LTB Enten-Edition 66: Immer im Einsatz

DGD und KGD – eine unseelige, aber humorige Kombination

DGD – wenn der von Onkel Dagobert zu seinem finanziellen Wohle gegründete Duck’sche Geheimdienst ruft, müssen Donald und Dussel springen. Denn die beiden sind die (günstige, weil unbezahlte) Geheimwaffe des DGD. Sie sollen im Auftrag Dagoberts die für ihn ungünstig verlaufenden Geldgeschäfte aufklären. Natürlich mit minimalem finanziellem Ausrüstungsaufwand. Das scheint sie beim KGD (Klever’schen Geheimdienst) ins Hintertreffen zu bringen, denn dieser gibt deutlich mehr Geld für (professionelle) Agenten und Ausrüstung aus. Erstaunlicherweise trotzen Donalds Pech in Kombination mit Dussels Dummheit jedweder Turbulenz und dem KGD. Die Aufträge befördern die beiden in die abenteuerlichsten Situationen: Ein raubgieriger Reicher, der extra ein Gerät erfunden hat, um Dagoberts Geldspeicher aus der Ferne zu leeren. Ein Abenteuerpark, der außer Rand und Band gerät. Ein Konkurrent, dessen Glück verlangt, dass auch Gustav eingesetzt werden muss. Ein berühmter Restaurantkritiker, der  nicht merken darf, dass Dagoberts Lokal sabotiert wird. Der KGD, der aus Versehen zusammen mit dem DGD einen Fall löst. Ein Dagobert Duck, der nicht mehr Herr seiner selbst ist. Und so manövrieren sich Donald und Dussel unter Beanspruchung der Lachmuskeln der holden Leser*innenschaft munter von einer Katastrophe in die nächste.

Katastrophenteam

Der vorliegende Band enthält ausschließlich Geheimagentencomics rund um den DGD. Diese bieten sowohl eine Hommage an die Geheimagentenfilme aus dem Fernsehen als auch eine Parodie derselben, sodass Humor ein Grundbestandteil jeder Geschichte ist. Da wird durch die Kombination Dussel und Donald das Maximum an Situationskomik herausgeholt. Die Stories sind für Kinder, aber auch für erwachsene Fans kurzweilig zu lesen.

Der Band bietet insgesamt 14 Agentengeschichten, von denen die Hälfte deutsche Erstveröffentlichungen sind.

Kritik aus Kindermund: Mein Sohn merkt allerdings an, dass er es nicht gut findet, dass Dagobert seine Agenten „immer so robust in die Zentrale ruft und ihnen dabei so wehtut“. Außerdem merkt er an, dass er den beiden Agenten ein Lob des Onkels wünscht – um das kommen sie unglücklicherweise immer herum. Für empathische Kinder wie meines ist die Gewalt und die Ungerechtigkeit, denen v.a. Donald permanent ausgesetzt ist, ein Greuel. Das finden sie nicht witzig. Meiner Meinung nach hat er Recht, denn Schadenfreude ist tatsächlich eine negative Freude, die sich am Unglück anderer ergötzt. Eine solche Freude sollte man nicht noch weiter befördern in einer Welt, die sowieso auf dem Ellenbogenprinzip und der Willkür von anderen über andere beruht.

Gut findet mein Sohn, dass Dagobert wenigstens ab und zu seine Agenten ordentlich ausrüstet. Aber er könne sie „wenigstens bezahlen und besser behandeln. Aber an sich sind es spannende Abenteuer.“


Genre: Comic
Illustrated by Egmont Ehapa

LTB Classic Edition! 11: Die Comics von Carl Barks

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Entenhausens größter Pechvogel

In Entenhausen rumpelt es bedenklich. Als Die Duck-Familie dem für Onkel Dagoberts Geldspeicher gefährlichen Rumpeln nachgehen will, entdeckt sie im Erdinnern die Kullern. Und die will bald ihre Meisterschaft „Kuller-Cup“ austragen – auf dass die Erde mächtig bebe!

Onkel Donald will beweisen, dass auch er olympiatauglich ist. Deshalb bewirbt er sich bei den Ausscheidungswettkämpfen in Entenhausen. Tatsächlich gewinnt er einige Disziplinen – aber nicht wegen seiner Sportlichkeit.

Als Onkel Dagobert von einem Hypnotiseur die Miete eintreiben will, bietet der ihm eine Rückführung in ein früheres Leben an. Onkel Dagobert lehnt ab – bis er erfährt, dass andere Entenhausener mit Erinnerungen an vergrabene Schätze reich geworden sind.

Als Donald eine Walschule sieht, kommt ihm die Idee, mit einem gefangenen Wal Geld zu verdienen. Eine Bucht scheint ihm für diesen Zweck wie geschaffen. Also treiben er und seine Neffen einen Wal in die Bucht. Aber damit ist es nicht getan und die Probleme fangen erst richtig an.

Daniel Düsentrieb will Urlaub von seinem Erfindergeist machen. Um nur ja nicht in Versuchung zu geraten, geht er für eine Weile zu Oma Duck auf’s Land, da das Landleben beschaulich und geruhsam sein soll. Aber selbst dort kommt der umtriebige Erfindergeist nicht zur Ruhe.

Um mit wenig Aufwand Geld zu verdienen, meldet sich Onkel Dagobert bei einer Quizsendung für Dumme an. Aber er hat nicht mit dem Finanzamt gerechnet, das bei einer gewissen Geldsumme Strafen verhängt.

Auf einem Kostümfest will Donald als Ritter erscheinen, weil er die ritterlichen Ideale schätzt. Aber Ritter sind momentan in Entenhausen alles andere als angesagt. So erntet er für sein Kostüm v.a. Hohn und Spott – bis Löwen ausbrechen.

Als Onkel Dagobert erfährt, dass er nur der zweitreichste Mann der Welt sein soll, will er das nicht auf sich sitzen lassen. Also macht er sich auf den Weg zu seinem Gegner Mac Moneysac, um zu beweisen, dass er der reichste Mann der Welt ist.

Donald will seine schwimmbegeisterten Neffen Kultur beibringen, indem sie Klavier spielen lernen sollen. Die drei Jungen sind davon aber alles andere als begeistert. Deshalb beschließt Donald, sie zum Schwimmwettkampf herauszufordern. Aber entgegen seines Versprechens sind seine Schwimmmethoden alles andere als fair play.

„120 Jahre Carl Barks – Der Mann, der Entenhausen schuf“ (Verlag)

318 Seiten vollgepackt mit 10- und 1-Seitern des Erfinders des Duck’schen Universums Carl Barks: Einfach gehaltene Comics, die auch heute noch mit Witz, Humor, Ideenreichtum und Charme begeistern. Die vorliegenden Geschichten stammen aus den Jahren 1955 und 1956. Der Verlag veröffentlicht Carl Barks Werk chronologisch. Ungewohnt ist evtl. die Kürze der Comics, da in den meisten anderen Bänden die Storys meist deutlich über 10 Seiten lang sind.

Für weibliche Fans fällt die Abwesenheit der Frauen auf: Noch erscheinen sie höchstens als Rand- oder Nebenfiguren, und dann – dem Rollenklischee der 50er getreulich folgend – in den entsprechenden „Frauen“-rollen. Daran hat sich in Entenhausen bis heute bedauerlicherweise wenig geändert.

