Florama

Florama. Die Grafikerin und Illustratorin aus Lausanne, Lisa Voisard, legt mit “Florama” ein kunterbuntes Werk für alle künftigen Blumen-Expertinnen und -Experten vor.
Ihre farbenfrohen Illustrationen sind auch von Tieren und Pflanzen inspiriert, etwa auch in “Ornithorama”, “Arborama”, “Insektorama” und “Natur auf dem Teller”, alle beim Schweizer Verlag Helvetiq.

Porträts von Blüten und Blumen

Die bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnete Illustratorin zeigt in ihrem neuen Buch in drei Kapiteln “Porträts“, “Besondere Blüten” und “Das Leben der Blumen” die Vielfalt der Pflanzenwelt in unseren Breiten. Durch die gut getroffenen Zeichnungen lassen sich die Blumen dann auch von Laien leicht erkennen und beim Nachmalen lernt man vielleicht sogar noch mehr dazu. Eine Blüte, das Fortpflanzungsorgan der Pflanze, zieht Insekten an, die für die Verbreitung der Sporen sorgen. Erst nach der Befruchtung wird aus der Blüte eine Frucht, die wiederum Samen enthält, die keimen und neue Pflanzen hervorbringen können, erklärt die Autorin gleich zu Beginn die wichtigsten Begriffe. In den Porträts erhält man nähere Informationen zu einzelnen Blumen, wie etwa zur Gartenhortensie. Ihre Farbe variiert je nach Boden: in saurem Boden blau, in alkalischem rosa, die Blütezeit beginnt im Juni und endet im September. Aufgrund ihrer Blatt- und Blütendichte verstecken sich allerdings gerne Schnecken unter ihrer Pracht, was die Gärtner:innen dann weniger freut. Die Schlüsselblume, bei uns auch als Primel (von prima: die erste, die im Frühling blüht) bekannt, ist übrigens auch essbar. Ein Tee aus ihren Blüten hilft gut gegen Husten. Ein Bestimmungsleitfaden ermöglicht es auch Verwechslungsgefahren auszuschließen.

Duftende Blumen in bunten Gärten

In “Besondere Blüten“, dem zweiten Kapitel werden gleich mehrere “Kunstwerke der Natur” näher beleuchtet: Papageienblume, Prachtnelke, Schachbrettbluem, Zygopetalum-Orchidee lauten die illustren Namen, die jeweils von einer schönen Illustration begleitet werden. Die Mimose klappt bei Berührung ebenso zusammen wie die Venusfliegenfalle, wenn auch mit viel weniger deutlichen Absichten. Eine Weltkarte zeigt die Verbreitung der unterschiedlichen Blumen und Blüten, die längst auch in unsere Badezimmer Einzug gehalten haben. Allerdings in verarbeiteter Form. “Das Leben der Blumen“, das dritte Kapitel, zeigt die verschiedenen Wurzeln und Lebenszyklen, aber auch die Fortpflanzung sowie den Beitrag der vielfältigen Fauna zum Gelingen der bunten Flora. Und noch ein Tipp zum Schluss: Regenwasser wird von den Pflanzen eher bevorzugt als kalkhaltiges Leitungswasser. Eine Regentonne kann also helfen. “Je mehr man über die Natur weiß, desto mehr möchte man sie auch schützen“, sagt auch die Autorin, der die Arbeit mit Blumen auch aufgrund des guten Geruchs sehr viele Freude bereitete. Ein Index am Ende des Bandes hilft auch beim schnellen Auffinden der gesuchten Blume und so steht einer eigenen Entdeckungsreise in die Natur nichts mehr im Wege…
Lisa Voisard
Florama
2026, Hardcover, 184 Seiten, Alter 8+
ISBN 978-3-03964-131-4
Helvetiq
24,90 €

Genre: Bilderbuch Familie
Illustrated by Helvetiq, Helvetique

Natur auf dem Teller. Weil Pizza und Pommes nicht auf Bäumen wachsen

Natur auf dem Teller. Die Lausanner Illustratorin und Naturliebhaberin Lisa Voisard hat sich Gedanken darüber gemacht, was täglich vor uns auf unseren Tellern liegt. Obst, Gemüse, Gewürze, Getreide: wächst das alles auf Bäumen oder woher kommen unsere Lebensmittel eigentlich?

