LTB Classic Edition! 11: Die Comics von Carl Barks

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Entenhausens größter Pechvogel

In Entenhausen rumpelt es bedenklich. Als Die Duck-Familie dem für Onkel Dagoberts Geldspeicher gefährlichen Rumpeln nachgehen will, entdeckt sie im Erdinnern die Kullern. Und die will bald ihre Meisterschaft „Kuller-Cup“ austragen – auf dass die Erde mächtig bebe!

Onkel Donald will beweisen, dass auch er olympiatauglich ist. Deshalb bewirbt er sich bei den Ausscheidungswettkämpfen in Entenhausen. Tatsächlich gewinnt er einige Disziplinen – aber nicht wegen seiner Sportlichkeit.

Als Onkel Dagobert von einem Hypnotiseur die Miete eintreiben will, bietet der ihm eine Rückführung in ein früheres Leben an. Onkel Dagobert lehnt ab – bis er erfährt, dass andere Entenhausener mit Erinnerungen an vergrabene Schätze reich geworden sind.

Als Donald eine Walschule sieht, kommt ihm die Idee, mit einem gefangenen Wal Geld zu verdienen. Eine Bucht scheint ihm für diesen Zweck wie geschaffen. Also treiben er und seine Neffen einen Wal in die Bucht. Aber damit ist es nicht getan und die Probleme fangen erst richtig an.

Daniel Düsentrieb will Urlaub von seinem Erfindergeist machen. Um nur ja nicht in Versuchung zu geraten, geht er für eine Weile zu Oma Duck auf’s Land, da das Landleben beschaulich und geruhsam sein soll. Aber selbst dort kommt der umtriebige Erfindergeist nicht zur Ruhe.

Um mit wenig Aufwand Geld zu verdienen, meldet sich Onkel Dagobert bei einer Quizsendung für Dumme an. Aber er hat nicht mit dem Finanzamt gerechnet, das bei einer gewissen Geldsumme Strafen verhängt.

Auf einem Kostümfest will Donald als Ritter erscheinen, weil er die ritterlichen Ideale schätzt. Aber Ritter sind momentan in Entenhausen alles andere als angesagt. So erntet er für sein Kostüm v.a. Hohn und Spott – bis Löwen ausbrechen.

Als Onkel Dagobert erfährt, dass er nur der zweitreichste Mann der Welt sein soll, will er das nicht auf sich sitzen lassen. Also macht er sich auf den Weg zu seinem Gegner Mac Moneysac, um zu beweisen, dass er der reichste Mann der Welt ist.

Donald will seine schwimmbegeisterten Neffen Kultur beibringen, indem sie Klavier spielen lernen sollen. Die drei Jungen sind davon aber alles andere als begeistert. Deshalb beschließt Donald, sie zum Schwimmwettkampf herauszufordern. Aber entgegen seines Versprechens sind seine Schwimmmethoden alles andere als fair play.

„120 Jahre Carl Barks – Der Mann, der Entenhausen schuf“ (Verlag)

318 Seiten vollgepackt mit 10- und 1-Seitern des Erfinders des Duck’schen Universums Carl Barks: Einfach gehaltene Comics, die auch heute noch mit Witz, Humor, Ideenreichtum und Charme begeistern. Die vorliegenden Geschichten stammen aus den Jahren 1955 und 1956. Der Verlag veröffentlicht Carl Barks Werk chronologisch. Ungewohnt ist evtl. die Kürze der Comics, da in den meisten anderen Bänden die Storys meist deutlich über 10 Seiten lang sind.

Für weibliche Fans fällt die Abwesenheit der Frauen auf: Noch erscheinen sie höchstens als Rand- oder Nebenfiguren, und dann – dem Rollenklischee der 50er getreulich folgend – in den entsprechenden „Frauen“-rollen. Daran hat sich in Entenhausen bis heute bedauerlicherweise wenig geändert.

