Peri Meno. Rinah Lang arbeitet gerne mit Tusche, Buntstift, Schere und Papier – auch wenn sie immer wieder merkt, dass digitales Arbeiten manchmal echt praktischer ist. In ihrem neuesten Buch beim Carlsen Verlag widmet sie sich einem höchst tabuisierten Thema: den Wechseljahren, anders gesagt der Menopause.
Auf den Spuren eines gesellschaftlichen Tabus
Aufmunternd beginnt der Comic mit einer Neujahrsfeier unter einer Discokugel. Wie die Jahre vergehen! Erst noch Mutter und plötzlich erwachsene Kinder und dann klopft schon die Menopause an. Nicht bei jeder Frau zum selben Zeitpunkt, aber meistens früher als erwartet und zumeist erwünscht. Was zuerst mit einer vermeintlichen Erleichterung der Monatsblutung beginnt und sich hormonell vielleicht sogar durch größere sexuelle Aktivität auswirken kann, schlägt schnell in das Gegenteil um. Kopfweh, Schlafstörungen, Hitzewallungen/Schwitzen, Gereiztheit, Stimmungsschwankungen etc. gehören zu den unangenehmen Nebenwirkungen der Wechseljahre, die bis zu zehn Jahre oder sogar länger andauern können. Auf die Mischung kommt es an: Östrogen, Progesteron und auch Testosteron befinden sich zunehmend im Ungleichgewicht und sorgen für das, was Rinahs Schwiegermutter mit “Streitsucht” umschreibt. Auf der Grundlage von Sheila de Liz ordnet Rinah den drei Hormonen drei Schauspielerinnen zu: Drew Barrymore, Cameron Diaz und Lucy Liu, was sich zeichnerisch richtig witzig liest und zudem die Vorstellungskraft erweitert. Viele anderen Angaben sind natürlich wissenschaftlich untermauert, etwa die Prämeno, Perimeno, Meno und Postmenopause. Was an dem Ganzen allerdings eine “Pause” sein soll, das fragen sich schon seit mehreren Generationen viele Frauen…
Aufklärung ist Teilnahme und Fürsorge
Rinah Lang hat eine unterhaltsame Geschichte gezeichnet und getextet, die früher oder später alle Frauen betrifft. Dass das Thema endlich ent-tabuisiert wird, weil nur das zur Aufklärung beiträgt, ist ohnehin schon ein sehr wichtiges Anliegen, das hier auf amüsante Weise gelöst wird. “Edutainment” at its best möchte man sagen. Ihr Fazit: man muss einfach mit und nicht gegen die eigenen Ressourcen arbeiten. Aber das ergibt sich ohnehin durch das fortschreitende Alter. Als positiver Nebeneffekt der Menopause nennt sie auch, dass man endlich das macht, was man immerhin schon machen wollte. Zum Beispiel seinen Brotjob zu kündigen und einen lesenswerten Comic über die Menopause zu verfassen und zu illustrieren. Übrigens auch Männer haben eine Menopause. Sie nennt sich Andropause, ist weit weniger schlimm als die weibliche Version der hormonellen Umstellungsphase in der Mitte des Lebens, aber vielleicht auch einen weiteren Comic der Autorin wert?
Peri Meno Pause und Andropause
Wir werden sehen. Klug, kurzweilig und informativ erzählt Rinah Lang von dieser (vorletzten) Lebensphase mit all ihren Herausforderungen, Vorteilen und Nachteilen. Sie macht sich auf die Suche nach Zusammenhängen, besucht Expert:innen und begibt sich in regen Austausch mit ihren Freundinnen. Mit einem Vorwort von Prof. Dr. Mandy Mangler, Chefärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe am Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum und Vivantes Klinikum Neukölln, Autorin, Podcasterin. “Aufklärung ist eben kein Luxus – sondern Fürsorge“, so Dr. Mertcan Usluer, Gynäkollege.
Rinah Lang
Peri Meno
2026, Hardcover, 192 Seiten, Größe: 175 mm x 246 mm
ISBN: 978-3-551-80568-3
Carlsen Verlag
26,00 €

Nach Lektüre (und Rezension bei Literaturzeitschrift.de) des Buches
Schon immer waren Ihnen Männer lieb und teuer? Aber wie viel sie unsere Gesellschaft wirklich kosten, ahnt niemand und man staunt beim Lesen des Buches. Der Autor ist Volkswirt und hat seit Jahrzehnten in der Jugendarbeit Erfahrungen gesammelt, zunehmend berät er Männer, die ihre Rolle in der Gesellschaft nicht gefunden haben.
Bernhardine Evaristo hat 60 Jahre an sich gearbeitet, um eine erfolgreiche Autorin zu werden. Zuvor hatte ich das Buch
Afropäisch: Mit einem Interrailticket reist der Autor durch Europa, startet an einem 1.10. und muss genau am 31.3. zurück sein, denn er reist auf eigene Kosten, schläft dabei in Hostels, manche Einschränkungen des Komforts inbegriffen. So wird er auch Menschen begegnen, die nicht zu den Besserverdienenden gehören. Nach Plan besucht er europäische Hauptstädte und kleinere Orte im Süden Frankreichs und Spaniens: er folgt damit „seiner afropäischen Achse“. Mal reist er wie ein Flaneur, lässt sich von Zufallsbekanntschaften Geschichten erzählen, deren Informationen wird dann nachgeforscht, mal flicht er eigene Erlebnisse und Gelesenes ein. 
Lob der schlechten Laune. Strudlbrug, Griesgram, Brummbär, Stinkstiefel, Grumpy Old Men, Grantscherm, Nieselprim, Schnoferlzieher, Meckerer, Misanthrop, Gewitter-Ritter, Motzkuh, Trotzkopf, Murrkopf, Malediktologe, Isegrim, … wer sich von diesen Ausdrücken angesprochen fühlt, sollte weiterlesen. Aber es geht in Gerks Sachbuch nicht um Sigmar Polkes großes Schimpftuch, das im MoMA in New York hängt, sondern um eine weit verbreitete, besonders im deutschsprachigen Süden anzutreffende Gemütshaltung, die euphemistisch auch als Parrhesia bezeichnet wird, besser bekannt als schlechte Laune, Mieselsucht, Misophonie, Melancholie, Nostalgie, Ärger, Wut, Unmut, Groll, Verdruss, Mißmut, Lebensüberdruss, Dysthymie, Acedia, Schwermut, Geseiere… Oder auch als Verben: herummosern, motschgern, nörgeln, fuxen, sudern, raunzen, meckern, mürrisch, mieselsüchtig, … . Kennen Sie das?