Vorhang auf: Lebensmittel im Fokus

Mehr als 150 Lebensmittel stellt die Grafikerin in den Mittelpunkt ihres Buches. Informationen über die Herstellung und Verarbeitung werden ebenso präsentiert wie einfache Rezepte zum Nachkochen und Aktivitäten: Parmesan mit Walnüssen, Schnee-Eis, Erdbeerpflücken, Kompostieren und so wird die Sensibilisierung für Ökologie, Food-Waste und Verschwendung auch inspiriert zum Nachahmen. Denn wer auf den Planeten acht gibt, gibt auch auf sich selbst acht und allein deswegen ist es gar nicht früh genug damit anzufangen. Das Buch richtet sich schon an junge Menschen ab 6 Jahren, aber auch ältere haben ihren Spaß damit. Denn wer hat schon mal eine blaue Banane gesehen? Sie wächst auf Java und ist neben ihren anderen Verwandten ebenso süß, aber zusätzlich mit einer Note Vanille zu genießen. “Banan” bedeutet im arabsichen eigentlich Finger und bezieht sich auf die Bananenstauden, die dann wie Hände aussehen. Auf den Philippinen gibt es sogar ein Bananen-Ketchup, das sicherlich gesünder ist, als das bei uns verbreitete Tomantenketchup. Apropos Tomate: sie gehört ebenfalls zu einer sehr großen Familie. Ihr Name leitet sich von der in Neapel gebräuchlichen Form “pomodoro” (goldener Apfel) ab. Waren Tomaten damals gelb? Jedenfalls gehören sie zur Gruppe des Obstes und nicht Gemüses, wie Voisard erklärt und gleich zu einem selbsgemachten Ketchup mit eigenem Rezept auffordert.

Manege frei: Natur auf dem Teller

Pesto Anti-Tonne ist eine weiteres spannendes Rezept, das die Illustratorin vorschlägt. Tatsächlich ist beim Gemüse nämlich alles essbar und kommt bei ihr nicht nur in den Mixer, sondern auch in den Kochtopf. Oder in den Zauberwagen von Charles Cretors, der als Erfinder des Popcorns gilt. Die rot-weißen Streifen der Popcorntüten erinnern heute noch an die Markisen der einstigen Verkaufswagen. Aber auch die Geburstagstorten haben eine abenteuerliche Vorgeschichte. Schon die Alten Griechen buken ihrer Mondgöttin Artemis zu Ehren runde Honigkuchen, die an den Vollmond erinnerten. Die kleinen Kerzen brachten diesen süßen Teigmond dann zum Erstrahlen. Das Ausblasen dieser Kerzen soll aber erst von Goethe selbst wieder popularisiert worden sein. Denn im Mittelalter feierte man gar keine Geburtstage, da man das eigene Geburtsdatum nicht einmal kannte. Vielleicht ein Schnee-Eis zum Selbermachen? Auch dieses Rezept finden wir in vorliegender anregender Lektüre, die auch gegen Lebensmittelvernichtung und -verschwendung mobil macht. Die vielen liebevollen und ansprechenden Illustrationen zeigen, dass Lernen auch Spaß machen kann. Für Jung und Alt.

Nach ihren drei erfolgreichen Naturbüchern “Ornithorama”, “Arborama” und “Insektorama”, ebenfalls bei Helvetiq erschienen, sensibilisiert Lisa Voisard mit “Natur auf dem Teller” Kinder ab sechs Jahren für Ökologie, Ernährung und Food-Waste und porträtiert die wunderbaren Pflanzen, die uns Tag für Tag ernähren und satt machen.

Lisa Voisard
Natur auf dem Teller. Weil Pizza und Pommes nicht auf Bäumen wachsen
Übersetzung: Silv Bannenberg
2024, 128 Seiten, Größe (cm) 18 x 25 cm, Alter: 6+
ISBN: 9783039640645
Helvetiq
SFr29.90


Genre: Kinderbuch, Kochen, Natur, Naturkunde