Anbei noch ein paar Infos des Verlags zu Carl Barks, dem wir den Entenhausener Kosmos verdanken: „Carl Barks wurde 1901 in Oregon, USA geboren. Als junger Mann arbeitete er als Farmer und Drucker. Sein Traum war aber ein anderer: Er wollte Cartoonist werden und 1935 ging dieser Traum in Erfüllung. Disney engagiert ihn anfangs als Zeichner in der Trickfilmabteilung. Dort wurden seine Qualitäten als Gaglieferant und und Story-Board-Schreiber schnell erkannt. Donald Duck hatte zwar bereits ein Jahr zuvor als „Wise Little Hen“ sein Filmdebüt gegeben, doch Barks entwickelte die Figur weiter, gab Donald den berühmten Matrosenanug, kürzte seinen Schnabel und ließ ihn menschlicher aussehen. Von April bis 1943 bis September 1965 schrieb und zeichnete er fast alle 10-seitigen Duck-Geschichten in „Walt Disney’s Comics und Stories“. Carl Barks schuf rund 6400 amerikanische Disney-Comicseiten, die meisten davon handelten von der Duck-Familie. So entwickelte Barks schrittweise den gesamten Entenhausener Kosmos. 1947 gelang es Barks eine ganz besondere weltberühmte Ente zu erschaffen. Für eine Weihnachtsgeschichte brauchte er einen griesgrämigen Erbonkel: Dagobert Duck, die reichste Ente der Welt, die gern im Geldbad schwimmt, war geboren. Nach den Kurzgeschichten folgten lange Abenteuer der Entenfamlie. Barks schickte Donald, die drei Neffen und Dagobert um die ganze Welt. Sogar auf anderen Planeten und auf dem Meeresgrund sind sie unterwegs gewesen. Oft bediente sich Barks der griechischen Mythologie und Legenden vergessener Kulturen. So hatten die waghalsigen Enten oft verrückte Abenteuer zu bestehen, in denen sie „Das goldene Vlies“ suchten oder El Dorado und Atlantis entdeckten. Am 25. August 2000 starb die Legende Carl Barks.“

Im vorliegenden Band gibt es Infos zu Carl Barks und Übersetzerin Dr. Erika Fuchs, die den Inflektiv und heute gebräuchliche Sprüche wie „Dem Ingeniör ist nichts zu schwör“ erfand.

Ich persönlich hätte mir mehr Hintergrundinfos zur Entstehung der Comics gewünscht und zum Betriebsklima innerhalb des Disney-Imperiums. Das soll ja entgegen der fortschrittlichen Animationskunst nicht besonders arbeiterfreundlich (v.a. gegenüber Frauen) und hierarchisch dominiert gewesen sein.

 

Fazit

Die frühen Comics des Entenhausener Erfinders Carl Barks sind einfach, aber abwechslungsreich und humorvoll gehalten, dabei aber männlich dominiert. Frauen kommen nur am Rand und nur in den 1950er-typischen Geschlechterrollen vor. Daran hat sich bis heute bedauerlicherweise (zu) wenig geändert.


Genre: Comic
Illustrated by Egmont Ehapa Media

LTB: Weltreise 1

LTB-WELTREISE-Nr-1-EUROPA-Lustiges-TaschenbuchEntenhausener Weltreise beginnt in Europa

„Sicher und sorgenlos einmal um den ganzen Globus reisen: Das bietet ab dem 11. Februar die neue Sonderreihe des Walt Disney Lustiges Taschenbuch (LTB) „Weltreise“. Der Anfang wird in Europa gemacht. Die Weltenbummler Donald Duck und seine drei Neffen machen unter anderem Station in Deutschland, der Schweiz, Norwegen und Italien. Ihre Abenteuerlust hält nichts und niemand auf. Auch Micky Maus erlebt mit seiner Herzensdame Minnie Maus spannende Urlaubstage. Angefangen bei einer kulinarischen Reise durch die Schweiz, getoppt von einer Begegnung mit Erzfeind Plattnase in London und gekrönt von einem kaiserlichen Krimi in Frankreich!“ (Inhaltsangabe des Verlags)

Der Band beinhaltet folgende 14 Geschichten, darunter 8 Erstveröffentlichungen: Der mysteriöse Mommentaler, Reise duch Europa, Jagd durch Berlin, Das Geheimnis der Schachfiguren, Das kaiserliche Biskuit, Weltenbummler unterwegs: Paris, Der Schiefe Turm von Pisa, Urlaub auf Schloss Wahnstein, Mit Indiana Goof auf Reisen: Dick aufgetragen!, Der Krake im Fjord, Seeluft: Ein Tag am Meer, Das Geheimnis von Sparta, Weltenbummler unterwegs: Gipfelstürmer, Der zauberblaue Stein – Teil eins bis vier

