Truman Capote war es, der Marilyn Monroe Mitte der 1950er Jahre an die Schauspiellehrerin Constance Collier vermittelte. Das erklärt auch die Vertrautheit der beiden, die in dem den Fotografien vorangestellten Text zu Tag tritt und der im Jahre 1955 spielt.
Auf ein Kribbelwasser beim Chinesen
In diesem Jahre hatte sie ihre eigene Produktionsfirma gegründet und war nach New York gezogen, wo sie auch an der Lee Strasberg School Actors Studio Schauspiel lernte. Zudem lernte sie auch Arthur Miller kennen, der bald ihr Ehemann werden sollte. Das von Truman Capote aufgezeichnete Gespräch hat einen sehr freundschaftlichen und unvermittelten Ton. So scheut auch Marilyn nicht vor Kraftausdrücken zurück, während sich Capote im Vergleich doch eher vornehm ausdrückt. In einem chinesischen Restaurant konsumieren sie eine Flasche “Kribbelwasser”, wie MM den Champagner nennt, und nehmen schließlich ein Foto zur Staten Island Ferry. Aber interessant ist natürlich genau das, was dazwischen passiert. Die 48 abgedruckten Photographien von Eve Arnold bis Weegee 1945-1962, von Farbe bis S/W, zeigen ein “wunderschönes Kind”, so soll Constance Collier sie einmal genannt haben, auf dem Gipfel ihres Ruhms. Aber natürlich war sie weit mehr als ein Kind, schließlich hatte sie mit 29 Jahren schon die Firma Marilyn Monroe Productions gegründet und bereits einige Erfolge gelandet. Collier sah in ihr vor allem eine Ophelia, womit sie letztendlich auch recht behielt, denn MM starb viel zu früh im Alter von nur 36 Jahren unter immer noch nicht ganz geklärten Umständen.
Eine Freundschaft mit viel Flair
Davon konnte der Schriftsteller (Frühstück bei Tiffany, Die Glasharfe, Kaltblütig), Drehbuchautor und brillante Chronist der New Yorker Society 1955 als das Gespräch stattfand natürlich noch nichts wissen. Umso überraschender wirken die Hinweise auf ihren frühen Tod, den Collier schon irgendwie antizipierte. Dafür errät Capote den Namen ihres Schriftstellers aus dem sie zuerst noch ein Geheimnis machen möchte. “Ich bin in ihren Anblick” versunken, sagt MM als sie sich vor dem Badezimmerspiegel ihren Lippenstift nachzieht. Capote hatte sie dort aufgesucht, weil sie ihn mal wieder so lange warten ließ. Die 48 Photographien machen die als Norma Jeane Baker in LA zur Welt gekommene Ikone zwar nicht wieder lebendig, aber nicht umsonst hat der Schirmer/Mosel Verlag zum 100. Geburtstag in vergrößertem Format neu aufgelegt: “Sie gleicht einem fliegenden Kolibri”, so Collier einmal, denn hinter all der Fassade und dem Make-up ist sie leicht, federleicht und zerbrechlich. Mit einer Gesamtedition von bisher elf Titeln ist Schirmer/Mosel der führende Photobuchverlag, wenn es um Marilyn Monroe geht. Der vorliegende Band versammelt frühe Pin-ups, Filmbilder und Publicity Stills, Portraitaufnahmen großer Photographen wie Richard Avedon, Cecil Beaton und Philip Halsman bis zu den eindrucksvollen Bilder der letzten Photosession mit Bert Stern im Juni 1962.
Marilyn Monroe
Ein wunderschönes Kind
48 Photographien von Eve Arnold bis Weegee 1945-1962
Mit dem Essay von Truman Capote
120 Seiten, 48 Tafeln in Farbe und Duotone
ViBi Magnum, broschiert
ISBN 978-3-8296-1047-9
Schirmer/Mosel
€ 14,80




100 Jahre Marilyn Monroe: Meine Woche mit Marilyn. Auch nach mehr als 60 Jahren ist Marilyn Monroe immer noch ein Mythos. Aber aus Anlass ihres Geburtstages am 1.6.1926 erscheint eine Vielzahl von Publikationen, die mehr Licht in das Rätsel um die eigentliche Norma Jean Baker bringt
2019 gewann der scheue, österreichische Dichter und Schriftsteller de Literaturnobelpreis. Einige Berichte zeigten den sprachlosen verstörten Dichter in seinem neuen Heim in Chaville bei Paris, wo er mehr oder weniger seit den 1990er Jahren lebt.