Anbei noch ein paar Infos des Verlags zu Carl Barks, dem wir den Entenhausener Kosmos verdanken: „Carl Barks wurde 1901 in Oregon, USA geboren. Als junger Mann arbeitete er als Farmer und Drucker. Sein Traum war aber ein anderer: Er wollte Cartoonist werden und 1935 ging dieser Traum in Erfüllung. Disney engagiert ihn anfangs als Zeichner in der Trickfilmabteilung. Dort wurden seine Qualitäten als Gaglieferant und und Story-Board-Schreiber schnell erkannt. Donald Duck hatte zwar bereits ein Jahr zuvor als „Wise Little Hen“ sein Filmdebüt gegeben, doch Barks entwickelte die Figur weiter, gab Donald den berühmten Matrosenanug, kürzte seinen Schnabel und ließ ihn menschlicher aussehen. Von April bis 1943 bis September 1965 schrieb und zeichnete er fast alle 10-seitigen Duck-Geschichten in „Walt Disney’s Comics und Stories“. Carl Barks schuf rund 6400 amerikanische Disney-Comicseiten, die meisten davon handelten von der Duck-Familie. So entwickelte Barks schrittweise den gesamten Entenhausener Kosmos. 1947 gelang es Barks eine ganz besondere weltberühmte Ente zu erschaffen. Für eine Weihnachtsgeschichte brauchte er einen griesgrämigen Erbonkel: Dagobert Duck, die reichste Ente der Welt, die gern im Geldbad schwimmt, war geboren. Nach den Kurzgeschichten folgten lange Abenteuer der Entenfamlie. Barks schickte Donald, die drei Neffen und Dagobert um die ganze Welt. Sogar auf anderen Planeten und auf dem Meeresgrund sind sie unterwegs gewesen. Oft bediente sich Barks der griechischen Mythologie und Legenden vergessener Kulturen. So hatten die waghalsigen Enten oft verrückte Abenteuer zu bestehen, in denen sie „Das goldene Vlies“ suchten oder El Dorado und Atlantis entdeckten. Am 25. August 2000 starb die Legende Carl Barks.“

Im vorliegenden Band gibt es Infos zu Carl Barks und Übersetzerin Dr. Erika Fuchs, die den Inflektiv und heute gebräuchliche Sprüche wie „Dem Ingeniör ist nichts zu schwör“ erfand.

Ich persönlich hätte mir mehr Hintergrundinfos zur Entstehung der Comics gewünscht und zum Betriebsklima innerhalb des Disney-Imperiums. Das soll ja entgegen der fortschrittlichen Animationskunst nicht besonders arbeiterfreundlich (v.a. gegenüber Frauen) und hierarchisch dominiert gewesen sein.

 

Fazit

Die frühen Comics des Entenhausener Erfinders Carl Barks sind einfach, aber abwechslungsreich und humorvoll gehalten, dabei aber männlich dominiert. Frauen kommen nur am Rand und nur in den 1950er-typischen Geschlechterrollen vor. Daran hat sich bis heute bedauerlicherweise (zu) wenig geändert.


Genre: Comic
Illustrated by Egmont Ehapa Media

LTB: Weltreise 1

LTB-WELTREISE-Nr-1-EUROPA-Lustiges-TaschenbuchEntenhausener Weltreise beginnt in Europa

„Sicher und sorgenlos einmal um den ganzen Globus reisen: Das bietet ab dem 11. Februar die neue Sonderreihe des Walt Disney Lustiges Taschenbuch (LTB) „Weltreise“. Der Anfang wird in Europa gemacht. Die Weltenbummler Donald Duck und seine drei Neffen machen unter anderem Station in Deutschland, der Schweiz, Norwegen und Italien. Ihre Abenteuerlust hält nichts und niemand auf. Auch Micky Maus erlebt mit seiner Herzensdame Minnie Maus spannende Urlaubstage. Angefangen bei einer kulinarischen Reise durch die Schweiz, getoppt von einer Begegnung mit Erzfeind Plattnase in London und gekrönt von einem kaiserlichen Krimi in Frankreich!“ (Inhaltsangabe des Verlags)

Der Band beinhaltet folgende 14 Geschichten, darunter 8 Erstveröffentlichungen: Der mysteriöse Mommentaler, Reise duch Europa, Jagd durch Berlin, Das Geheimnis der Schachfiguren, Das kaiserliche Biskuit, Weltenbummler unterwegs: Paris, Der Schiefe Turm von Pisa, Urlaub auf Schloss Wahnstein, Mit Indiana Goof auf Reisen: Dick aufgetragen!, Der Krake im Fjord, Seeluft: Ein Tag am Meer, Das Geheimnis von Sparta, Weltenbummler unterwegs: Gipfelstürmer, Der zauberblaue Stein – Teil eins bis vier

Abenteuergeschichten und Anspielungen

Laut Verlag soll diese LTB-Sonderreihe im weiteren Verlauf nicht nur Europa in den Blick nehmen, sondern auch Nordamerika, Afrika, Ozeanien, Südamerika und Asien. Die Storys sind meist als Abenteuergeschichten aufgemacht. Die erste beginnt für Micky und Minnie Maus im Käseland Schweiz und ist eine Mischung aus Detektivgeschichte und humorvollem Blick auf Restaurantkritiker. Nebenbei fließt ein, dass in der Schweiz in kleinen Käsereien per Hand hochwertiger Käse hergestellt wird. (Das wird bei Comics meist unterschätzt: Auch sie können Wissen transportieren oder auf solches in Form von Anspielungen verweisen.) Weitere detektivische Fähigkeiten sind bei Minnie und Micky gefragt, als sie dem Kriminellen Plattnase in London auf die Spur kommen wollen. Auch in Frankreich werden Micky und Minnie ungewollt in kriminelle Machenschaften verwickelt.

Detektivischen Spürsinn müssen auch die Ducks beweisen, als sie Gundel Gauckley zuvorkommen und den zauberblauen Stein finden wollen. Schon auf der ersten Seite wird Wissen vermittelt: Ultramarin war im Mittelalter der aus fein gemahlenem Lapislazuli und Bindemittel gewonnene ebenso ultrateure und beständige Farbstoff. Auch die Namenserklärung ist gut getroffen: Ultramarin kommt aus dem Lateinischen und bedeutet ungefähr „jenseits des Meeres“, weil der Edelstein damals aus Afghanistan über das Meer kam. Ansonsten wird vom Aussehen her natürlich auf den Renaissance-Maler und Architekten Raffael angespielt, der (wie im Comic angedeutet) von seinem Vater als erstem Lehrmeister in der Malerei ausgebildet wurde. Auch Szenen wie das Malen seines Selbstportraits sind gekonnt umgesetzt, da das Portrait dem des echten Raffael sehr ähnelt – und, pfiffig eins obendrauf- und umgesetzt, Raffael Duckzio sich in gleicher Pose zu seinem Schüler umdreht.

Anspielungen finden sich auch in Form von Adalberto Echo, der die Duckifizierung von Umberto Eco ist, hier in der Form des Reiseleiters und Kunsthistorikers. Kindern müssen die Anspielungen nicht auffallen, die Geschichten funktionieren auch ohne deren Verständnis. Allerdings kann aus dem Lesen solcher Gechichten ein Interesse für die realen Personen und die Historie erwachsen. Erwachsene Leser*innen können sich an den Anspielungen und am Nachspüren erfreuen, warum sie wie verwendet wurden.