Abenteuergeschichten und Anspielungen

Laut Verlag soll diese LTB-Sonderreihe im weiteren Verlauf nicht nur Europa in den Blick nehmen, sondern auch Nordamerika, Afrika, Ozeanien, Südamerika und Asien. Die Storys sind meist als Abenteuergeschichten aufgemacht. Die erste beginnt für Micky und Minnie Maus im Käseland Schweiz und ist eine Mischung aus Detektivgeschichte und humorvollem Blick auf Restaurantkritiker. Nebenbei fließt ein, dass in der Schweiz in kleinen Käsereien per Hand hochwertiger Käse hergestellt wird. (Das wird bei Comics meist unterschätzt: Auch sie können Wissen transportieren oder auf solches in Form von Anspielungen verweisen.) Weitere detektivische Fähigkeiten sind bei Minnie und Micky gefragt, als sie dem Kriminellen Plattnase in London auf die Spur kommen wollen. Auch in Frankreich werden Micky und Minnie ungewollt in kriminelle Machenschaften verwickelt.

Detektivischen Spürsinn müssen auch die Ducks beweisen, als sie Gundel Gauckley zuvorkommen und den zauberblauen Stein finden wollen. Schon auf der ersten Seite wird Wissen vermittelt: Ultramarin war im Mittelalter der aus fein gemahlenem Lapislazuli und Bindemittel gewonnene ebenso ultrateure und beständige Farbstoff. Auch die Namenserklärung ist gut getroffen: Ultramarin kommt aus dem Lateinischen und bedeutet ungefähr „jenseits des Meeres“, weil der Edelstein damals aus Afghanistan über das Meer kam. Ansonsten wird vom Aussehen her natürlich auf den Renaissance-Maler und Architekten Raffael angespielt, der (wie im Comic angedeutet) von seinem Vater als erstem Lehrmeister in der Malerei ausgebildet wurde. Auch Szenen wie das Malen seines Selbstportraits sind gekonnt umgesetzt, da das Portrait dem des echten Raffael sehr ähnelt – und, pfiffig eins obendrauf- und umgesetzt, Raffael Duckzio sich in gleicher Pose zu seinem Schüler umdreht.

Anspielungen finden sich auch in Form von Adalberto Echo, der die Duckifizierung von Umberto Eco ist, hier in der Form des Reiseleiters und Kunsthistorikers. Kindern müssen die Anspielungen nicht auffallen, die Geschichten funktionieren auch ohne deren Verständnis. Allerdings kann aus dem Lesen solcher Gechichten ein Interesse für die realen Personen und die Historie erwachsen. Erwachsene Leser*innen können sich an den Anspielungen und am Nachspüren erfreuen, warum sie wie verwendet wurden.

Fazit

Lustige und spannende Abenteuergeschichten mit Anspielungen.


Illustrated by Egmont Ehapa, Egmont Ehapa Media

LTB 539: Zurück am Tatort Entenhausen

Zurück am Tatort Entenhausen

„Zurück am Tatort“ sind alle berühmt-berüchtigten Verbrecher Entenhausens: Sie haben sich zusammengeschlossen, um Entenhausen endgültig unter Kontrolle zu bringen. Deswegen fährt Donald im Eiltempo mit dem „Taxi nach Entenhausen“, um nicht nur die Polizei zu retten, sondern auch das Versteck der Verbrecher preiszugeben.

„Das Imperium des Konditors“ gründet sich auf krummen Machenschaften eines berüchtigten Verbrechers. Auf die kommt Malvo Mausalbano allerdings nur zufällig, weil er dem Sohn seiner Haushälterin aus der Patsche helfen will.

Wer ist in „Phantomias – der Film“ als Hauptdarsteller besser geeignet als Phantomias selbst? Das zumindest denkt sich Donald, der für die Rolle vorspricht. Aber dann kommt alles anders: Ausgerechnet Dussel soll den Helden spielen. Aber nicht nur Dussels wegen gerät alles außer Kontrolle – auch ein Verbrecher spielt kräftig mit.

„Unruhe in der Unterwelt“ verursacht ein fremdes Verbrecher-Duo, das im Territorium der Panzerknacker räubert. Das lassen die sich natürlich nicht bieten und mobilisieren ihre Mitkollegen, um die unliebsame Konkurrenz aus dem Weg zu schaffen.

„Ein Fantastilliardär auf Abwegen“ ist Onkel Dagobert, als er gezwungenermaßen den Bus nimmt, um zum Milliardärsklub zu kommen. Das beschert ihm gleichermaßen ungewohnte und ungewollte Abenteuer.

