Die bösen Schwestern von Concarneau

Georges Simenon: Die bösen Schwestern von Concarneau; Diogenes Verlag Zürich 1988; 172 Seiten; ISBN: 3-257-21559-2

Jules Guérec ist ein reicher Fischereibesitzer. Als er mit seinem nagelneuen Auto den kleinen Joseph Papin überfährt und tötet, begehrt er Fahrerflucht. Von Gewissensbissen gequält, nimmt er Kontakt zu den Papins auf. Guérec verschafft Josephs einfältigem Onkel Philippe eine Anstellung auf einem seiner Schiffe, überhäuft den Zwillingsbruder von Joseph mit Geschenken und bildet sich irgendwann ein, Marie, die blutjunge ledige Mutter Josephs zu lieben. Guérec träumt von einer eigenen Familie und möchte Marie heiraten. Doch er ist ihr gleichgültig. Auch die beiden Schwestern von Guérec stemmen sich gegen die Ehe.

Simenon ist uns ja hauptsächlich als Kriminal-Autor bekannt geworden. Doch er hat auch viele andere Romane veröffentlicht. Dies ist einer davon.

Ausgangspunkt ist eine Art „Kriminalfall“. Ein reiher, verwöhnter und unselbständiger Mann überfährt ein Kind. Er steht nicht zu seiner Tat, sondern begeht einen Fall von Fahrerflucht. Ohne sich gegen seine beiden ebenfalls ledigen Schwestern durchsetzen zu können, möchte er anfangs so eine Art „Verantwortung“ für Marie und deren Familie übernehmen. Doch auch damit scheitert er letztendlich.

Das Ende ist ein wenig enttäuschend. Mit viel Schwung nimmt es Anlauf zu Action, um dann doch wieder in die gepflegte Beschreibung einer Entwicklung abzugleiten. Die Handlung wirkt eher behäbig und umständlich. Es fehlen die Folgerichtigkeit und Tiefgang. Auch Sachen wie Kampf oder Action hätten hinzukommen können.

Greift man einmal zu dem Buch, möchte man es auch zu Ende lesen. Wirklich überzeugen tut es nicht. Es eignet sich gut für Leute, die das Gesamtwerk Simenons kennen möchten.


Genre: Romane
Illustrated by Diogenes Zürich
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