Fazit

Lustige und spannende Abenteuergeschichten mit Anspielungen.


Illustrated by Egmont Ehapa, Egmont Ehapa Media

LTB 539: Zurück am Tatort Entenhausen

Zurück am Tatort Entenhausen

„Zurück am Tatort“ sind alle berühmt-berüchtigten Verbrecher Entenhausens: Sie haben sich zusammengeschlossen, um Entenhausen endgültig unter Kontrolle zu bringen. Deswegen fährt Donald im Eiltempo mit dem „Taxi nach Entenhausen“, um nicht nur die Polizei zu retten, sondern auch das Versteck der Verbrecher preiszugeben.

„Das Imperium des Konditors“ gründet sich auf krummen Machenschaften eines berüchtigten Verbrechers. Auf die kommt Malvo Mausalbano allerdings nur zufällig, weil er dem Sohn seiner Haushälterin aus der Patsche helfen will.

Wer ist in „Phantomias – der Film“ als Hauptdarsteller besser geeignet als Phantomias selbst? Das zumindest denkt sich Donald, der für die Rolle vorspricht. Aber dann kommt alles anders: Ausgerechnet Dussel soll den Helden spielen. Aber nicht nur Dussels wegen gerät alles außer Kontrolle – auch ein Verbrecher spielt kräftig mit.

„Unruhe in der Unterwelt“ verursacht ein fremdes Verbrecher-Duo, das im Territorium der Panzerknacker räubert. Das lassen die sich natürlich nicht bieten und mobilisieren ihre Mitkollegen, um die unliebsame Konkurrenz aus dem Weg zu schaffen.

„Ein Fantastilliardär auf Abwegen“ ist Onkel Dagobert, als er gezwungenermaßen den Bus nimmt, um zum Milliardärsklub zu kommen. Das beschert ihm gleichermaßen ungewohnte und ungewollte Abenteuer.

„Die Farben der Zukunft“ malt Minnies Ahnin Minnie Conquete, als sie eine Meuterei auf einem Forschungsschiff verhindern will. Aber Kater Karlito setzt alles daran, ihren engagierten Einsatz zu vereiteln.

„Der Mentalist“ fasziniert Dussel so, dass er diesen Beruf erlernen will.

„Die Sprache der Musik“ muss Donald notgedrungen lernen, als er versehentlich Daisys wertvolle Vase zerstört. Denn der einzige, der eine dieser seltenen Vasen hat, komuniziert nur über die Musik.

„O.M.A – Die Rückkehr des Gestaltwandlers“ Gilor Borax versetzt Donald in Angst und Schrecken. Trotzdem muss er sich dem außerirdischen Bösewicht stellen, um Dussel zu befreien.

„Die wippschwänzige Wirrschopfschnepfe“ bringt Onkel Dagobert fast den Ruin. Aber Onkel Dagobert wäre nicht Onkel Dagobert, wenn er nicht auch diese Situation zu seinem Vorteil nutzen könnte.

50 Jahre Tatort

Global Creative Director von Egmont Publishing und LTB-Tatort-Entenhausen-Erfinder Peter Höpfner formuliert die Gratulation zum 50-jährigen Tatort-Jubiläum so: „Der erste Tatort ‚Taxi nach Leipzig‘ lief 1970 und begründete eine deutsche Fernsehtradition. Das mussten wir natürlich aufgreifen und freuen uns über eine enge und engagierte Kooperation mit den echten Tatort-Profis. Ähnlichkeiten mit den Kommissaren aus Entenhausen und den beliebten TV-Figuren sind somit nicht wirklich zufällig.“ Auch Tatort-Schauspieler Claus Dieter Clausnitzer, bekannt in seiner Rolle als „Vaddern“ im Tatort aus Münster, ist in Entenhausen als Taxifahrer unterwegs. Natürlich spielt auch das Cover und eine der ersten Seiten sichtbar auf den Tatort an.

Die Idee ist also gut. Leider bleibt es bei einer Tatort-Geschichte im gesamten LTB. Aber zumindest haben viele der anderen Geschichten noch mit Verbrechensaufklärung zu tun, sodass zumindest der thematische Bezug gewahrt bleibt. Für die, die mit diesem Thema nichts anfangen können, gibt es aber auch weitere Geschichten, die keinen Bezug zu Verbrechen haben.

Drei der Geschichten ranken sich rund im Sprache. Die Sprache der Musik ist entweder universell oder im Falle Donalds eine Art Geheimsprache zur Informationsvermittlung. „Der Mentalist“ kommt völlig ohne Text aus und kommuniziert nur über die Bilder. Bilder benutzt auch Daisy, um den Matrosen ihr Anliegen zu verdeutlichen. Da kommt eine typisch amerikanische Eigenheit zum Zuge: Nicht nur im Militär werden Bilder, oder besser gesagt Comics, verwendet, um auch weniger Gebildeten Informationen zugänglich zu machen. Bilder (wie auch Musik) werden univerversell verstanden. Im Europa des Mittelalters dienten Bilder aller Art der Bevölkerung, die nicht lesen und schreiben konnte, ebenfalls als Informationsquelle.

Der Band ist insgesamt geeignet für kleine und große Leser/innen. Die kleinen verstehen die Geschichten auch ohne die Anspielungen, die großen können sich über ebensolche freuen.

Fazit

Actionreicher Lesespaß für Groß und Klein. Mehr Tatort hätte dem LTB aber sicher nicht geschadet.


Genre: Comic
Illustrated by Egmont Ehapa Media

Walt Disneys wundervolles Weihnachtsfest

Friedliche Weihnachten? Denkste! Nicht in Entenhausen.

Zur schönsten Zeit des Jahres geht es nicht nur bei Donald Duck chaotisch zu. Aber eben auch bei ihm ist eine „Wilde Weihnacht“ angesagt. Weil sich seine Neffen so brav benommen haben, will Donald ihnen als Weihnachtsmann eine schöne Weihnacht bescheren. Aber durch einen dummen Zufall finden die Kinder heraus, dass Donald der Weihnachtsmann ist. Da verlieren sie jeden Glauben an Weihnachten. Derweil hat Dagobert Duck mit ganz anderen Sorgen zu kämpfen: Die Panzerknacker rauben als Weihnachtsmänner verkleidet seinen Geldspeicher aus.

„Karl Käfer“ rettet Weihnachten“, indem er eine Idee hat, wie er seinen unter Schnee begrabenen Freunden helfen kann.

„Der Lohn der guten Tat“ zeigt Onkel Dagobert in einem ganz anderen Licht: Er will dem Weihnachtsmann wenigstens von einer guten Tat im Jahr berichten können. Auf der Suche nach der guten Tat ist er – ohne es zu merken – ein hilfreicher Engel für andere.

Um ein „Geplatztes Geschäft“ geht es bei Mickey Maus und Goofy. Da platzen nicht nur Goofys heißgeliebte Kaugummiblasen, sondern auch ein Spielzeugweihnachtsmann – mit ungeahnten Folgen.

„Viel zu brav“ dagegen findet Donald seine Neffen, deren endlos lange Wunschliste der ewig pleite Pechvogel nicht erfüllen kann. Da muss unbedingt eine Provokaktion her, damit sich seine Neffen doch noch daneben benehmen und sein Geldbeutel geschont wird.