„Die Farben der Zukunft“ malt Minnies Ahnin Minnie Conquete, als sie eine Meuterei auf einem Forschungsschiff verhindern will. Aber Kater Karlito setzt alles daran, ihren engagierten Einsatz zu vereiteln.

„Der Mentalist“ fasziniert Dussel so, dass er diesen Beruf erlernen will.

„Die Sprache der Musik“ muss Donald notgedrungen lernen, als er versehentlich Daisys wertvolle Vase zerstört. Denn der einzige, der eine dieser seltenen Vasen hat, komuniziert nur über die Musik.

„O.M.A – Die Rückkehr des Gestaltwandlers“ Gilor Borax versetzt Donald in Angst und Schrecken. Trotzdem muss er sich dem außerirdischen Bösewicht stellen, um Dussel zu befreien.

„Die wippschwänzige Wirrschopfschnepfe“ bringt Onkel Dagobert fast den Ruin. Aber Onkel Dagobert wäre nicht Onkel Dagobert, wenn er nicht auch diese Situation zu seinem Vorteil nutzen könnte.

50 Jahre Tatort

Global Creative Director von Egmont Publishing und LTB-Tatort-Entenhausen-Erfinder Peter Höpfner formuliert die Gratulation zum 50-jährigen Tatort-Jubiläum so: „Der erste Tatort ‚Taxi nach Leipzig‘ lief 1970 und begründete eine deutsche Fernsehtradition. Das mussten wir natürlich aufgreifen und freuen uns über eine enge und engagierte Kooperation mit den echten Tatort-Profis. Ähnlichkeiten mit den Kommissaren aus Entenhausen und den beliebten TV-Figuren sind somit nicht wirklich zufällig.“ Auch Tatort-Schauspieler Claus Dieter Clausnitzer, bekannt in seiner Rolle als „Vaddern“ im Tatort aus Münster, ist in Entenhausen als Taxifahrer unterwegs. Natürlich spielt auch das Cover und eine der ersten Seiten sichtbar auf den Tatort an.

Die Idee ist also gut. Leider bleibt es bei einer Tatort-Geschichte im gesamten LTB. Aber zumindest haben viele der anderen Geschichten noch mit Verbrechensaufklärung zu tun, sodass zumindest der thematische Bezug gewahrt bleibt. Für die, die mit diesem Thema nichts anfangen können, gibt es aber auch weitere Geschichten, die keinen Bezug zu Verbrechen haben.

Drei der Geschichten ranken sich rund im Sprache. Die Sprache der Musik ist entweder universell oder im Falle Donalds eine Art Geheimsprache zur Informationsvermittlung. „Der Mentalist“ kommt völlig ohne Text aus und kommuniziert nur über die Bilder. Bilder benutzt auch Daisy, um den Matrosen ihr Anliegen zu verdeutlichen. Da kommt eine typisch amerikanische Eigenheit zum Zuge: Nicht nur im Militär werden Bilder, oder besser gesagt Comics, verwendet, um auch weniger Gebildeten Informationen zugänglich zu machen. Bilder (wie auch Musik) werden univerversell verstanden. Im Europa des Mittelalters dienten Bilder aller Art der Bevölkerung, die nicht lesen und schreiben konnte, ebenfalls als Informationsquelle.

Der Band ist insgesamt geeignet für kleine und große Leser/innen. Die kleinen verstehen die Geschichten auch ohne die Anspielungen, die großen können sich über ebensolche freuen.

Fazit

Actionreicher Lesespaß für Groß und Klein. Mehr Tatort hätte dem LTB aber sicher nicht geschadet.


Genre: Comic
Illustrated by Egmont Ehapa Media

Fackeln im Baumwollfeld


Bei einem gemütlichen Schwätzchen im friedlichsten Kaff von Kansas erlebt Lucky Luke eine faustdicke Überraschung: Er soll Erbe der größten Baumwollplantage Lousianas sein!

„Quatsch!“, denkt Luke und will das Ganze als Scherz abtun. Mrs. Constance Pinkwater aber beliebte ganz und gar nicht zu scherzen, denn sie war ein großer Fan des einsamen Cowboys – inklusive Fanartikel.

