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Gefährten
Fraktionelles Zeitdokument Von der hierzulande kaum bekannten, dänischen Schriftstellerin Christina Hesselholdt liegen nur wenige Werke in deutscher Übersetzung vor, dazu gehört auch der 2018 veröffentliche Roman «Gefährten». Das im Original in Teilstücken zwischen den Jahren 2008 und 2014 erschienene Werk mit sechs Ich-Erzählern im Alter um die vierzig kommt ohne roten Faden aus, erzählt werden […]
27. Mai 2026
Das Café ohne Namen
Klischeehafte Milieu-Schilderungen In seinem autobiografisch inspirierten Roman «Das Café ohne Namen» schildert der österreichische Schriftsteller Robert Seethaler, wie zwanzig Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg die Stadt Wien, aus den Trümmern erhoben, in eine neue Zeit hineinwächst. Als Setting nutzt er das titelgebende Café, in dem ein buntes Völkchen von Figuren aus der untersten Gesellschaftsschicht sich […]
24. Mai 2026
Betreff: Einladung zu einer Kreuzfahrt
Unerquickliches Nebenwerk Es ist nahe liegend, wie Bodo Kirchhoff auf die Idee für seinen kurzen Roman «Betreff: Einladung zu einer Kreuzfahrt» gekommen ist. Er hat dazu im Interview erklärt, er habe selbst per E-Mail eine solche Einladung erhalten (sic). «Es hörte sich großartig an. Dann gab es einen Anhang und dann habe ich diesen Anhang […]
22. Mai 2026
Silver Surfer – Thanos’ Wiedergeburt
Silver Surfer – Thanos’ Wiedergeburt. Thanos steht im Griechischen für eine Kurzform von Athanasios (Athanasius) und bedeutet „der Unsterbliche“. Aber auch Thanatos, der Tod, spielt als Vorläufer des Namens eine Rolle, denn die Comicfigur Thanos von Titan, ist gekommen, um die Menschheit zu vernichten. Oder zumindest das Weltall um die Hälfte zu entvölkern. Humor, die […]

Sandman – Death
Sandman – Death. Der Tod in Gestalt eines hübschen, jungen Goth-Punk-Girls spielte bei der legendären Sandman-Saga von Schöpfer Neil Gaiman von Anfang an eine wichtige Rolle. Als Mitglied der The Endless Familie rangiert er gleichberechtigt neben Delirium, Desire, Despair, Destiny, Destruction und Dream, also Sandmann selbst. In der neu übersetzten Serie (zwei Death-Mini-Serien gibt es […]

Du hättest gehen sollen
Autofiktionale Schreibkrise Die Erzählung «Du hättest gehen sollen» von Daniel Kehlmann thematisiert die Schaffenskrise eines Drehbuchautors mit Elementen des Horrorfilms, allen voran wird man an «Shining» von Stanley Kubrick erinnert. Dem Ich-Erzähler kommt in einem einsam gelegenen, hochmodernen Chalet in den Alpen die Wirklichkeit abhanden. Das Ganze endet chaotisch, das Kladde des Drehbuchautors bleibt leer […]
21. Mai 2026
Gegen die Welt, gegen das Leben
Das Leben ist schmerzhaft und enttäuschend Von Michel Houellebecq, der als wichtigster französischer Schriftsteller der Gegenwart gilt, wurde 1991 mit seinem Essay «Gegen die Welt, gegen das Leben» sein erstes Werk veröffentlicht. Darin geht es um H. P. Lovecraft, den amerikanischen Urvater der fantastischen Literatur, der weltweit als der einflussreichste Autor der Horror-Erzählungen des 20ten […]
20. Mai 2026
Ausradiert
Literatur-Satire der besonderen Art Als bitterböse Satire über den Literaturbetrieb wurde der im Original 2001 in den USA erschienene Roman von Percival Everett kürzlich unter dem Titel «Ausradiert» auch auf Deutsch veröffentlicht. Der Roman wurde inzwischen verfilmt, erhielt 2024 fünf Oscar-Nominierungen und wurde mit dem Oscar für das «Beste adaptierte Drehbuch» ausgezeichnet. Der mit seinen […]
17. Mai 2026
Was nicht gesagt werden kann
Eigentlich hegte ich nach „Was ein Mann ist“ und „Turbulenzen“ gewisse Sympathien für David Szalay. Die beiden Bücher waren auf ihre Art besonders, innovativ und unterhaltsam. In beiden reihte der Autor Kurzgeschichten aneinander, die nur lose Verbindungen hatten. In „Was nicht gesagt werden kann“ ist es nun eine durchgehende Geschichte rund um den Hauptprotagonisten Istvan […]
Mischka
Seit Jahren lese ich ihre Bücher gerne: sie beobachtet genau und fügt ihre Eindrücke in die Erzählungen über ihr Leben ein, und was für ein Leben! Geboren wurde sie als Kind jüdischer Remigranten in Berlin, der Hauptstadt der DDR, die Eltern aktive Kommunisten, die beim Aufbau des Sozialismus dabei sein wollten. Und in diesem Buch zeigt sich, wie gut sie zuhören kann: bei den Schicksalen jüdischen Lebens, die ihr erzählt wurden.