„Zwei Hörnchen im Geschenkesack“ erleben unfreiwillig turbulente Weihnachten.

„Wasser fürs Weihnachtsfest“ muss her – koste es, was es wolle! Denn Donald kann keine Sekunde länger seine deprimierten Neffen ertragen, die sich sehnlichst eine weiße Weihnacht wünschen. Das beschert ihm eine Menge überraschender Abenteuer.

José und Manuel sind bei der armen Witwe Lopéz zum Weihnachtsessen eingeladen. Da aber beide alles andere als mit Geld gesegnet sind, muss eine Idee her. Und José findet: Auch „Gebrachte Geschenke“ können Freude bringen!

„Schurken in der Bank“ dagegen bringen den Filialleiter in Bedrängnis, sind aber für Donald ein Glücksfall.

„Die Rückkehr des Weihnachtsmannes“ ist ein dringendes Anliegen von Mickey, der dem „Jahr 2000 Hype“ überhaupt nichts abgewinnen kann. Also greift er dem Weihnachtsmann tatkräftig unter die Arme.

„Gut verpackt ist halb gefunden“, aber eben nur halb, wie Donald auf seiner Geschenkeodysee feststellen muss.

Auf ein „Prima Programm“ hofft Rudi am Weihnachtsabend. Er will mit seiner Klarabella einen Horrorfilm anschauen. Aber die ist nicht begeistert.

Um „Das verschwundene Erz“ in einer seiner Fabriken macht sich Dagobert große Sorgen. Um den Gaunern auf die Schliche zu kommen, schickt er Donald und dessen Neffen nach Lappland.

„Ein Geschenk für den Weihnachtsmann“ ist eigentlich eine nette Idee – aber nicht, wenn sie von Kapitain Hook stammt.

„Besser spät als nie“ denkt sich Donald, der kurz vor dem Jahreswechsel noch etwas Besonderes vollbringen will. Aber das ist leichter gesagt als getan.

Humor, Action und der Geist der Weihnacht

Die Sonderausgabe von Weltbild punktet nicht nur mit dem Preis, der um ganze 17 Euro günstiger als der der deutschen Erstausgabe ist, sondern kommt auch noch als Hardcover daher.

Die einzelnen unterschiedlich langen Geschichten selbst versprechen nicht nur Spannung, Action und Humor, sondern transportieren durchaus auch den Geist der Weihnacht: Für andere da sein, selbstlos und hilfsbereit sein, ein Herz für die Armen haben, einen anderen Blickwinkel einnehmen, eine schöne Tradition in Ehren halten, nachhaltig denken.

Aber sie werfen auch die Frage auf: Wie gehe ich damit um, wenn die Kinder entdecken, dass es keinen Weihnachtsmann gibt? Leider wird diese Frage nur aufgeworfen und dann platt damit beantwortet, dass es ihn doch gibt.  Aus der Geschichte hätte man definitiv mehr machen können. Das ist aber der einzige Wehrmutstropfen, denn ansonsten sind die in sich abgeschlossenen Storys amüsant zu lesen. Schön auch, dass ein paar bekannte und ein paar weniger bekannte Figuren des disney’schen Universums ihren Weihnachtsauftritt haben. Das darf ruhig öfter vorkommen.

Fazit

Netter weihnachtlicher Zeitvertreib für Familien.


Genre: Comic
Illustrated by Weltbild GmbH

LTB Sonderedition: Literatur aus Entenhausen 1

Inhalt

„Die tragische Geschichte von Don-Romeo und Julia“ basiert auf einem kätzischen Missverständnis. „Ducklet“ hingegen muss sich mit seinem Onkel herumschlagen, der ein Opfer des Zaubertrankes Halluzinus geworden ist. Die sich daraus ergebenden Verwicklungen kosten ihn fast seine Liebe zu Odesia. Als Minnie nach langer Zeit wieder in „Nussknacker und Mäusekönig“ ihre alte Tante auf dem Land besucht, erzählt sie ihr von einem seltsamen Traum. „Die Verwandlung des Gregor Ducksa“ beschreibt den allseits bekannten Pechvogel Donald, wie er wieder einmal eine verhängnisvolle Pechsträhne hat. Aber ausnahmsweise gibt es für Donald diesmal eine Revanche. „Graf Phantula“ hingegen treibt sein Unwesen bei den Frauen und macht sie verrückt auf rote Beete. „Gittas Sommernachtstraum“ entpuppt sich leider nicht für Gitta als wahrgewordener Traum, sondern für eine Rivalin. „Der Schatz auf der Bohnenranke“ endet für Onkel Dagobert nicht so wie erhofft. In „Des Widerspenstigen Zähmung“ gelingt es Gitta endlich, sich ihren Wunschprinzen zu angeln. Aber ob da wirklich Liebe im Spiel ist?

LTB Literatur aus Entenhausen Nr. 1

Literatur neu interpretiert

Man ahnt es schon, diese Sonderedition knöpft sich Bekanntes aus der Weltliteratur vor und verduckifiziert sie gnadenlos. Das kann man, je nach Geschmack, gut oder schlecht finden. Die einen werden in der z.T. sehr freien Interpretation der Originale eine Verschandelung sehen. Die anderen, zu denen auch ich gehöre, finden es sehr amüsant, die Originale  mit den Adaptionen zu vergleichen und sich Gedanken darüber zu machen, wo es Unterschiede gibt und was diese bezwecken. Dabei geht die Skala bzgl. der Ableger von „noch überraschend nah am Original“ bei „Graf Phantula“ über „das Original als Ausgangspunkt für eine Weiterführung der Story genutzt“ bei „Gittas Sommernachtstraum“ bis hin zu „ui, das ist jetzt doch recht frei“ (und im Gegensatz zum alptraumhaften, depressiven, pessimistischen Kafka-Original wohltuend bissig optimistisch) in „Die Verwandlung des Gregor Ducksa“. Humorvoll sind sie allesamt allemal, selbst wenn wie in „Graf Phantula“ sogar die Farben an das düstere Original erinnern.

Davon einmal abgesehen bergen solche Adaptionen die Chance, Kinder spielerisch an die Weltliteratur heranzuführen und sie auf die Originale neugierig zu machen. Meinem Sohn jedenfalls gefallen die Geschichten, und im Fall des Märchens mit der Bohnenranke ist ihm auch schon der ein oder andere Unterschied zum Original aufgefallen.

Fazit

Adaptionen, egal wie frei sie sind, bieten die Chance auf Neues, Neugier auf die Originale, amüsante Vergleiche mit den Originalen. Und sie holen so manches Stück Weltliteratur, das allmählich in Vergessenheit gerät, wieder aus der Mottenkiste hervor. Allein dafür lohnt sich schon die Anschaffung.