Lucky Luke bleibt also nichts anderes übrig, als seine Erbschaft anzutreten. Aber die will er so schnell wie möglich wieder loswerden. Also beschließt er, die Baumwollplantage unter den Arbeitern, ehemaligen Sklaven, aufzuteilen. Die allerdings sind sehr misstrauisch ihrem neuen Arbeitgeber gegenüber. Kein Wunder, haben sie doch alles andere als gute Erfahrungen mit den Weißen gemacht.

Lucky Luke, der nur redliche Absichten im Sinn hat, bekommt es umgehend mit den rassistischen Nachbarn der Plantage zu tun – inklusive Ku-Klux-Klan. Auch die Daltons dürfen nicht fehlen, die mal wieder aus dem Gefängnis ausgebrochen sind. Das könnte eine sehr haarige Angelegenheit für den treffsicheren einsamen Cowboy werden, käme nicht unvermutet Verstärkung: Lukes alter mit allen Wassern gewaschener Kumpel Bass Reeves, seines Zeichens der beste Marshal westlich des Missisippi, eilt ihm zu Hilfe.

Rassismus – ein leider immer noch aktuelles Thema

… wie folgenes Zitat zeigt: „Die neugewählte republikanische Kongressabgeordnete Marjorie Taylor Greene aus Georgia verlost ein Halbautomatikgewehr aus ihrem eigenen Bestand. „Verteidigen Sie Ihre Familie, wenn Black Lives Matter/Antifa-Terroristen vor Ihrer Haustür stehen!“, schreibt sie dazu. Anfang September hatte Greene mit der Waffe neben einem Foto von drei demokratischen Kongressabgeordneten posiert, die daraufhin Morddrohungen bekamen, und war dafür von Facebook gesperrt worden. Auf Parler haben den Beitrag innerhalb von fünf Stunden 1,4 Millionen Menschen gesehen.“ (Quelle: https://www.zeit.de/politik/ausland/2020-11/parler-donald-trump-unterstuetzer-plattform-facebook-twitter-fake-news/seite-2)

Die Gräben zwischen Weißen und Menschen anderer Hautfarben sind in den USA historisch tief verwurzelt. Das nimmt der Comic auf und zeigt auf (schwarz-)humorige Weise, wie Rassissmus und Vorurteile gegenüber Menschen mit anderer Hautfarbe sowohl im sprichwörtlichen als auch im ganz realen Sinn Brände auslösen können. Dabei wird der Titel klug eingesetzt, denn er spielt auf die Serie „Fackeln im Sturm“ an, die u.a. ebenfalls den Rassenkonflikt zum Thema hat. Im wörtlichen Sinne wirbelt ein Sturm (ein Hurrikan) den Konflikt im Comic völlig durcheinander, sodass nach dem Sturm ein Neuanfang möglich ist.

Der ist im Westen laut Comic schon gegeben: Im verschlafenen Örtchen Nitchvoga (übersetzt „Siebenschläfer dösen ermattet in der Dämmerung“) sitzen Lucky Luke, ein Cherokee und später Bass Reves einträchtig nebeneinander und halten ein Schwätzchen. Das kommentiert der rothaarige Barkeeper so: „Ein schwarzer Sheriff, der Indianersprachen spricht! Da könnte man glatt an den ‚amerikanischen Traum‘ glauben.“

Der wird am Ende des Comics wieder von den Kindern aufgenommen: „Ich will später Marshal werden wie Bass Reeves“, sagt der eine. „Und ich Journalistin“, meint ein schwarzhäutiges Mädchen, das als Oprah vorgestellt wird. „Ich Präsident der Vereinigten Staaten“, wünscht sich ein Junge namens Barack. Da ist er, der Traum, der als „blühende Fantasie“ erst einmal wohlwollend von den Familienmitgliedern abgetan wird, sich aber schon im Comic andeutet durch Bass Reeves, den ersten schwarzen Hilfsmarshal. Über Reeves und schwarze und hispanische Cowboys berichtet der Comic im Extra.

Reeves als Comicfigur spielt auf Martin Luther Kings berühmte Rede an: „Ich hatte einen Traum, Luke… Ich habe geträumt, dass die Schwarzen eines Tages ebenso behandelt werden wie alle Amerikaner… Ich habe geträumt, dass sie endlich ‚freier als ihre Schatten‘ leben.“ Daraufhin erwidert Luke: „Ein schöner Gedanke. Das solltest du dir notieren…“

Beendet wird der Comic durch das amerikanische Spiritual „Let my people go“, das auf den Auszug aus Ägypten, und damit aus der Sklaverei, anspielt. Auch Tom Sawyer und Huckleberry Finn haben unterwegs einen Gastauftritt.

