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Eine Frau in New York
Feministische Hommage an Big Apple Von der 1935 im Stadtteil Bronx geborenen Vivian Gornick ist mit «Eine Frau in New York» erst das zweite Werk aus dem beachtlichen Œuvre der Grande Dame der amerikanischen Frauenbewegung auch auf Deutsch erschienen. Die Tochter russisch-jüdischer und kommunistischer Eltern ist hierzulande bisher kaum bekannt, genießt in ihrer Heimat USA […]
10. März 2026
Im Blick der Anderen: Die Kunst, sich gesehen zu fühlen
Gehören Sie auch schon der Selbsthilfegruppe für Ratgeber-Frustrierte an? Soviel vorweg: Ellen Kuhn gibt dafür keinen Anlass. Im Gegenteil. Der Anteil der sogenannten Ratgeber-Literatur beträgt auf dem deutschen Markt immerhin 10 bis 15 Prozent. Dabei ist die Erfahrungsendlos-Schleife bei diesen Büchern doch eigentlich immer die gleiche: Die Titel versprechen das sofortige Lösen des Problems in […]
Ökonomie der Angst
Selbst Theodor Roosevelt, der amerikanische Präsident (1901-1909) nachdem auch der Teddybär benannt wurde, sah sich einer Nervenkrankheit ausgesetzt, die damals, 1869, als Neurasthenie und von dem Psychologen William James gar als “Americanitis” bezeichnet wurde, ausgesetzt. Die Nervenstörung – heute als Born-Out identifiziert – war wohl der Ersten Turboglobalisierung geschuldet, das damalige Zentrum: London. Eine Überforderung […]

8. März 2026
Demon Copperhead
Der Begriff „Remake“ ist vor allem in Zusammenhang mit Neuverfilmungen älterer, irgendwann bereits verfilmter Stoffe geläufig. In der Musik ist die Neuinterpretation vergangener Hits auch gang und gäbe, manche nennen es auch Covern. Aber das gibt es auch in der Literatur. Und man kann dafür sogar einen Pulitzer-Preis gewinnen. So geschehen bei Barbara Kingsolver. Die […]
4. März 2026
Pizza Girl
Hommage an eine Außenseiterin Unter dem Titel «Pizza Girl» hat die junge amerikanische Schriftstellerin, deren Mutter aus Korea stammt, auf Anhieb einen Debütroman geschrieben, der in den USA in bestimmten Leserschichten sehr erfolgreich war. Es ist die in Los Angeles angesiedelte Coming-of-Age-Geschichte einer 18jährigen Pizza-Fahrerin aus der unteren Gesellschaftsschicht, die sich tapfer und unverdrossen durch […]
3. März 2026
Können Sie mich sehen?
Martin Suters „Können Sie mich sehen? Die Business Class im Homeoffice“ möchte an jene Disziplin anschließen, in der sein Autor lange nahezu konkurrenzlos war: die kunstvolle Kleinform der satirischen Büroprosa. Wieder geht es um das Personal der gehobenen Arbeitswelt — um CEOs, Bereichsleiter, Aufsteiger, Statusgläubige und jene mittlere Managementkaste, die sich mit bewundernswerter Verbissenheit für […]
1. März 2026
Der Berliner Asyl-Verein für Obdachlose
Winfried Ripp erzählt in Der Berliner Asyl-Verein für Obdachlose die Geschichte einer Institution, die im Berlin des Kaiserreichs für ein anderes Verständnis von Fürsorge stand. Sein Gegenstand ist der 1868 gegründete Berliner Asyl-Verein, der wohnungs- und obdachlosen Menschen Schutz bot, ohne sie zu registrieren, zu moralisieren oder zur Arbeit zu zwingen. Das Buch verfolgt die […]
Huris
Allen Drohungen zum Trotz Für seinen im Jahre 2025 auf Deutsch erschienenen, dritten Roman «Huris» erhielt der in Algerien geborene und 2020 in Frankreich eingebürgerte Schriftsteller Kamel Daoud als erster algerisch-stämmiger Autor den Prix Goncourt. Er zählt in Frankreich zu den maßgebenden zeitgenössischen Autoren und ist für seine harsche Kritik am Islam bekannt, auch was […]
28. Februar 2026
Die Heilung von Luzon
Unerfüllte Erwartungen Der neue Roman von Karl-Heinz Ott mit dem deskriptiven Titel «Die Heilung auf Luzon» ist ein psychologisch raffiniertes Spiel mit den Ängsten und Problemen zweier Paare, von denen jeweils einer der Partner unheilbar erkrankt ist. Nachdem die Schulmedizin ihnen keine Aussicht mehr auf Heilung attestieren kann, setzen sie nun ihre letzte Hoffnung auf […]
25. Februar 2026
Der alte Zausel oder Was ist Wahrheit?