16. Mai 2026
Der lebende Beweis
Missglückte Selbstbefreiung Die Filmemacherin Lola Randl hat jüngst mit ihrem vierten Roman «Der lebende Beweis» die Reihe ihrer autobiografischen Dorfromane erweitert, in denen es um die Erfahrungen geht, die eine Frau aus der Großstadt beim Umzug in eine dörfliche Welt machen kann. Man trifft als Leser hier wieder auf das Personal des ersten Romans «Der […]
14. Mai 2026
Lázár
Historisch verbrämter «Kitsch-Porno»? Der Schweizer Schriftsteller Nelio Biedermann hat mit seinem Roman «Lázár» ein Familienepos geschrieben, in dem er, über mehr als 50 Jahre hinweg und drei Generationen umfassend, die wechselvolle Geschichte einer ungarischen Adelsfamilie erzählt. Sie beginnt mit dem Zerfall der österreichisch-ungarischen Monarchie, dem später das verbrecherische Nazi-Regime folgt. Die Erzählung endet mit den […]
11. Mai 2026
Winesburg, Ohio
Kontemplativer Erzählreigen Mit seinem Band von Kurzgeschichten unter dem Titel «Winesburg, Ohio hat der US-amerikanische Schriftsteller Sherwood Anderson 1919 seinen Durchbruch erreicht. Mutig negierte er die gängige Forderung der damaligen Leserschaft nach einem spannenden Plot, er erzählt stattdessen kurze, pointierte Szenen aus einem bestimmten Lebensabschnitt seiner Protagonisten, deren Innerstes er nur skizzenhaft hervorhebt, ohne ihre […]
8. Mai 2026
Elisabeth Finch
Tiefpunkt im Werk des Autors Im umfangreichen Œuvre des vielseitigen britischen Schriftstellers Julian Barnes, der sich selbst als «glücklichen Atheisten» bezeichnet, ist der 2022 erschienene Roman «Elisabeth Finch» ein typisches Beispiel für eine aporetische Suche nach Wahrheit. Ohne Rücksicht auf die Lösbarkeit philosophischer Fragen wendet er sich als Vertreter der Postmoderne nämlich auch hier wieder […]
5. Mai 2026
Die Fremde
Die Fremde. “Manchmal haben wir einander tief verletzt, doch es war das Bemühen, sich verständlich zu machen“, schreibt die 1984 in Brooklyn geborene Claudia über die Beziehung zu ihrer Mutter. Sie wurde als CODA (children of deaf adults) geboren, Tochter zweier gehörloser Eltern, die sich einst am Ponte Sisto in Rom kennengelernt hatten. Er versuchte […]

4. Mai 2026
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