Fazit

Sehr gelungener Comic, der ein hochaktuelles Thema anspricht und nicht mit cleveren Anspielungen spart.


Genre: Comic
Illustrated by Egmont Ehapa Media

Der Goldene Hinkelstein

Wettstreit der Barden

Barde Troubardix will an einem Wettstreit für Barden teilnehmen. Aber der Weg zum Wettbewerb ist lang und gefährlich. Asterix und Obelix werden von Majestix abkommandiert, Troubardix zu begleiten. Nicht umsonst, denn General Eucalyptus will den Sieger des Wettbewerbs entführen lassen. Er soll ihm die Langeweile vertreiben.

Durch ein Missverständnis halten die Römer Troubardix für den Gewinner und entführen ihn. Das können unsere beiden tapferen Krieger natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Sie machen sich auf zum Römerlager Babaorum, um Troubardix zu befreien.

„Ein wiederentdeckter Schatz“ (Egmont Ehapa)

Die Geschichte erschien schon 1967 in Form eines Schallplattenbuches (dessen Originalseiten als Extra im Heft abgebildet sind). Deshalb war ich auch überrascht, keinen „echten“ Comic in Händen zu halten, sondern die schriftliche Übertragung eines Hörspiels. Dieses bietet der Verlag als Neuaufnahme unter www.asterix.com als solches zum Herunterladen an. Wer Spaß daran hat, kann die Geschichte in verteilten Rollen vorlesen oder ein eigenes Hörspiel aufnehmen; es würde sich auch als Theaterstück eignen, da die Rollen wie bei einem Theaterstück schon vorformuliert sind.

Der Verlag hat im Gegensatz zum Original die Seiten übersichtlicher und damit besser lesbar gestaltet, mit Augenmerk auf großformatige Zeichnungen. Diese sind dem Original entnommen. Als Extra ist die Entstehungsgeschichte des Originals beigefügt. Die Ausgabe gibt es sowohl als Hard- als auch als Softcover.

Die Geschichte selbst ist nicht unbedingt komplex, aber unterhaltsam, wenn auch etwas vorhersehbar. Für Fans eine nette Ergänzung.


Genre: Comic, Hörspiel
Illustrated by Egmont Ehapa Media

LTB Sonderedition: Literatur aus Entenhausen 1

Inhalt

„Die tragische Geschichte von Don-Romeo und Julia“ basiert auf einem kätzischen Missverständnis. „Ducklet“ hingegen muss sich mit seinem Onkel herumschlagen, der ein Opfer des Zaubertrankes Halluzinus geworden ist. Die sich daraus ergebenden Verwicklungen kosten ihn fast seine Liebe zu Odesia. Als Minnie nach langer Zeit wieder in „Nussknacker und Mäusekönig“ ihre alte Tante auf dem Land besucht, erzählt sie ihr von einem seltsamen Traum. „Die Verwandlung des Gregor Ducksa“ beschreibt den allseits bekannten Pechvogel Donald, wie er wieder einmal eine verhängnisvolle Pechsträhne hat. Aber ausnahmsweise gibt es für Donald diesmal eine Revanche. „Graf Phantula“ hingegen treibt sein Unwesen bei den Frauen und macht sie verrückt auf rote Beete. „Gittas Sommernachtstraum“ entpuppt sich leider nicht für Gitta als wahrgewordener Traum, sondern für eine Rivalin. „Der Schatz auf der Bohnenranke“ endet für Onkel Dagobert nicht so wie erhofft. In „Des Widerspenstigen Zähmung“ gelingt es Gitta endlich, sich ihren Wunschprinzen zu angeln. Aber ob da wirklich Liebe im Spiel ist?

