junker Donaldus will endlich hoch hinaus. Aber das läuft anders als geplant, denn er soll Dussulus‘ Posten als Hofnarr übernehmen. Der aber will seinen alten Posten wiederhaben und stellt Donaldus eine Falle nach der anderen.

„Herzog Habenichts und der Feuerschlüssel“: Herzog Donaldus Ducknichtgut ist chronisch knapp bei Kasse, weshalb er vom Volk nur „Herzog Habenichts“ genannt wird. Schon seit Jahren versucht er, an den Familienschatz zu kommen. Doktor Danilus soll ihm mit seiner neuesten Erfindung helfen.

„Im Dienste Ihrer Majestät“: Musketier Donaldamis soll für seine Königin einen gefährlichen Auftrag ausführen und ihr ihre Juwelen wiederbeschaffen. Aber aufgrund unglücklicher Verstrickungen endet diese Suche für alle Parteien in einer Überraschung.

„Die drei Mausketiere – Des Königs Maskenball“: Die drei Mausketiere leiden unter ihren schäbigen Uniformen. Eine saftige Belohnung zur Ergreifung von zwei Flüchtigen könnte die Rettung der Gardeuniformen sein.

„Donald und die Räuber“: Graf Karl, der Neffe von Graf Dago Duckmoor, wird mehr oder weniger aus Versehen Anführer einer Räuberbande. Während Karl denkt, dass er mit seiner Bande Gutes tut, plündern die Räuber alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Derweil ereignen sich schreckliche Dinge auf dem Schloss des Grafen Duckmoor.

Viel Wiedergekäutes

Wieder einmal fällt ein LTB dieser Kategorie durch Anspielungen auf, diesmal mit Anspielungen auf die Literatur und das englische Königshaus. Dabei bleibt es aber spannend, denn die Geschichten kopieren nicht 1:1 die Vorlagen, sondern wandeln sie nach Entenhausener Manier um. Ich persönlich finde es gut, dass Kultur in den LTBs aufgegriffen und verarbeitet wird – das birgt die Chance, dass die großen und kleinen Leser*innen auf das Original neugierig werden. Bei meinem Sohn hat das schon gefruchtet.

Nicht so gut finde ich allerdings, dass nur eine einzige Geschichte, dazu noch ein Einseiter, eine deutsche Erstveröffentlichung ist. Alle anderen sind aus den LTBs Royal 2,3 und 4 recycelt. V.a. die Geschichten rund um die Mausketiere kommen öfter in LTBs vor. Da fühlt man sich als Leser*in dann schon veräppelt.


Genre: Comic
Illustrated by Egmont Ehapa

LTB 558: Das Zeitportal

 

 

Kreuz und quer nicht nur durch die Zeitnews 558

„Das Zeitportal“: Beim Spielen finden Tick, Trick und Track eine seltsame Box, die sich nach mehreren Versuchen als Zeitportal herausstellt. Dieses will ein Spiel mit den Ducks spielen. Die Ducks machen gezwungenermaßen mit, denn es geht um nichts Geringeres als um die Rettung der Welt. Dafür erfindet Daniel Düsentrieb eine Zeitmaschine, damit Donald die von der Box geforderten Dinge einsammeln kann.

„Besondere Fundstücke“: Dussel hat eine auf den ersten Blick verrückte Geschäftsidee – aber sie funktioniert. Zumindest vorerst.

„Die Legende des ersten Phantomias (16) – Der Dieb und der Milliardär“:  Dankmar ist zwar genial, aber ein Lügner und Betrüger. Er hat sich bei Dagobert Duck eingeschmeichelt, um an dessen Rubin zu kommen. Deshalb hat er für ihn ein unüberwindbares Sicherheitssystem entwickelt. Aber Dankmars Bruder will auch ein Wörtchen mitreden. Er und Phantomias wollen dem Maulhelden eine Lektion erteilen.

„Zeitreisen ist relativ“: Auf einem bekannten Foto mit anderen Berühmtheiten ist Albert Einstein verschwunden. Micky vermutet, dass er gekidnappt wurde. Deshalb reist er mit Goofy in die Vergangenheit, um die Entführung zu vereiteln.