Genre: Comic
Illustrated by Egmont Ehapa Media

LTB Kochbuch – Einfach lecker! 15 Comics und Rezepte

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London, 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts: „Die kulinarische Weltreise“ – in 6 Teilen – wird für Onkel Dagobert alias Lord Dagobert D. Duckby (Besitzer des Lokals „Die goldene Gans“) und Franz Gans alias Fancois Gourmet (Pariser Koch der „Goldenen Gans“) nicht nur zu einem Abenteuer, sondern auch zu einem kulinarischen Highlight. Zu verdanken haben sie diese Weltreise der Wette mit Klaas Klever alias John K. Klever (Besitzer des Restaurants „Neue Gabel“, Konkurrenz der „Goldenen Gans“). Duckby verspricht, in einem Monat alle Kontinente zu besuchen und von dort je ein landestypisches Rezept mitzubringen. Diese sollen in Duckbys Restaurant nach Ablauf der Reise serviert werden. Werden die beiden es schaffen oder bringen die Schwierigkeiten der Reise sie zu Fall?

Ein „Umwerfender Geschmack“ verursacht bei Gundel Gaukley einen Ohnmachtsanfall.

Einen „Kochkurs im Chateau Baguette“ soll Mickey nach Wunsch seiner herzallerliebsten Minnie absolvieren, damit ihr Verlobter die Feinheiten der gehobenen Küche kennen und schätzen lernt. Allerdings artet der Kochkurs in detektivische Detailarbeit aus, als eine mysteriöse Gestalt des Nachts im Chateau herumschleicht.

Diese deutschen Erstveröffentlichungen und 7 weitere schon in LTBs veröffentlichte Geschichten verbinden einen spannenden und lustigen Inhalt mit einem schmackhaften Rezept. Natürlich spart auch dieses LTB nicht mit Anspielungen z.B. auf Weltliteratur wie z.B. „In 80 Tagen um die Welt“ oder musikalische Größen wie die Rolling Stones. Die Anspielungen in dem LTB machen sie nicht nur für Kinder, sondern auch für erwachsene Fans spannend.

Ebenfalls interessant ist auch die letzte Geschichte des Buches „Zu gut getarnt“, in der die Panzerknacker zur Tarnung eine Straßenküche aufmachen, um die gegenüberliegende Bank auszuspionieren. Daraus entwickelt sich ein florierendes, legales Geschäft. Eine scheinbare Nebensache kann also zur Glück (und Geld) bringenden Hauptsache werden, wenn man es denn zulässt.

Aber auch „Die wichtigste Zutat“ vermittelt eine Botschaft: Nicht sterile, komplizierte und hochstylische Küche ist bei den Menschen gefragt, sondern mit Liebe Gekochtes und Gebackenes, mit dem man gute Erinnerungen verknüpft.

„Mit allen Tricks“ zeigt, dass gute Küche nicht zum (nachbarschaftlichen) unguten Wettkampf ausarten, sondern tatsächlich Menschen miteinander verbinden sollte.

„Am Anfang war der Mais“ erzählt, wie eine Stadt dank eines Lebensmittels floriert. Das spielt auf andere Städte wie z.B. das rheinland-pfälzische Schifferstadt mit seinen Rettichen (und der dazugehörigen Rettichkönigin) an, vermittelt aber v.a. den Wert von Lebensmitteln und propagiert den ganzheitlichen Zugang zu solchen, um sie wertschätzen zu können. Sie erinnert aber auch an die alte Praxis, Nahrung (Samen u.Ä.) für schlechte Zeiten aufzubewahren, und  an die weltweit einzige Sauerteigbibliothek.

Neben all diesen genussfreudigen Geschichten hat die Redaktion aber auch gute, schmackhafte und größtenteils leicht zuzubereitende Rezepte zu den Geschichten ausgesucht, die v.a. vegetarisch sind. Süßspeisen dürfen neben all dem Gesunden aber auch sein. Mein Sohn und ich haben die meisten der Rezepte schon nachgekocht und finden sie sehr schmackhaft. Für meinen Sohn, der von jeher kein besonders guter Esser war, bedeuteten diese Rezepte aber auch, dass sie mit seinen Liebelingsfiguren verknüpft sind, was das Essen für ihn besonders interessant macht.

Damit erfüllen die Geschichten und Rezepte eine sehr wichtige Funktion: Sie führen Kinder an gesunde Nahrung heran und begeistern sie für diese – auch solche wie meinen Sohn, die für Essen normalerweise nicht viel übrig haben.

Fazit: Die gelungene Verbindung von spannenden Geschichten rund ums (v.a. gesunde) Essen und dazugehörigen schmackhaften und meist leicht nachzukochenden Rezepten liefern nicht nur Lese- sondern auch Gaumengenuss für die ganze Familie und einen schönen Zugang zum Umgang mit Lebensmitteln. Die Idee ist zwar für das LTB nicht neu, darf aber ruhig aufgrund der guten Eigenschaften zum Klassiker ausgebaut werden.

 


Genre: Comic
Illustrated by Egmont Ehapa

Minnie&Daisy: Spy Power – Doppeltes Dilemma

Minnie freut sich: Endlich ist sie, wie ihre Freundin Daisy, an der begehrten Emelrich-Erpel-Universität angenommen worden! Schöne Zeiten stehen bevor, denn jetzt heißt es neben Studieren auch Parties feiern und neue Freunde finden. Aber Daisy wirkt überraschend distanziert, redet mit ihr nicht mehr über sich selbst und scheint stattdessen immer mehr Geheimnisse vor Minnie zu haben. Minnie beschließt herauszufinden, was mit ihrer Freundin los ist. Und gerät mitten hinein in einen Spionagefall.

 

Bewertung: Der in sich abgeschlossene Comic-Roman mit Appetizer auf eine neue Story am Ende ist tatsächlich wie angekündigt voller Frauenpower und Action und damit für Kinder, v.a. Mädchen, im Grundschulalter bis zur 6. Klasse spannend zu lesen. Wie auch im Band „Immer Ich – Vom Pech verfolgt“ spielt der Comic-Roman mit Comic- und Roman-Elementen sowie Farben, die gekonnt ineinander übergreifen und so den Inhalt unterstützen.

Schön an diesem Comic-Roman ist das selbstbestimmte Frauenbild der Protagonistinnen, aber auch der Gegenspielerinnen und weiblichen Nebenfiguren. Es zeigt auf diese Art nebenbei, dass Frauen alles können (und dürfen), was sie sich vornehmen, vom Studium, über Fitness bis hin zum Beruf des Agenten, der in der Filmwelt mit James Bond eher männlich konnotiert ist und in der die Bond-Frauen leider eher das hübsche Beiwerk sind. Hier wird ein Frauenbild geschaffen, in dem es auch böse und ambivalente Frauen geben darf und die guten nicht bloß auf das hübsche Anhängsel eines Mannes reduziert werden, sondern selbst ihr Leben in die Hand nehmen. Männer spielen in diesem Comic-Roman dementsprechend eine untergeordnete Rolle.

Leider schlägt aber auch hier die Klischeefalle in Form der Farben zu: Rosa und Lila dominieren als Farbwahl. Wie schon anderweitig erwähnt, ist die Farben Rosa allerdings lange Zeit eine männliche Farbe gewesen, weil sie als das „kleine Rot“ betrachtet wurde. Rot stand für Blut, Krieg und den Planeten Mars, wobei der griechische Gott Mars für den Krieg zuständig war. Sieht man die Farbe Rosa unter diesem Aspekt, passt sie aber auch wieder zur Story, in der sich die Heldinnen in Gefahr begeben und ganz ohne Mann „ihren Mann stehen“.

Fazit: Sieht man einmal von den klischeebeladenen Farben Rosa und Lila ab, stehen die weiblichen Figuren in dem Comic-Roman ganz ohne Mann ihren Mann und sind damit durchaus Vorbild für Mädchen.


