Erwachen – eine Reise in Corona-Zeiten

„Kann man tot sein und trotzdem leben?“

Heidi ist tot. Aber eigentlich ist sie das auch wieder nicht. Denn ihre Seele lebt weiter und sie lebt gar nicht mal so schlecht in ihrem selbsterschaffenen Strand-Paradies. Trotzdem heißt das für Heidis Seele nicht, dass sie die ganze Zeit selbige baumeln lässt. Ganz im Gegenteil: Sie führt erhellende Gespräche mit ihrem Geist, dem sie den Namen „Verstand“ gibt (und der aussieht wie Hercles Farnese), über die jenseitige Welt und wie sie funktioniert. Dabei erfährt sie auch, dass sie ihren hilfreichen Geist selbst erschaffen hat und dieser ihre sämtlichen Wiedergeburten mitplant und überwacht. Und sie erfährt, was passieren kann, wenn sich eine Seele von ihrem Geist trennt. Letzteres sieht sie an der Seele Olim. Olim hat sich von seinem Geist abgewendet und der ist dabei zu vergehen. Aber wenn der Geist vergangen ist, vergeht irgendwann auch die Seele. Das ist keine angenehme Sache, weshalb Heidi, deren Seelenname eigentlich Flör ist, Olim rät, sich wieder mit seinem Geist zu vertragen.

Mit ihrem eigenen Geist Heracles Farnese bespricht Flör ihre Reinkarnationen und ihre Geburt als Seele. All dies kommt ihr nach und nach in ihr seelisches Gedächtnis, als sie in ihrem Paradies „träumt“. Ihre Reinkarnationen – sowohl als Mann als auch als Frau, manchmal sogar als Doppelwiedergeburt – arbeitet sie nach und nach auf und erkennt, wo in ihren Leben etwas schief gelaufen ist, was gut war und wie diese Leben aufeinander eingewirkt haben. Als Flör schließlich alles mit ihrem Geist besprochen und aufgearbeitet hat, nimmt sie ihre zukünftige Reinkarnation in den Blick und schaut sich an, wie diese verlaufen könnte und ob Flör tatsächlich in dieses Leben inkarnieren möchte. Denn alles ist eine Sache des freien Willens.

 

Erkenntnisse der Reinkarnationstherapie und der Theorie „Leben zwischen den Leben“ in Romanform

Reinkarnationstherapeutin Kristine Weitzels hat die Erfahrungen, die sie mit ihren Klient*innen in den Hypnosesitzungen gemacht hat, in einen in sich abgeschlossenen humorvollen, spannenden Roman verpackt. Dieser dröselt sowohl die einzelnen abwechslungsreich geschriebenen Wiedergeburten als auch die jenseitige Welt (und wie sie funktioniert) nach und nach auf, sodass sich schließlich aus den einzelnen Puzzleteilen ein vollständiges Puzzle ergibt. Die Leser*innen entdecken also zusammen mit der Seele Flör die Gesetzmäßigkeiten der dies- und jenseitigen Welt und wie alles miteinander zusammenhängt.

Die Autorin hat gut recherchiert und in ihren Roman auch die aktuelle Corona-Krise eingebarbeitet. Außerdem verbindet sie verschiedene Themen wie Pandemien, Umweltverschmutzung und -schutz, selbstbestimmtes Sterben, soziales Miteinander, verschiedene Theorien zur jenseitigen Welt und Physik, Philosophie usw. zu einem stimmigen Ganzen.

Der einzige Wehrmutstropfen sind die Tippfehler, die häufiger vorkommen. Vor allem großzügig verteilte Kommatas erschweren hin und wieder den Lesefluss.

Davon abgesehen ist es aber erfrischend, einen etwas anderen Roman lesen zu können als die gängigen Romane, die der Mainstram sonst so zu bieten hat. Verlage, v.a. große Verlage, bieten kaum noch Abwechslung, höchstens Varianten der gleichen Themen. Ideen, die tatsächlich neu sind, sind mittlerweile eher selten. Hier hat man die Chance, eine neue Idee spannend serviert zu bekommen. Und natürlich ist dieser Roman auch lesenswert für diejenigen, die sich für die Themen Tod, Jenseits und Wiedergeburt interessieren.

Als Extra sind dem Buch noch der Seelenstammbaum Flörs angliedert, sowie historische Fakten zu den einzelnen Wiedergeburten. Die Buchkapitel werden von passenden Zitaten u.a. aus der Philosophie eingeleitet.

Mich persönlich hat das Buch beeindruckt und zum Nachdenken angeregt.

 

Fazit

Spannend in einen abwechslungsreichen Roman verpackte Erkenntnisse über Tod, Wiedergeburt und Leben im Jenseits.


Genre: Roman

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