„Die Hexe aus dem All“: Gundel Gaukley will einen neuen Angriff auf Dagobert Ducks Geldspeicher starten. Dabei kommen ihr zwei Ufo-Forscher gelegen, die sie für ihre Pläne einspannt.

„Reale virtuelle Realität“: Die Drillinge Tick, Trick und Track geraten aus Versehen in ein virtuelles Spiel und müssen Aufgaben lösen, um wieder in die Realität zurückzufinden.

„Schweigen ist Gold“, gerade in einer Bibliothek. Aber selbst dort ist Daniel Düsentrieb nicht vor Störungen sicher.

„Das Verkaufstalent“: Dolly Duck soll für Dagobert Duck einen unrentablen Küchenroboter verkaufen. Mit viel Optimismus und unermüdlichen Einsatz gelingt ihr das Unmögliche: Sie bringt die Charge an die Käufer*innen. Aber damit tauchen neue Probleme auf.

„Die Heimwerkerprofis“: Eigentlich ist es nicht so schwer, einen Zaun zu reparieren. Es sei denn, man heißt Goofy. Da fällt sogar dem sonst so einfallsreichen Micky bald nichts Hilfreiches mehr ein.

„Klub gegen Klub“: Klaas Klever hat für den Milliardärsclub eine neue, extrem luxuriöse Bleibe gekauft und mit allen Schikanen renovieren lassen. Dabei gründet er auch gleich einen neuen Club und gräbt so dem alten die Mitglieder ab. Das will Dagobert Duck nicht auf sich sitzen lassen.

„Freund und Leid“: Daisy und Donald verbringen ihre Freizeit regelmäßig mit Freund*innen. Aber diese sind eher eine Last denn eine Bereicherung, v.a. für Donald. Eines Tages aber scheinen die beiden Glück zu haben: Die neuen Nachbarn erweisen sich als wahrer Traum – der allerdings schnell zum Alptraum wird.

Jubiläum für Daniel Düsentrieb

70 Jahre wird Daniel Düsentrieb dieses Jahr alt. Deshalb hat der Verlag zwei LTBs mit Daniel-Düsentrieb-Geschichten herausgegeben. Das vorliegende LTB ist eines davon, das andere habe ich hier schon rezensiert. 12 Geschichten bietet das vorliegende LTB rund um Daniel Düsentrieb. Aber nicht nur das Geburtstagskind hat hier seine Auftritte, sondern auch andere bekannte Protagonisten.

Da Düsentrieb v.a. für Technik steht, kommt in seinen Geschichten auch vorwiegend diese zum Tragen, aber auch die Naturwissenschaften und ihre Gesetze bzw. deren Aushebelung. Damit sind ein paar der Geschichten der Science-Fiction zuzuordnen, inklusive Themen wie Zeitreisen und virtuelle Realität – beliebte Sujets der SF. Auch die Probleme, die in der SF angesprochen werden, kommen hier zum Tragen: die Gefahr einer Veränderung der Zeit oder der Einbruch der virtuellen Realität in das normale Leben. Manche Geschichten warten auch mit weiteren hintersinnigen Gedanken auf, z.B. dass Geld nicht alles ist im Leben und andere Werte durchaus mehr zählen oder dass man sich seine Freund*innen sehr genau aussuchen und im Notfall auch Tacheles mit ihnen reden sollte.

Lustige, spannende Geschichten, oft mit mehr Tiefsinn, als der leichtfüßige Erzählstil es vermuten lassen würde. Aber: Es werden wieder einmal v.a. die männlichen Protagonisten in den Fokus gestellt, die weiblichen sind eher Beiwerk, das sich wenig zum Identifizieren für Leserinnen eignet. Einzig Dolly Duck bekommt neben Dussel eine Funktion als Protagonistin und einmal Daisy neben Donald. Das ist deutlich zu wenig.