Genre: Comic, Roman
Illustrated by Egmont Ehapa

Young Donald Duck: Immer ich! Vom Pech verfolgt – Ein Comic-Roman

Fotogalerie

Schon der 12-jährigeDonald ist vom Pech verfolgt: Der Hof seiner Großmutter, und damit sein Zuhause, soll verkauft werden. Donald könnte den Hof retten, wenn er an der Elite-Schule PRIMA als Schüler aufgenommen werden würde. Aber leider ist Donald nicht gerade ein guter Schüler.

Seine Freundin Dolly beschließt ihm zu helfen und schickt heimlich eine Bewerbung anstelle Donalds an die PRIMA. Und tatsächlich: Donald wird als Schüler aufgenommen – allerdings nur wegen eines Missverständnisses. Er soll angeblich Meister von „Lagoo“ sein. Aber niemand weiß, was das eigentlich ist, schon gar nicht Donald.

Damit er an der Schule bleiben und damit Omas Hof retten kann, überlegen er und die anderen Schüler, den Begriff „Lagoo“ mit Inhalt zu füllen und veranstalten den ersten Lagoo-Wettbewerb der Geschichte.

„Lustiges Taschenbuch Lesespaß“ heißt das neue Experiment von Ehapa, welches Comic und Lesebuch miteinander kombinieren und so mehr Spaß am Lesen erzeugen will. Um es vorweg zu sagen: Dieses Crossover ist durchaus gelungen.

Zum einen werden die beiden Genres gut miteinander verzahnt, was sich schon im Textbild widerspiegelt. Erzählertext, Panels, Geräusche und unterschiedliche Textfarben für die verschiedenen Figuren gehen geschmeidig ineinander über. Betonungen im Text werden über Schriftgröße und Großbuchstaben geregelt. Zum anderen interagiert der fiktive Erzähler mit der Leserin /dem Leser und den Figuren, sodass auch hier Grenzen aufgelöst werden.

Das alles erzeugt ein lebendiges Leseerlebnis, das durch den Humor des fiktiven Erzählers noch verstärkt wird. „Lustig“ und „Lesespaß“ können also selbstbewusst die Brust herausstrecken.

Natürlich wird auch mit den Farben gespielt und so Stimmung erzeugt. Kater Karlo und Hugo kommen in gedeckten, dunklen Farben daherher; auch gefährliche Situationen werden mit dunklen Farben unterstützt. Der (blut-)rote Pulli Donalds steht für seine impulsive und lebendige Seite, ebenso seine in rot gedruckten Wortbeiträge. Wobei leider auch hier das Rollenklischee zuschlägt: Donald trägt eine (marine-)blaue Hose, die berockten Mädels Minnie, Dolly und Daisy trifft man v.a. in Lila und Rosa an.

Dazu ein erhellendes Zitat aus dem Lady’s Home Journal von 1918: „Die allgemein akzeptierte Regel ist Rosa für Jungen und Blau für Mädchen. Der Grund dafür ist, dass Rosa als eine entschlossenere und kräftigere Farbe besser zu Jungen passt, während Blau, weil es delikater und anmutiger ist, bei Mädchen hübscher aussieht.“

Der Hintergrund: Rosa galt lange Zeit als das kleine Rot. Und Rot wurde mit Blut, Krieg, dem Kriegsgott Mars assoziiert und war damit eine männliche Farbe. Die neue Farbe Blau für das männliche Geschlecht konnte sich erst nach der Vorbereitung durch die marineblaue Kleidung, die Blue Jeans und die blaue Arbeitskleidung in den 1940ern durchsetzen. Vorher galt Hellblau als Mädchenfarbe und Blau wurde als Sinnbild von Ganzheit und Zyklus des ewig wiederkehrenden Kreislauf des Seins gesehen, sowie als Suche  nach der Geborgenheit im Mutterschoß und als Farbe des Matriarchats.

Ähnliches gilt für Rock, Hose, Kleid und Stöckelschuhe, die allesamt bei weitem nicht so geschlechtszementiert waren, wie man es uns heute weismachen will. Dafür steht auch die seit den 1990ern (wieder) aufkommende Männerrockbewegung. Wer sich darüber schlau machen möchte: https://dress2kilt.eu/ferdi.htm. Auch mein kleiner Sohn ärgert sich darüber, dass Mädchen unkritisiert Röcke und Kleider tragen dürfen und er nicht. Die patriarchalisch-einseitigen Klischees wenden sich also auch gegen die XY-Chromosomträger.

Damit wären wir bei einer allgemeinen Kritik an Comics angekommen: Gerade Comics, die von Männern gezeichnet und getextet werden, transporierten immer noch unhinterfragt die unrühmlichen und einengenden, oft genug diskriminierenden Rollenklischees. Da macht auch dieser Comic-Roman keine Ausnahme. Zeit, dass sich was ändert. Schließlich sind wir schon im 21. Jahrhundert angekommen.

Fazit: Gekonntes humorvolles Crossover von Comic und Lesebuch, das auch für ältere LeserInnen durchaus lesenswert ist. Leider werden aber auch hier – wie in der Comic-Branche bisher großteils üblich – Rollenklischees unkritisch übernommen.


Genre: Comic, Roman
Illustrated by Egmont Ehapa

LTB 10: Sommer Sonderband

Sprichwörtlich „In den Sand gesetzt“ haben die Panzerknacker den von Onkel Dagobert geklauten Geldsack – den er natürlich schnellstmöglich wieder zurückhaben will. Aber nicht nur Dagobert Duck ist hinter seinem Geld her.

„Das Sommerfest“ soll dem kleinen Donald nach einem Wettbewerb ein neues Fahrrad bescheren. Leider funkt wieder Donalds sprichwörtliches Pech dazwischen. Oder?

„Reporter Goofy“ erlebt mit „Plutos gutem Riecher“, der „Spionin aus Zirkonia“ und einem „fast perfekten Plan“ jede Menge unverhoffter Abenteuer, die ihn aber schlussendlich immer in einem guten Licht dastehen lassen – im Gegensatz zu seinem in zwielichte Machenschaften verstrickten Chef.

„Schwarzbarts Erbe“ beschert Micky und Goofy im Wettlauf gegen die Zeit die Suche nach einem verschollenen Schatz, während in „Urlaub um jeden Preis“ die Panzerknacker völlig gegen ihre sonstigen Gewohnheiten unbedingt zurück ins Gefängnis wollen.

In „Sonne, Strand und Schrot“ gewinnt ein wehrhafter Farmer einen Strandurlaub. Das sorgt bei dem urlaubsunwilligen alten Mann für jede Menge Chaos.

„Ein nettes Plätzchen“ hat sich Donald zwar ausgesucht, aber nicht damit gerechnet, dass es schon belegt ist. Um den Eindringling zu vertreiben, lässt sich Donald einige Gemeinheiten einfallen. Aber da hat er nicht mit dem Widerstandsgeist des anderen Urlaubers gerechnet.

„Stress am Strand“ haben Daisy und ihre Freundinnen, die von den Panzerknackern bedroht werden. Aber selbst ist die Frau…

Die 12 kurzen und langen kunterbunten Sommergeschichten aus dem Hause Disney sorgen auch in Corona-Zeiten für gute Laune. Und im Falle der Geschichte „Ein nettes Plätzchen“ gibt es sogar noch eine Lektion in sozialem Verhalten: Kommunikation als A und O des sozialen Miteinanders – vorbildhaft vorgeführt von den Kindern.

