Die Wölkchenbäckerei: Abnehmen mit Brot und Kuchen

Backen wie auf Wölkchen? Wölkchengleiche, luftige Teige?

Das in der mittlerweile 11. Auflage erschienene Back-Buch wirbt mit dem Slogan „Schnelle, einfache Rezepte mit Nährwertangaben“. Tatsächlich verspricht dieser Slogan nicht zuviel: Die Rezepte sehen nicht nur einfach und unkompliziert aus, sie sind es auch. Ich habe schon mehrere Rezepte ausprobiert und bin inklusive Backzeit nach ca. einer Stunde mit allem fertig. Tatsächlich sind sie so einfach (auch in der Anleitung) gestaltet, dass mein 8-jähriger Sohn (mit nur wenig Hilfe von mir) selbst backen kann, worauf er sehr stolz ist. Das Backbuch eignet sich also auch für das Backen mit Kindern, sogar mit etwas kleineren, denn es geht schnell und das ein oder andere Rezept benötigt keine Eier, sodass diese Teige bedenkenlos geschleckt werden können. Des Weiteren komme ich bisher prima ohne Rührgerät aus; Schneebesen, Löffel, Hände, manchmal auch eine Gabel tun es genauso. Das alles hat mich und meinen Sohn motiviert, öfter als bisher zu backen.

Hilfreich ist die Einführung am Anfang, denn da gibt die Autorin den poteniellen Bäcker/innen eine Anleitung an die Hand, wie die von ihr entworfenen Rezepte am besten umgesetzt werden können. Wenn man diese beherzigt, steht einem superschnellen Backen, das quasi im Vorbeigehen stattfinden kann, nichts mehr im Weg.

Wenn man sich die Rezepte so betrachtet, gibt es ein paar Grundzutaten, die die Autorin immer wieder verwendet, sodass man diese höchstens einmal in der Woche kaufen muss und dann im Bestand haben kann. Auch das erleichtert ein schnelles Backen. Diese Zutaten sind: Magerquark, fettarmer Joghurt, (Hafer-)Kleie, Dinkelmehl, Eier, (Weinstein-)Backpulver. Süße (egal, welche man bevorzugt) nach Belieben. Diesen Zutaten sieht man schon an, dass sie systematisch darauf aus sind, Kalorien zu sparen. Vollkorn und Kleie machen lange satt, Fett wird nur extrem wenig verwendet, Süße könnte man bei dem ein oder anderen Rezept auch weglassen, weil mit Früchten gearbeitet wird. Und das Überraschende: Die Rezepte funktionieren trotz wenig Fett! Meines Sohnes und mein aboluter Liebling ist das Baguette-Rezept, das trotz weniger Zutaten schön fluffig wird.

Da wird schon ein weiterer Vorteil sichtbar: Wer es nicht so mit Hefe und den langen Gehzeiten hat, der kann Brot und Brötchen komplett ohne backen. Backpulver reicht und es gelingt trotzdem. Da ich selbst möglichst glutenfrei essen soll, war ich mutig und habe die Rezepte mit meinem glutenfreien Supermarktmehl gebacken. Die glutenfreien Rezepte, die ich bisher gesehen habe, waren mir (u.a. auch wegen der Zutatenbeschaffung) zu kompliziert, um sie nachzubacken. U.a. die vielen Mehle, die man dazu braucht, bekommt man nicht nebenbei im Supermarkt. Hier dagegen reicht das glutenfreie Supermarktmehl (selbst ohne Glutenersatz wie Guarkernmehl) aus, um schöne Ergebnisse zu erzielen, die nicht zerkrümeln.

Vom Käsekuchen allerdings war ich etwas enttäuscht. Dieser enthält schon vom Rezept her im Grundteig keine Süße, die meiner Meinung aber auch da reingehört, weil das Ergebnis sonst recht gewöhnungsbedürftig schmeckt. Aber gut, das kann man nachholen. Der Baguette-Teig lässt sich nicht ohne den Einsatz der Hände kneten, klebt aber sehr stark. Ich muss meinem Sohn nach dem Kneten den Löwenanteil des Teiges von den Händen kratzen. Ist das aber geschafft, erhält man leckere Baguettes. Allerdings frage ich mich, wie man diesen Teig alleine bewältigen soll, denn selbst mit Wasser an den Händen ist er schwer zu händeln.

Ob man mit den Rezepten tatsächlich abnimmt, kann ich jetzt noch nicht beurteilen. Das würde nur ein Langzeittest zeigen. Allerdings bin ich, weil schlank, wohl die falsche Referenz. Zumindest habe ich bisher nicht zugenommen, was bei der bisher gebackenen Menge nach kurzer Zeit bei „normalen“ Rezepten bestimmt der Fall gewesen wäre. Gesünder als die herkömmlichen Teige sind die Wölkchenrezepte allemal.

Fazit

Die Autorin hat sich sicht- und merkbar viele Gedanken um ihre Rezepte gemacht und ein gutes Ergebnis abgeliefert. Die ein oder andere Kleinigkeit mag zwar noch verbesserungswürdig sein, manches ist auch Geschmackssache, aber die Schnelligkeit, mit der die Rezepte nachgebacken werden können, und die meist gut essbaren Ergebnisse sind definitiv unschlagbar, v.a. wenn man sich mit weniger Süße bei den Kuchen arrangieren kann. Fettarme und ballaststoffreiche Zutaten erleichtern das Schlemmen ohne Gewissensbisse. Das war das Ziel der Autorin, und das hat sie meiner Meinung nach auch erreicht.


Genre: Backbuch
Illustrated by DplusA-Verlag / Weltbild

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