LTB Classic Edition! 11: Die Comics von Carl Barks

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Entenhausens größter Pechvogel

In Entenhausen rumpelt es bedenklich. Als Die Duck-Familie dem für Onkel Dagoberts Geldspeicher gefährlichen Rumpeln nachgehen will, entdeckt sie im Erdinnern die Kullern. Und die will bald ihre Meisterschaft „Kuller-Cup“ austragen – auf dass die Erde mächtig bebe!

Onkel Donald will beweisen, dass auch er olympiatauglich ist. Deshalb bewirbt er sich bei den Ausscheidungswettkämpfen in Entenhausen. Tatsächlich gewinnt er einige Disziplinen – aber nicht wegen seiner Sportlichkeit.

Als Onkel Dagobert von einem Hypnotiseur die Miete eintreiben will, bietet der ihm eine Rückführung in ein früheres Leben an. Onkel Dagobert lehnt ab – bis er erfährt, dass andere Entenhausener mit Erinnerungen an vergrabene Schätze reich geworden sind.

Als Donald eine Walschule sieht, kommt ihm die Idee, mit einem gefangenen Wal Geld zu verdienen. Eine Bucht scheint ihm für diesen Zweck wie geschaffen. Also treiben er und seine Neffen einen Wal in die Bucht. Aber damit ist es nicht getan und die Probleme fangen erst richtig an.

Daniel Düsentrieb will Urlaub von seinem Erfindergeist machen. Um nur ja nicht in Versuchung zu geraten, geht er für eine Weile zu Oma Duck auf’s Land, da das Landleben beschaulich und geruhsam sein soll. Aber selbst dort kommt der umtriebige Erfindergeist nicht zur Ruhe.

Um mit wenig Aufwand Geld zu verdienen, meldet sich Onkel Dagobert bei einer Quizsendung für Dumme an. Aber er hat nicht mit dem Finanzamt gerechnet, das bei einer gewissen Geldsumme Strafen verhängt.

Auf einem Kostümfest will Donald als Ritter erscheinen, weil er die ritterlichen Ideale schätzt. Aber Ritter sind momentan in Entenhausen alles andere als angesagt. So erntet er für sein Kostüm v.a. Hohn und Spott – bis Löwen ausbrechen.

Als Onkel Dagobert erfährt, dass er nur der zweitreichste Mann der Welt sein soll, will er das nicht auf sich sitzen lassen. Also macht er sich auf den Weg zu seinem Gegner Mac Moneysac, um zu beweisen, dass er der reichste Mann der Welt ist.

Donald will seine schwimmbegeisterten Neffen Kultur beibringen, indem sie Klavier spielen lernen sollen. Die drei Jungen sind davon aber alles andere als begeistert. Deshalb beschließt Donald, sie zum Schwimmwettkampf herauszufordern. Aber entgegen seines Versprechens sind seine Schwimmmethoden alles andere als fair play.

„120 Jahre Carl Barks – Der Mann, der Entenhausen schuf“ (Verlag)

318 Seiten vollgepackt mit 10- und 1-Seitern des Erfinders des Duck’schen Universums Carl Barks: Einfach gehaltene Comics, die auch heute noch mit Witz, Humor, Ideenreichtum und Charme begeistern. Die vorliegenden Geschichten stammen aus den Jahren 1955 und 1956. Der Verlag veröffentlicht Carl Barks Werk chronologisch. Ungewohnt ist evtl. die Kürze der Comics, da in den meisten anderen Bänden die Storys meist deutlich über 10 Seiten lang sind.

Für weibliche Fans fällt die Abwesenheit der Frauen auf: Noch erscheinen sie höchstens als Rand- oder Nebenfiguren, und dann – dem Rollenklischee der 50er getreulich folgend – in den entsprechenden „Frauen“-rollen. Daran hat sich in Entenhausen bis heute bedauerlicherweise wenig geändert.

Anbei noch ein paar Infos des Verlags zu Carl Barks, dem wir den Entenhausener Kosmos verdanken: „Carl Barks wurde 1901 in Oregon, USA geboren. Als junger Mann arbeitete er als Farmer und Drucker. Sein Traum war aber ein anderer: Er wollte Cartoonist werden und 1935 ging dieser Traum in Erfüllung. Disney engagiert ihn anfangs als Zeichner in der Trickfilmabteilung. Dort wurden seine Qualitäten als Gaglieferant und und Story-Board-Schreiber schnell erkannt. Donald Duck hatte zwar bereits ein Jahr zuvor als „Wise Little Hen“ sein Filmdebüt gegeben, doch Barks entwickelte die Figur weiter, gab Donald den berühmten Matrosenanug, kürzte seinen Schnabel und ließ ihn menschlicher aussehen. Von April bis 1943 bis September 1965 schrieb und zeichnete er fast alle 10-seitigen Duck-Geschichten in „Walt Disney’s Comics und Stories“. Carl Barks schuf rund 6400 amerikanische Disney-Comicseiten, die meisten davon handelten von der Duck-Familie. So entwickelte Barks schrittweise den gesamten Entenhausener Kosmos. 1947 gelang es Barks eine ganz besondere weltberühmte Ente zu erschaffen. Für eine Weihnachtsgeschichte brauchte er einen griesgrämigen Erbonkel: Dagobert Duck, die reichste Ente der Welt, die gern im Geldbad schwimmt, war geboren. Nach den Kurzgeschichten folgten lange Abenteuer der Entenfamlie. Barks schickte Donald, die drei Neffen und Dagobert um die ganze Welt. Sogar auf anderen Planeten und auf dem Meeresgrund sind sie unterwegs gewesen. Oft bediente sich Barks der griechischen Mythologie und Legenden vergessener Kulturen. So hatten die waghalsigen Enten oft verrückte Abenteuer zu bestehen, in denen sie „Das goldene Vlies“ suchten oder El Dorado und Atlantis entdeckten. Am 25. August 2000 starb die Legende Carl Barks.“

Im vorliegenden Band gibt es Infos zu Carl Barks und Übersetzerin Dr. Erika Fuchs, die den Inflektiv und heute gebräuchliche Sprüche wie „Dem Ingeniör ist nichts zu schwör“ erfand.

Ich persönlich hätte mir mehr Hintergrundinfos zur Entstehung der Comics gewünscht und zum Betriebsklima innerhalb des Disney-Imperiums. Das soll ja entgegen der fortschrittlichen Animationskunst nicht besonders arbeiterfreundlich (v.a. gegenüber Frauen) und hierarchisch dominiert gewesen sein.

 

Fazit

Die frühen Comics des Entenhausener Erfinders Carl Barks sind einfach, aber abwechslungsreich und humorvoll gehalten, dabei aber männlich dominiert. Frauen kommen nur am Rand und nur in den 1950er-typischen Geschlechterrollen vor. Daran hat sich bis heute bedauerlicherweise (zu) wenig geändert.


Genre: Comic
Illustrated by Egmont Ehapa Media

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