In „Sonne, Strand und Schrot“ demonstriert ein Bauer, dass es auch zuhause am schönsten sein kann. Und machen nicht gerade Familien gern Urlaub auf dem Bauernhof? Die Geschichten rund um Reporter Goofy überraschen mit einem Goofy, der nicht bloß naiv und tollpatschig ist, sondern durchaus auch seine Schokoladenseiten präsentieren kann.

Fazit

Insgesamt verbreitet auch dieser Sonderband sonnige und heitere Stimmung.


Genre: Comic
Illustrated by Egmont Ehapa Media

Micky Maus 11/20

In der 2. Zeitreisegeschichte „Newtons Apfel“ besucht Donald Duck Sir Isaac Newton im Jahr 1665. Donald ärgert sich über die schlechte Platzierung seines Technik-Blogs und hofft, durch ein Interview mit Newton die Beliebtheit seines Blogs zu steigern. Da er Dussel mitnimmt, gerät die Sache etwas außer Kontrolle. Aber Dussels Anwesenheit ist auch entscheidend für Newtons berühmte Entdeckung der Schwerkraft.

„Alles in einem Bild“ zeigt, dass moderne Kunst v.a. im Auge des Betrachters liegt. Klarabella schenkt ihrem Rudi ein Bild, in dem jede(r) etwas anderes sieht. Um der Bedeutung des Bildes auf die Spur zu kommen, beschließen Minnie und Klarabella, den Künstler höchstselbst zu fragen.

In Donalds „Heldentraum“ mimt der notorische Pechvogel einen wackeren Recken, der seine geliebte Daisinde aus den Klauen des berüchtigten Graf Gustav des Glücklichen befreien will. Leider heißt dessen Domizil nicht umsonst „Burg Drachensteyn“.

„Raffiniert programmiert“ ist mit Stellas Hilfe Daniel Düsentriebs neues Ninja-Spiel mit VR-Brille. Stella selbst mimt aber in der Schule die Tolpatschige, da sie in ihrer alten Schule wegen ihres Intellekts gemobbt wurde.Tick, Trick und Track überzeugen sie, dass sie sich nicht länger verstellen muss.

„Ein Unglückstag“ für Dagobert Duck: Eigentlich will er nur seinen Geldsack unbehelligt von den Panzerknackern zur Bank tragen. Daniel Düsentrieb soll ihm dabei helfen. Aber dessen Unsichtbarkeitsspray hat so seine Tücken.

Wie in den anderen Heften auch unterhalten sowohl die kurzen als auch die längeren Comicgeschichten kleine als auch größere Leser/innen gut – und sie vermitteln nebenbei ein wenig Hintergrundwissen z.B. über Isaac Newton.

Sehr humorvoll wird außerdem Sinn und Unsinn von moderner Kunst hinterfragt und dabei prima gezeigt, dass Realität subjektiv ist: Sie ist das, was Sinne und Hirn eines jeden einzelnen daraus machen.

Angeschnitten wird auch ein Thema, dass jede(r) aus seiner eigenen Schulzeit und auch im sonstigen Leben kennen dürfte: Außenseitertum und damit einher gehend Mobbing. Das Gegenmittel wird gleich mitgeliefert: Toleranz, Akzeptanz und die Anerkennung der Stärken eines Menschen. Jede(r) darf so sein, wie sie/er ist.

Schön auch wieder die kurzen Infos auf jeder Doppelseite z.B. über den internationalen Museumstag oder den „Dark Day“, die verständlich Wissen vermitteln. Rätselcomics, Witze, Experimente und ein Extra runden das Bild ab. Als Extra gibt es diesmal einen Blaster mit Schwertmodus. Zielgenauigkeit lässt sich zwar trefflich mit diesem Spielzeug trainieren, aber ob man dazu unbedingt Kriegsspielzeug braucht, sei einmal dahingestellt. Davon abgesehen ist ein solches Spielzeug nicht unbedingt elternfreundlich – Eltern wissen, was ich meine.

Das Magazin richtet sich vorwiegend an Kinder zwischen acht und zwölf Jahren, ist aber auch für größere Fans interessant, weil die Comics mit Anspielungen aufwarten. Es erscheint alle 2 Wochen.


Genre: Comics
Illustrated by Egmont Ehapa

Lustiges Taschenbuch Sonderband – Advent 2

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Ein „Wunderbares Weihnachtsfest“ hätte es werden können, wenn Onkel Donald nicht vergessen hätte, den Wunschzettel seiner Neffen dem Weihnachtsmann zu geben. Und dann verunfallt der Weihnachtsmann auch noch, als er in Onkel Donald reinfährt. Zumindest glauben das seine Neffen. Als Donald die herumliegenden Päckchen sieht, beschließt er, einen der Adressaten zum Weihnachtsmann zu machen, um seine Neffen zu überraschen. Aber das ist schwerer als gedacht, denn alle hassen Weihnachten. Über „Geklaute Geschenke“ regt sich Onkel Dagobert auf. In seinen Warenhäusern verschwinden gerade in der Weihnachtszeit immer wieder Geschenke. Als Donald sieht, dass sich seine Neffen an den Videospielen eines der Warenhäuser zu schaffen machen, glaubt er, die Diebe gefunden zu haben. Aber alles läuft anders als vermutet. In ein „Zauberhaftes Mahl“ geraten Donald und seine Neffen, als sie sich verfahren und in einem Spukschloss Rast machen. Dort warten die ehemaligen Bewohner darauf, erlöst zu werden. „Wunder im Sack“ will Goofy den Kindern schenken, weil er dieses Jahr in einem Kaufhaus den Weihnachtsmann spielen darf. Aber der Leiter des Kaufhauses hat andere Pläne. „Unverhofft kommt oft“, als sich Onkel Dagobert unversehens unter Bettlern wiederfindet, die ihm ein unvergessliches Weihnachtsfest bescheren.

24 Geschichten zum Selbstöffnen auf 296 Seiten präsentiert der Sonderband des LTB – an je einem Tag darf man eine Geschichte aufreißen, die in ihrer Gesamtheit Weihnachten unter verschiedenen Blickwinkeln beleuchten; sogar Grusel ist dabei. Darunter sind 6 Erstveröffentlichungen, die im Buch gekennzeichnet sind: „Zauberhaftes Mahl“, „Doppelt hält besser“, „Weihnachtsschmuggel“, „Weihnachtsfreuden“, „Zu viel Dankbarkeit“ und „Die Weihnachtsüberraschung“. Die Geschichten machen wie immer Spaß zu lesen und versetzen die LeserInnen in Weihnachtsstimmung, inklusive Botschaften wie Nächstenliebe und die Fähigkeit, hinter die Fassade zu schauen. Keine der Geschichten kommt im 1. Advents-Sonderband vor. Das Cover mit seinem Goldglanz und den verkleideten Neffen verbreitet ebenfalls Weihnachtsstimmung. Einzige Wehrmutstropfen sind der Preis -12 Euro lässt einen schmalen Geldbeutel eher geschlossen bleiben – und die Tatsache, dass nur 6 der Geschichten neu sind.