Jim Morrison: Der König der Eidechsen. 50 Jahre ist Mr. Mojo Risin‘ tot und dieses Mal wohl endgültig. Das Akronym unter dem er sich wieder melden wollte, Mr. Mojo Risin‘, taucht auch in dem Titelsong der letzten Langspielplatte der Doors, „L.A. Woman“ auf: „Mr. Mojo Risin‘, got to keep on rising“ heißt es dort bedrohlich. Jim Morrison, dessen weltliche Überreste auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise ruhen, ist wohl zu ewigen Wiedergeburt verdammt. Dem Stehaufmännchen des Rock huldigt die vorliegende bebilderte, überarbeitete und erweiterte Ausgabe mit dem Titel „Jim Morrison. König der Eidechsen“.




Wie kein anderer sonst, schaffte er es, über seine Photographie an die Reichen und Schönen der Welt so nahe ranzukommen, dass sie sich sogar vor ihm auszogen. Körperlich und geistig. So entstanden einige der besten und oft auch ironischsten Portraits einer Gesellschaftselite, die ihren Zenit längst überschritten hatte. Helmut Newton wurde zum Portraitisten der Haute Bourgeoisie der Welt, skurrile Situationen, selbstbewusste Frauen und weibliche Freude an der Sexualität zeichneten seine – oft überdimensionalen – Photographien aus.


Hitchcock’s Blondes: „Fake it!“, habe Hitchcock seiner Lieblingsschauspielerin Ingrid Bergman zugerufen, als diese sich einmal während der Dreharbeiten zu Notorious beklagt hatte, mit ihrem Kleid nicht durch die Türe zu passen. So legendär wie dieser Ausspruch sind auch Alfred Hitchcocks Vorlieben für blonde Frauen, die allesamt in vorliegender hochwertiger Publikation des Schirmer Mosel Verlages mit ihren Filmen vorgestellt werden: Joan Fontaine, Ingrid Bergman, Grace Kelly, Shirley MacLaine, Doris Day, Vera Miles, Kim Nowak, Eva Marie Saint, Janet Leigh, Tippi Hedren, Julie Andrews und Karin Dor.



Andrej Tarkovskij: Der Regisseur von Filmen Iwanowo detstwo (Iwans Kindheit), Andrej Rubljow, Soljaris (Solaris), Serkalo, Stalker, Nostalghia und Offret (Sacrificatio; Opfer) ist zwar schon seit mehr als 30 Jahren tot, sein Werk wird aber wohl die Ewigkeit überdauern. In einer neuen Publikation des Schirmer/Mosel Verlages wird nun noch einmal Rückblick und Einkehr gehalten, auf das Vermächtnis einer der bedeutendsten Regisseure unseres Jahrhunderts. Das Werk ist auf Deutsch und Englisch mit unterschiedlichen Titeln erhältlich.

Romy Schneider Film für Film: 63 Filme hat die im Alter von nur 44 Jahren verstorbene Romy Schneider in ihrem kurzen Leben gedreht. Die Liste der berühmten Regisseure (Luchino Visconti, Orson Welles, Andrzej Zulawski und immer wieder Claude Sautet, u.v.a.m.) mit denen sie zusammengearbeitet hat ist lang, auch die ihrer Filmpartner und berühmten Kollegen, obwohl sie wohl am liebsten mit Alain Delon gedreht hat. Der vorliegende prächtige Bildband zeichnet die Karriere der Femme fatale Film für Film noch und kann so wie ein Lexikon benutzt werden für Filmfreaks und Romy-Fans ebenso wie für einfache Cineasten. Isabelle Giordano zeichnet in ihren Film-Rezensionen, die reich illustriert sind, ein intimes Porträt der Schauspielerin und des Menschen Romy Schneider. Vor allem soll aber eine selbstbewusste Frau gezeigt werden, die zum Symbol ihrer Zeit wurde, denn sie prägte nicht nur das Bild von Generationen, sondern wurde auch zum Vorbild für die heranwachsende neue Generation von Frauen.