LTB Literatur aus Entenhausen Nr. 1

Literatur neu interpretiert

Man ahnt es schon, diese Sonderedition knöpft sich Bekanntes aus der Weltliteratur vor und verduckifiziert sie gnadenlos. Das kann man, je nach Geschmack, gut oder schlecht finden. Die einen werden in der z.T. sehr freien Interpretation der Originale eine Verschandelung sehen. Die anderen, zu denen auch ich gehöre, finden es sehr amüsant, die Originale  mit den Adaptionen zu vergleichen und sich Gedanken darüber zu machen, wo es Unterschiede gibt und was diese bezwecken. Dabei geht die Skala bzgl. der Ableger von „noch überraschend nah am Original“ bei „Graf Phantula“ über „das Original als Ausgangspunkt für eine Weiterführung der Story genutzt“ bei „Gittas Sommernachtstraum“ bis hin zu „ui, das ist jetzt doch recht frei“ (und im Gegensatz zum alptraumhaften, depressiven, pessimistischen Kafka-Original wohltuend bissig optimistisch) in „Die Verwandlung des Gregor Ducksa“. Humorvoll sind sie allesamt allemal, selbst wenn wie in „Graf Phantula“ sogar die Farben an das düstere Original erinnern.

Davon einmal abgesehen bergen solche Adaptionen die Chance, Kinder spielerisch an die Weltliteratur heranzuführen und sie auf die Originale neugierig zu machen. Meinem Sohn jedenfalls gefallen die Geschichten, und im Fall des Märchens mit der Bohnenranke ist ihm auch schon der ein oder andere Unterschied zum Original aufgefallen.

Fazit

Adaptionen, egal wie frei sie sind, bieten die Chance auf Neues, Neugier auf die Originale, amüsante Vergleiche mit den Originalen. Und sie holen so manches Stück Weltliteratur, das allmählich in Vergessenheit gerät, wieder aus der Mottenkiste hervor. Allein dafür lohnt sich schon die Anschaffung.


Genre: Comic
Illustrated by Egmont Ehapa Media

LTB 10: Sommer Sonderband

Sprichwörtlich „In den Sand gesetzt“ haben die Panzerknacker den von Onkel Dagobert geklauten Geldsack – den er natürlich schnellstmöglich wieder zurückhaben will. Aber nicht nur Dagobert Duck ist hinter seinem Geld her.

„Das Sommerfest“ soll dem kleinen Donald nach einem Wettbewerb ein neues Fahrrad bescheren. Leider funkt wieder Donalds sprichwörtliches Pech dazwischen. Oder?

„Reporter Goofy“ erlebt mit „Plutos gutem Riecher“, der „Spionin aus Zirkonia“ und einem „fast perfekten Plan“ jede Menge unverhoffter Abenteuer, die ihn aber schlussendlich immer in einem guten Licht dastehen lassen – im Gegensatz zu seinem in zwielichte Machenschaften verstrickten Chef.

„Schwarzbarts Erbe“ beschert Micky und Goofy im Wettlauf gegen die Zeit die Suche nach einem verschollenen Schatz, während in „Urlaub um jeden Preis“ die Panzerknacker völlig gegen ihre sonstigen Gewohnheiten unbedingt zurück ins Gefängnis wollen.

In „Sonne, Strand und Schrot“ gewinnt ein wehrhafter Farmer einen Strandurlaub. Das sorgt bei dem urlaubsunwilligen alten Mann für jede Menge Chaos.

„Ein nettes Plätzchen“ hat sich Donald zwar ausgesucht, aber nicht damit gerechnet, dass es schon belegt ist. Um den Eindringling zu vertreiben, lässt sich Donald einige Gemeinheiten einfallen. Aber da hat er nicht mit dem Widerstandsgeist des anderen Urlaubers gerechnet.

„Stress am Strand“ haben Daisy und ihre Freundinnen, die von den Panzerknackern bedroht werden. Aber selbst ist die Frau…

Die 12 kurzen und langen kunterbunten Sommergeschichten aus dem Hause Disney sorgen auch in Corona-Zeiten für gute Laune. Und im Falle der Geschichte „Ein nettes Plätzchen“ gibt es sogar noch eine Lektion in sozialem Verhalten: Kommunikation als A und O des sozialen Miteinanders – vorbildhaft vorgeführt von den Kindern.

In „Sonne, Strand und Schrot“ demonstriert ein Bauer, dass es auch zuhause am schönsten sein kann. Und machen nicht gerade Familien gern Urlaub auf dem Bauernhof? Die Geschichten rund um Reporter Goofy überraschen mit einem Goofy, der nicht bloß naiv und tollpatschig ist, sondern durchaus auch seine Schokoladenseiten präsentieren kann.

Fazit

Insgesamt verbreitet auch dieser Sonderband sonnige und heitere Stimmung.


Genre: Comic
Illustrated by Egmont Ehapa Media