Illustrated by Egmont Ehapa

Micky Maus 24/25

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Heft 1: „Spielen oder Spülen“ heißt es für Donald, der gegen einen Schachmeister antreten will. Verliert er, darf er lange Zeit im Hause Donald das Geschirr spülen. „Alles höchst verdächtig“ erscheinen Micky Maus die Aktivitäten in Nachbars Garten. Als er nachforscht, erwartet ihn eine böse Überraschung. „Kampf um die Karten“ heißt es für Donald und seine Neffen beim EM-Eröffnungs- und Rätselratespiel. „Furchtlos wollen sich Tick, Trick und Track den Mädels gegenüber präsentieren. Aber der Schuss geht nach hinten los. „Gefährliche Gäste“ erwarten die Panzerknacker, als diese wieder einmal in Onkel Dagoberts Geldspeicher einbrechen wollen. Gustav Gans hat „Kriminell viel Glück“, als ihn Ganoven verfolgen. „Ein Reicher reicht“ denkt sich Dagobert Duck, als er seine Klone nicht mehr ertragen kann.

Heft 2: Donald „Verduftet“ gern, wenn es um Arbeit geht. Aber diesmal kommt er nicht drumherum: Er muss Schiri spielen im Spiel 1. FC Entenhausen gegen die brutalen Spartak Brutopia. Da kann nur noch der Erfindergeist Daniel Düsentriebs helfen. „Schöner schauen“ heißt es für Donald – in zweierlei Hinsicht. Zum „Autogrammjäger“ mutiert Donald für seine Neffen, denen er ein solches vom FCE versprochen hat. „In der Oper“ ist Fußball unerwünscht: Das muss Donald leidvoll erfahren.

Das MM-Heft 24/25 steht ganz im Zeichen der EM: Zumindest das Sonderheft, das neben Donald’schen Fußballgeschichten ein Interview mit Manuel Neuer, EM-Rekorde, eine Rezension zum EM-Game, einen Spielplan, ein Quiz, die Vorstellung der Stars und Premieren-Teams, sowie Texte und Fotos zu den einzelnen EM-Mannschaften bietet. Die Texte sind einfach und verständlich, damit kindgerecht für Grundschüler gehalten. Die Texte über die Teams bieten neben (recht wenigen) Infos Prognosen, wie für sie die EM laufen könnte. Meinen Sohn (4 Jahre) haben die Texte noch nicht begeistern können (kein Wunder bei dem Alter, aber er wollte sie ja unbedingt vorgelesen haben), dafür umso mehr das Schiri-Set, das als Extra beiliegt. Die roten Karten, der Bleistift und v.a. die Pfeife sind der Renner für ihn: Fouls pfeifen, Karten verteilen und sich Notizen machen – wie die Schiris im Fernsehen. Sohnemann ist derzeit im Fußballfieber, das auch durch diverse Jumpers, Stickeez und Stickers in der Kita grassiert. Da kommen solche Extras natürlich gerade recht.

Das klassische Heft bietet viele Stories außerhalb des Fußballs, die schön zu lesen sind. Außerdem sind wieder Witze, Rätsel, Experimente und Texte über die zweckentfremdete Verwendung von Badewannen und andere Kuriositäten dabei, die den MM-Fan unterhalten, sowie Wissenswertes und leicht Verständliches über die Sommersonnenwende. Der „Entenkicker“ auf der Rückseite bietet amüsante Artikel rund um den Entenhausener Fußball.

Insgesamt zwei gelungene Hefte, die nicht nur Grundschülern Spaß machen.


Genre: Comics
Illustrated by Egmont Ehapa

LTB 481: Elf Enten müsst ihr sein

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12 Geschichten beinhaltet das LTB mit einem deutschen und einem österreichischen Cover, das auf die EM 2016 Lust machen will. Schade nur, dass in nur drei der Geschichten der Fußball ein zentrales Thema ist: „Elf Enten müsst ihr sein!“, „Die Schreck-Schraube“ und „Mit viel Gefühl“. „Elf Enten müsst ihr sein!“ heißt es so schön mannschaftlich, allerdings geht es v.a. um eine Ente, nämlich Hermann Hattrick. Der ist zwar so breit wie tumb, dafür aber ein genialer Fußballer – allerdings nur, wenn er sein Maskottchen dabei hat. Ersatzballjunge Donald muss dem mangelnden Selbstbewusstsein des Torgenies auf die Sprünge helfen, sonst verliert der FC Entenhausen alle wichtigen Spiele. „Die Schreck-Schraube“ treibt Rudi Ross in den Wahnsinn: Ausgerechnet beim Supercupspiel ruft Klarabella an und braucht unbedingt jetzt eine neue Schraube für ihren defekten Wäscheständer. Rudi eilt schnell zum Baumarkt – und endet in einer Odyssee. „Mit viel Gefühl“ sind sogar Fußballfans dabei, wenn es um ihren Sport geht. Selbst wenn Fußballhasserin Daisy das gar nicht nachvollziehen kann. Ihr Donald könnte sich nämlich mehr um sie als um das runde Leder kümmern. Nach einem Streit eskaliert die Sache und die beiden reden nicht mehr miteinander. Dann aber erhält Daisy einen Auftrag von ihrer Firma, bei der es um Leben und Tod geht: Wenn sie nicht innerhalb eines Tages alle Fußballregeln drauf hat, springt die wichtigste Kundin ab.

Eins muss man den drei Fußballgeschichten lassen: Sie decken so ziemlich alle Felder ab. Es geht um die Fußballspieler selbst, um die Fans und um die Beziehungen der Fans zum Fußball und zu ihren Frauen. Allerdings werden da auch viele Klischees bemüht, denn natürlich mögen alle Frauen keinen Fußball, dafür umso mehr Klamotten und Mode. Alle Männer sind fußballverrückt und stellen das runde Leder fast noch über ihre Partnerin. Dass dem gottseidank nicht so ist, beweist die Realität, denn sonst gäbe es keine Fußballerinnen (wo bleibt da bitte ein LTB zur Frauen-WM oder EM?) oder Männer, die sich, wie in den USA, eher für Football oder Basketball interessieren.

Die in großer Mehrheit vorhandenen Nicht-Fußballgeschichten decken ein breites Spektrum ab: eine Karikatur von Hollywood alias „Hollyholz“, schreibende und sonstige Helden, eine Zeitmaschine in die 50er, getarnt als Themenpark („Zurück in die Zukunft“ lässt grüßen), einen Garten Eden für alle Dagobert Ducks, Privat-Detektive, die gern mal mit einem Auftrag groß rauskommen würden (und das nebenbei während eines kleinen auch tun, nur merken sie’s nicht), ein Vortrag über Katastrophen, garniert mit Dussel, ein Lachomat, der gar nicht zum Lachen ist, und ungewollte Romanzen mit heiklen Geschäftsabschlüssen.

Alles in allem ein Rundum-Sorglospaket, denn die abwechslungsreichen Storys bereiten großen wie kleinen LeserInnen einen heiteren Feierabend. Weniger Klischees dürften es dann aber doch sein. Wer noch mehr Fußballgeschichten rund um Entenhausen lesen will: Im LTB Extra Nr. 4 „Und wir holen den Pokal!“ dreht sich alles um das Runde, das ins Eckige soll.


Illustrated by Egmont Ehapa