Genre: Comic
Illustrated by Egmont Ehapa Media

LTB 74 Enten-Edition: Ich erfinde alles!

news ente 74

Das Für und Wider von Erfindungen

„Aller Anfang macht erfinderisch“ zeigt die Anfänge Düsentriebs in der Erfinderschule, in der er auch aus dem großen Schatten eines berühmten Vorfahren heraustreten muss. „Ein wundersames Fluid“ ist letztlich nicht so wundersam wie Dagobert Duck es gerne hätte. „Frisch aus der Pfanne“ gestaltet sich für Daniel Düsentrieb gar nicht so einfach, denn an ihm ist kein Koch verloren gegangen. Also will er einen hypermodernen Grill erfinden, der todsicher leckere Sachen grillt. Aber manchmal ist mehr nicht besser. „Der Flug des Geldes“ zeigt, dass Geld manchmal auch ungewollt Flügel bekommt. Dagobert Duck muss das schmerzhaft erfahren und Daniel Düsentrieb ist an dieser Entwicklung nicht ganz unschuldig. „Das erschöpfte Ich“ demonstriert, dass auch Genies mal eine Pause brauchen. „Eine Idee schneller“ ist Klaas Klever, als er heimlich eine Erfindung Düsentriebs stiehlt.

10 Erstveröffentlichungen von insgesamt 17 Geschichten bietet der Band rund um Daniel Düsentrieb. Das ist eine gute Ausbeute an neuen Geschichten. Mein Sohn findet die Storys „gut und witzig gestaltet“. Zur Geschichte „Genie schläft nie“ meint er, dass deutlich gemacht wird, was passiert, wenn man die ganze Zeit nur am Arbeiten ist und keine Ruhe bekommt. Meine Ergänzung: Diese Story spiegelt sehr gut den Zustand der arbeitenden Bevölkerung wider, v.a. der Familien, die durch das Wirtschaftssystem, das keine Rücksicht auf Menschen nimmt, ständig am Limit sind. Zu „Flug des Geldes“, stellt mein Sohn eine Parallele zu den alten „Ducktales“ Folge 19 („Armstrong macht’s möglich“) und Folge 12 („Die Panzerknacker“) her und sagt, dass man mit manchen Sachen vorsichtig sein muss: Erfindungen können durchaus Schaden anrichten und sich gegen einen wenden. Meine Anmerkung: Moral und Gewissen sollten bei Neuerungen in der Wissenschaft und insgesamt im Leben immer treue Begleiter*innen sein, um vernünftige Entscheidungen zu fällen.

Dass Düsentrieb zwei eigene Bände gewidmet worden sind, findet mein Sohn „cool, denn Daniel Düsentrieb leistet ja schon so einiges“. „Aller Anfang macht erfinderisch“ zeigt den Erfolgsdruck, dem man in der Wissenschaft und im Ausbildungssystem ausgesetzt ist. Dieser ist aber durchaus Feind jeder Kreativität und des Selbstwertgefühls, wie an Düsentrieb und seiner Studienzeit dargestellt wird. „Ein wundersames Fluid“ zeigt anschaulich, was passiert, wenn man nicht ausreichend getestete Dinge freigibt. Wissenschaft und Wirtschaft müssen einhergehen mit moralisch-ethischer Verantwortung. „Der Ideenstau“ demonstriert eine Kreativitätsblockade, die Fortschritt verhindert. „Das erschöpfte Ich“ hält dem Wirtschaftssystem einen Spiegel vor: Es bringt nichts, Menschen in den Burnout zu treiben. Es zeigt aber auch, dass man sich achtsam um sich selbst kümmern muss und sich auch nicht selbst ausbeuten sollte. „Genialer Praktikant“ zeigt, wie zwei Genies miteinander arbeiten, deckt aber auch die Praktiken des skrupellosen Finanz- und Wirtschaftssystems auf – die sich durchaus auch gegen sich selbst wenden können und es auch tun. Man sieht an diesen Beispielen schon, dass die wie immer humorvollen und spannenden Geschichten auch hintergründig sein und zum Nachdenken anregen können.

Insgesamt also gelungen!


Genre: Comic
Illustrated by Egmont Ehapa Media

LTB Spezial 105: Am Hofe

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Illustre Adelsgesellschaft…

„Der Graf von Quackham“: Auf Quackham Manor, einem idyllischen englischen Landsitz, kümmert sich Sir Dagobert um das Vermögen seines Schwagers Graf Basil Quackley, der seit rund 30 Jahren verschollen ist. Abgesehen vom Geiz des Sir Dagobert geht es allen dort Lebenden gut. Aber eines Tages findet sich ein legitimer Erbe des Grafen – ein amerikanischer Bürgerlicher mit Namen Donald Duck. Sir Dagobert ist geschockt, s