Es gehört zu den bittersten Erfahrungen eines Lebens, irgendwann erkennen zu müssen, die falschen Menschen für die richtigen gehalten zu haben – und zugleich zu begreifen, wie weit Ideal und Wirklichkeit auseinanderklaffen. Noch bitterer wird diese Einsicht, wenn die Hoffnung dennoch nicht stirbt, die Schere zwischen beiden könne sich eines Tages wieder schließen. In dieser […]
24. Februar 2026
Zsömle ist weg
Zwischen Wahnsinn und Realität Der ungarische Schriftsteller Lásló Krasznahorkai wurde 2025 mit dem Nobelpreis des Jahres ausgezeichnet «für sein fesselndes und visionäres Werk, das inmitten apokalyptischen Schreckens die Macht der Kunst bekräftigt». Passend dazu erschien im gleichen Jahr auch sein neuester Roman unter dem kryptischen Titel «Zsömle ist weg», der, als politische Satire angelegt, eine […]
23. Februar 2026
Karen W.
Authentisches Zeitzeugnis Der im Jahre 1974 in der damaligen DDR erschienene Debütroman von Gerti Tetzner mit dem Titel «Karen W.» wurde kürzlich als Wiederentdeckung in einer Neuauflage herausgebracht, ergänzt um ein ausführliches Interview mit der betagten Schriftstellerin. Zwischen der titelgebenden Protagonistin und Ich-Erzählerin Karen Waldau und der Autorin gibt es unübersehbare Parallelen, beide haben Jura […]
20. Februar 2026
Die Holländerinnen
Dschungelartiges Erzählspiel Die Schweizer Schriftstellerin Dorotee Elmiger hat mit ihrem Roman «Die Holländerinnen» den Deutschen Buchpreis des Jahres 2025 gewonnen. Die an Joseph Conrads «Herz der Finsternis» erinnernde, kurze Geschichte greift auf ein reales Ereignis zurück, bei dem 2014 zwei junge holländische Frauen im Urwald spurlos verschwunden sind, – ein Fall, der nie aufgeklärt wurde. […]
16. Februar 2026
Abschied(e)
Ist die Erinnerung ebenso eine Konstruktion wie die Wirklichkeit? Julian Barnes, der diesen Monat 80 Jahre alt wird, blickt auf ein erfülltes Schriftstellerleben und stellt sich die wichtigsten Fragen des Seins: was ist wirklich wichtig und wer sind wir? Madeleine, die Pilgermuschel, auf der Suche nach der verlorenen Zeit Dass die Erinnerung die Identität wesentlich […]

15. Februar 2026
Blaue Romanze
Polit-Seminar statt Liebes-Schnulze Der 2025 erschienene, zweite Roman von Nora Haddada weist mit seinem Titel wie auch im Klappentext auf eine Liebesgeschichte hin und weckt Leser-Erwartungen, die er letztendlich konterkariert mit einer brisanten politischen Thematik. Es geht um die seit der Gründung des Staates Israel als Folge des Genozids an den Juden andauernde, kriegerische Auseinandersetzung […]
11. Februar 2026
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